Wer auf die italienische Schriftstellerin Natalia Ginzburg neugierig geworden ist, wird die tieftraurigen Erzählungen in „Winter in den Abruzzen" verschlingen, denn in ihnen kommt viel Biographisches zum Ausdruck. Die Erzählung, deren Titel auch der des Erzählbandes ist, schildert die Verbannung der Autorin durch das faschistische Regime in ein Bergdorf in den Abruzzen und den tragischen Tod ihres ersten Mannes. Dabei beeindruckt wie immer der unnachahmliche, knappe und scheinbar bloß naiv beobachtende Schreibstil der Autorin, der oftmals gerade durch das, was er weglässt, umso mehr zum Ausdruck bringt und den Leser zutiefst berührt.