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Caroline Link lässt sich viel Zeit für ihre Filmprojekte. Das war schon immer so. Diesmal sind knapp 7 Jahre vergangen, seit dem Oscarprämierten Nirgendwo in Afrika - aber das Warten hat sich gelohnt. Corinna Harfouch spielt Eliane Richter, eine erfolgreiche Innenarchitektin, die bei einem tragischen Jagdunfall ihren 19-jährigen Sohn Alexander verloren hat. Die Trauerarbeit führt sie zu dem zurückgezogen lebenden Porträtmaler Max Holländer (Josef Bierbichler). Sie gibt bei ihm ein grossformatiges Bild in Auftrag, dass den geliebten Sohn und die weniger geliebte Tochter Lilli (Karoline Herfurth) zeigen soll. Holländer stellt Forderungen. Er braucht Fotos von Alexander und will vor allen Dingen Lilli kennenlernen um sich dem Verstorbenen zu nähern. Die 22-jährige Tanzstudentin begegnet dem deutlich älteren Mann zunächst mit Vorbehalten. Doch schon bald entwickelt sich zwischen den beiden eine beinahe schon therapeutisch zu nennende Verbindung.
Im Winter ein Jahr lebt neben dem ausgezeichneten Drehbuch (das übrigens auf dem Roman Aftermath von Scott Campbell beruht) vor allem von seinem erstklassigen Schauspielerensemble. Josef Bierbichler als grantelnder, eremitischer Künstler ist der perfekte Gegenpart zur ruhelosen, in sich gebrochenen Energie von Karoline Herfurth. Ursprünglich als US-amerikanische Hollywoodproduktion mit Sean Penn in der Hauptrolle des Malers angelegt, muss man im Rückblick dafür dankbar sein, dass keine Finanzierung zustande kam. Denn nicht nur die beiden Hauptfiguren sind ideal besetzt, auch in den wichtigen Nebenrollen zeigt Caroline Link ein sicheres Gespür fürs perfekte Casting. Mišel Maticevic in der Rolle des egomanen Don Juan oder Hans Zischler als weltweit gefragter Wissenschaftler der sich in der Rolle des Familienvaters überfordert sieht. Dazu Corinna Harfouch, die ihre Figur wunderbar zwischen lebenspraktischer toughness und tief empfundener Trauer anlegt. Die unerhörte Wahrheit, der Selbstmord des Sohnes, spiegelt am Ende die innere Dynamik einer erstarrten, in sich korrumpierten Familie aus den besten Kreisen. Caroline Link ist mit Im Winter ein Jahr eine der stärksten deutschen Produktion der letzten Jahre gelungen. Thomas Reuthebuch
IM WINTER EIN JAHR wurde produziert von Uschi Reich (DIE WILDEN HÜHNER, BIBI BLOCKSBERG, PÜNKTCHEN UND ANTON) und Martin Moszkowicz (DAS PARFUM, BIN ICH SCHÖN?). Für die Verfilmung ihres eigenen Drehbuchs konnte Oscar-Preisträgerin Caroline Link (NIRGENDWO IN AFRIKA, JENSEITS DER STILLE) ihre Wunschbesetzung gewinnen: als Hauptdarsteller agieren Shooting-Star Karoline Herfurth sowie der mit dem Deutschen Filmpreis 2007 ausgezeichnete Josef Bierbichler. In weiteren Rollen sind Corinna Harfouch, Hanns Zischler und Miel Matičević zu sehen.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Kunst als Krisenmanagement,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Winter ein Jahr (DVD)
Mutter Eliane Richter (Corinna Harfouch) erteilt dem eigenbrötlerischen Maler Max Hollander (Josef Bierbichler) den Auftrag, ein Doppelporträt von ihren Kindern Lilli und Alexander anzufertigen. Das Merkwürdige daran: Alexander hat bereits vor einem Jahr Selbstmord begangen.Hollander willigt dennoch ein und rekonstruiert den Charakter und das Aussehen des toten Jungen mithilfe der Schwester Lilli (Karoline Herfurth), die dem Projekt anfänglich skeptisch gegenübersteht. Doch zwischen den beiden verletzten Seelen, die mit Trauer und Isolation beziehungweise erzwungener Ablenkung zu kämpfen haben, entwickelt sich langsam ein Verständnis für die Last des Anderen, und schließlich wird das Projekt in Angriff genommen. Caroline Link wechselt häufig den Blickwinkel der Akteure und zeigt somit, wie sehr und inwiefern das tragische Unglück die Beteiligten beeinträchtigt. Der Vater hat eine Affäre, die Mutter überträgt den Druck und die Trauer auf die Tochter, deren Beziehung durch ihre Anhänglichkeit ins Wanken gerät. Die ganze Familie ist nach außen hin nur noch eine Farce, während sich die einzelnen Mitglieder zunehmend (un)bewusst in einen Strudel der Selbstschädigung begeben. Der Film ist aber nicht etwa leise und melancholisch, wie man es von der Thematik erwarten könnte, sondern glänzt hauptsächlich durch die facettenreichen Figuren, die sich gegenseitig befördern. Das Filmerlebnis wird einzig durch die zu häufige, zu offensichtliche Verwendung von Symbolik ein Stück weit geschmälert, allerdings nicht in dem Maße, dass man Abstriche machen müsste. Einer der besseren deutschen Filme der vergangenen Jahre, was vor allem der Hauptdarstellerin Karoline Herfurth zu verdanken ist, für deren latent verstörten Lilli man den ganzen Film über hofft, dass sie wieder ins geordnete Leben zurückfindet. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Film mit wenig Handlung,
Von Griese "Griese" (Landkreis Hameln/Pyrmont) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Im Winter ein Jahr (DVD)
Nun werden die Rezensionen mit dem nur einen "I hate it"-Sternchen sicherlich um den ersten Eindruck Willen gelesen. Man darf den geringen Grad an objektivem Urteilsvermögen dabei nicht vergessen. Den Film mit nur einem Stern zu bewerten, halte ich PERSÖNLICH für übertrieben.Der Film strahlt nahezu durchgängig eine bedrückte Stimmung. Der Fülle an Redeanteil erscheint mir unterdurchschnittlich. Wenn etwas gesagt wird, erscheinen einem die Formulierungen und die Art an sich, wies es gesagt wird, tatsächlich nicht dem "normalen" Stil des Alltags nachzukommen. Dadurch prägen sich einzelne Phrasen beim Zuschauer ein. Durch diesen Charme werden die Rollen dadurch unverkennbar gemacht. Man könnte meinen, der Film zöge sich in die Länge. Der Film ist in der Tat recht lang. Das halte ich auch für angebracht. In dieser scheinbaren Langatmigen kann der Zuschauer nämlich erst die Stimmungen, Situationen und Wandlungen erfassen. Das ganze wird von einem konsequenten Soundtrack unterstützt. Auch Kameraeinstellung füllen das wieder aus, was an Quantität der Worte bewusst gekürzt wurde. Ganz nebenbei: Die Bilder im Film sind in der Tat bemerkenswert. etwas anderes habe ich auch nicht erwartet, die Rolle eines Künstlers (hier: der Maler) das für mich voraussetzt. Andernfalls hielte ich die Einzelheiten für disharmonierend. "Im Winter ein Jahr" ist ein ergreifender Film, der zumindest bei mir auch nach dem Gucken eine Wirkung, ja vielmehr eine Stimmung bei/in mir hinterlassen hat. Das ermöglicht mir der Filmschluss, bei dem keine Fragen oder Erwartungen offen bleiben. Durch den runden Abschluss kann man die schlecht in Worte zufassende Stimmung des Filmes für sich aufnehmen. Ich empfehle "Im Winter ein Jahr" somit nicht für einen DVD-Abend mit Freunden, sondern für ein paar ruhige Stunden für sich, sofern man dazu bereit ist, sich von Film mitnehmen zu lassen. Da dieses Werk zu persönlich ist, als dass man ed allgemeingültig bewerten könnte, gebe ich auch ganz subjektiv meine persönlichen 5 Sterne für ein "I love it" ab. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer der besten deutschen FIlme seit langem!,
Rezension bezieht sich auf: Im Winter ein Jahr (DVD)
Schon der Trailer hat mich auf den Film neugierig gemacht und im Kino habe ich mir Caroline Links Nachfolger zu "Nirgendwo in Afrika" gleich zwei Mal angeschaut. Wunder einfühlsam erzählt die Regisseurin diese tragikomische Geschichte mit einem tollen Schauspieler-Ensemble - allen voran Josef Bierbichler. Gerade seine minimalistische Art zu spielen, verleiht seiner Figur eine wahnsinnige Realität. Der Film wartet außerdem mit großartigen Bildern auf, die auch im Heimkino ihre Wirkung nicht verfehlen.Die DVD ist gut umgesetzt, obwohl man sich bei den Extras noch ein bissl mehr gewünscht hätte. Trotzdem bleibt "Im Winter ein Jahr" für mich einer der besten deutschen Filme seit langem. Und wir können sehr stolz sein, dass man hierzulande solche FIlme produziert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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