Auch wenn die Temperaturen draußen alles andere als winterlich erscheinen und der graue Himmel einem die Stimmung vermiest, kommt man nicht umher an einem ersten Advent ein Stück Vorweihnachtszeit einzuleiten. Heute rücken also die tragenden Melodien, klangvollen Instrumente und große Gefühle in den Vordergrund. Ronan Keating hat sich bereits mit seinem Album "Songs for my mother" als Freund der Familie samt dazugehöriger Werte bewiesen. Für das Fest der Liebe hat sich der "Boyzone" Sänger und erfolgreiche Solokünstler erneut dazu berufen gefühlt den entsprechenden Soundtrack abzuliefern. Dabei greift er, wie beim Vorgänger, auf eine Mischung aus Coversongs namhafter Singer/Songwriter (Joni Mitchel, Bob Dylan, Simon & Garfunkel, Sara Bareilles), sowie zwei Eigenkompositionen (It's only christmas, Scars) zurück und ergänzt diese Zusammenstellung mit bekannten Weihnachtsliedern. War der letzte Klangausflug, trotz Erfolg und ehrbarer Vorsätze, relativ steril und kühl arrangiert, kommt im Fall von "Winter songs" die richtige Mischung aus Wärme, Gefühl und Professionalität zum Tragen. Weihnachtsklassiker wie "Little drummer boy", bei dem Keatings kürzlich verschiedener Freund Stephen Gately seine Vocals beigesteuert hat, "Silent night" oder "Have yourself a merry little christmas" wurden bereits vielfach neu interpretiert, so daß man nicht zwangsläufig den Vergleich mit einem Original sucht. Man lässt sich sprichwörtlich von seiner zarten Stimme berieseln, die von leisen Pianoklängen, Streichern oder Akustikgitarren untermalt wird. "Homeward bound" und "Ring them bells" warten dann gleich noch mit entsprechendem Gospelchor auf. Lediglich "I won't last a day without you" nimmt gewohnte Popzüge und damit etwas Fahrt auf. Ein Jahr voller Höhepunkte und ein ganz großer Tiefschlag liegen hinter Ronan Keating. Have yourself a merry little christmas.
Anspieltipps: "Winter song", "It's only christmas" und "Ring them bells"