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Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen
 
 

Winter im Sommer - Frühling im Herbst: Erinnerungen [Kindle Edition]

Joachim Gauck
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (66 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Gauck zuzuhören ist, wie immer, ein Erlebnis." (Münchner Merkur)

Kurzbeschreibung

Der politische und sehr persönliche Rückblick eines friedlichen Revolutionärs

Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter Systemgegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Protagonist im Prozess der Wiedervereinigung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1920 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 353 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3886809358
  • Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 11 (23. Juni 2010)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B004OVF0AG
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (66 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #23.814 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Kundenrezensionen

4.6 von 5 Sternen
4.6 von 5 Sternen
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
103 von 115 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckende Biografie eines wahrhaften "Citoyens" 23. November 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Biografie, die persönlich ist und doch nie zu privat wird. Das Politische interessiert Joachim Gauck eindeutig mehr, als das allzu Psychologische und Private. Dennoch erfahren wir genug über seine Kindheit, die Eltern, das plötzliche und willkürliche Verschwinden des Vaters 1951 - abgeholt durch die Stasi - das den jungen Joachim prägt und ihn fast automatisch zu einem kritischen Gegner des kommunistischen Regimes werden lässt. Gauck erzählt zwar chronologisch, beleuchtet in den Kapiteln aber auch einzelne Schwerpunkte, wie die Kirche im Sozialismus oder den Beginn des organisierten Widerstandes usw. Besonders spannend sind die Kapitel, welche den Aufbau der nach ihm benannten Gauck-Behörde beschreiben, wie praktisch aus dem Nichts und in kürzester Zeit ein Weg gefunden werden musste, um das Interesse der Bürger an "ihren" Akten zu befriedigen. Und wie viele unterschiedlichen Ansichten und und Bedenken es gab, dieses Vorhaben zu verwirklichen. Das Buch ist in Zusammenarbeit mit Helga Hirsch geschrieben und liest sich gut. Es wird ausserdem durch einzelne dazwischen gestreute Zusatztexte bereichert. So erzählt zum Beispiel Hansjörg Geiger, der als Jurist und Gaucks Stellvertreter die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen mit aufbaute, aus seiner Sicht, wie er von einem Tag auf den anderen seine Stelle beim Bayerischen Datenschutzbeauftragten aufgab. Er zog nach Berlin und unterstützte Gauck dabei, den Bürgern die uneingeschränkte Einsicht in ihre Akten zu ermöglichen. Der Erfolg des Modells und die riesige Nachfrage nach Akteneinsicht gab beiden Recht. Gauck plädiert in seinem Buch vehement gegen das Prinzip des "Deckel drauf" und wie ein roter Faden durchzieht den Text seine Leidenschaft für demokratische Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Glaubensfreiheit, die Freiheit der Berufswahl, Versammlungs-, Forschungs- und Veröffentlichungsfreiheit, welche die "Wessis" manchmal fast zu selbstverständlich hinnehmen. Sie kennen nichts anderes. Joachim Gaucks Buch versteht es, die Augen dafür wieder neu zu öffnen. Die beeindruckende Biografie eines wahrhaften "Citoyens".
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109 von 124 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch von Joachim Gauck ragt unter den vielen Veröffentlichungen, die in diesem Jahr zum 20.Jahrestag des Mauerfalls und des Ende des Kalten Krieges auf den Markt gekommen sind, in einzigartiger Weise heraus.

Vielleicht hängt es damit zusammen, dass hier ein absolut integrer Mann sich an sein Leben in der DDR erinnert, dass schon 1951,als sein Vater "abgeholt" wurde, als Joachim gerade mal 11 Jahre alt war, geprägt war von Opposition gegen kommunistisches Unrecht. Für Joachim Gauck war nicht nur dieses Erlebnis prägend. Später, als er schon evangelischer Pfarrer war und in den achtziger Jahren Kirchentage als Keimzelle dessen, was sich später entwickeln sollte zum großen, gewaltfreien Bürgerprotest, organisierte, wurde er selbst zum Dissident.

Nach der Wende war Joachim Gauck ab dem Jahr 2000 der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, danach auch die "Gauck-Behörde" genannt.

Neben seinen lesenswerten Erinnerungen an die Zeit in der DDR, die bewegenden Monaten vor und nach der Wende, ist an diesem Buch eines ganz besonders wichtig: Gauck beschreibt aus einer detaillierten Innenkenntnis das Wesen des Stasisystems. Unglaubliches ist da zu lesen über den Umfang und die Intensität des staatlichen Spitzelwesens.

All dies bringt ihn immer wieder in diesem Buch zu dem Schluss, dass die Freiheit und die Grundrechte ein so hohes Gut sind, das die Bürger im Westen, aber auch diejenigen ehemaligen DDR-Bürger, die ihren damaligen Staat heute noch schön reden wollen, oft gar nicht recht ermessen können oder wollen. In der DDR, so schreibt er, konnte man nur wählen zwischen dem jeweiligen Grad der Anpassung. Nun leuchte die Freiheit, Frühling im Herbst . Diese Botschaft wird er im ganzen Buch nicht müde immer wieder denen zuzurufen, die kleinmütig sind und zweifeln, hier und dort.

Ein beeindruckendes Leben wird hier lesenwert und mit der Unterstützung von Helga Hirsch beschrieben. Solche furchtlosen, mutigen und hoffnungsfrohen Menschen bräuchte das Land mehr.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kostbarkeiten und ihren Wert begreifen 16. März 2012
Von Christian Günther TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Auf den knapp 350 Seiten dieses wichtigen Buches von Joachim Gauck hält man des Öfteren inne, ist berührt, fassungslos vor Wut, lässt möglicherweise eigene, ähnliche Erinnerungen Revue passieren, so man selbst in der DDR gelebt hat oder deren Insasse war, wie er trefflich formuliert. Doch auch wenn man diese Diktatur nur von außen kannte oder zu jung ist und sie nicht erlebt hat, führt sie der Autor dem Leser konzentriert vor Augen.
Verklärer und Schönredner, Weichzeichner und Verharmloser gibt es mit jedem Nachwendejahr anscheinend mehr, da tut es gut und ist von immenser Wichtigkeit, dass hier jemand frei von populistischen Anwandlungen anhand seiner Biographie noch einmal eine Vielzahl der alltäglichen Repressionen, Unanständigkeiten, Widerwärtigkeiten und die von Grund auf menschenverachtende Struktur dieses Regimes, dieses Überwachungs- und Unrechts-Staates darstellt.

Ich habe "Winter im Sommer - Frühling im Herbst" nach Erscheinen Ende 2009 nun aus aktuellem Anlaß ein zweites mal gelesen (und vermute, ich werde es in einigen Jahren noch einmal zur Hand nehmen) und stieß neben vielen bemerkenswerten Gedanken vor allem im Schlusskapitel "Freiheit, die ich meine" auf Gedanken Gaucks, die, wie ich hoffe, durch seine Präsidentschaft im kollektiven Bewusstsein unseres Volkes wiederbelebt werden oder überhaupt ganz bewusst Einzug halten und sich verankern.

Dort berichtet Gauck von Erinnerungen an ein Gespräch mit einem in der Freiheit geborenen, der erfahren wollte was ihn, Gauck, treibt. Und er zählte diesem spontan Dinge auf, die der Frager im Grunde sein Leben lang kannte, aber wie er ergriffen am Ende des Gesprächs eingestand, schon lange nicht mehr als Kostbarkeiten wahrgenommen hatte und all das für selbstverständlich nahm.
Aus dem Buch: "Dort wo ich jetzt lebe, gibt es Kostbarkeiten, die dort, wo ich vorher gelebt hatte, nur in schäbigen Resten oder überhaupt nicht existierten.
Wo ich jetzt lebe, möchte ich sein, aber ich kann immerfort auch gehen.
Wo ich jetzt lebe, habe ich durch die Verfassung garantierte Grundrechte: Gewissensfreiheit, Glaubensfreiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Berufswahl, Versammlungsfreiheit, Forschungsfreiheit und Veröffentlichungsfreiheit.
Wo ich jetzt lebe, gründen Menschen Vereine, Bürgerinitiativen, Gewerkschaften, Parteien und übernehmen Verantwortung in ihnen.
Wo ich jetzt lebe, gelten Kritik, Diskurs und Dissens als Normalfall der politischen Kultur und nicht als politische Straftat... und seit mehr als sechzig Jahren hat dieses Land kein anderes überfallen und lebt mit allen Nachbarn in Frieden..."
Er fügt dann an, dass er noch weitaus mehr Kostbarkeiten hätte aufzählen können und sein Gegenüber erwiderte, dass er während der Aufzählung unentwegt etwas innerlich zustimmend "Ja, ja, ja" habe sagen hören.

Dieses zustimmende "Ja, ja, ja..." habe ich beim Lesen in mir auch vernommen, an vielen Stellen des Buches, aber in diesem Kapitel ganz intensiv, denn hier führt Joachim Gauck mit klaren, einfachen Worten aus, was uns eigentlich allen bewusst ist. Aber wertschätzen wir es auch? Sind wir uns der Bedeutung wirklich so bewusst und so davon beseelt, dass wir nicht Gefahr laufen zunehmend fahrlässig mit diesen Kostbarkeiten umzugehen?

Ich will nun nicht das große Wort der Dankbarkeit bemühen, aber wenn ich so manche öffentlich geführte Diskussion in der jüngeren Vergangenheit verfolge, nicht zuletzt auch in Bezug auf Joachim Gauck und seine Präsidentschaft, dann will mir das Bewusstsein und das Wertschätzen dieser Kostbarkeiten in weiten Teilen der Gesellschaft gefährdet scheinen.

All das ist nicht selbstverständlich! Den Wert dieser Kostbarkeiten zu betonen und so vielleicht für einige überhaupt wieder in Erinnerung zu rufen, bedeutet deshalb nicht, dass man unserem Gesellschaftsmodell unkritisch und willfährig gegenübersteht, wie einige Kritiker ihm nun gern versuchen zu unterstellen und auf mitunter bestürzend plumpe und infame Art den Versuch unternehmen so wichtige Gedanken umzudeuten.

Die Freiheit gebiert auch Auswüchse, die man nicht hinnehmen kann und wo es uns gelingen muß, diese Irrläufer einzufangen. Aber deshalb ein bewährtes Gesellschaftsmodell am liebsten über den Haufen zu werfen und abzuschaffen, oder um im Sprachbild zu bleiben, die Kostbarkeiten achtlos wegzuwerfen, wäre grober Unfug.
Um es auf einen einfachen Nenner zu bringen, ich kann einen Menschen von ganzem Herzen lieben, ohne deshalb seine Fehler widerspruchslos hinnehmen zu müssen. Oder wie Gauck es im Buch sagt, wir schaffen doch nicht den Fußballsport ab, nur weil zweifellos einige Spieler foul spielen und sich nicht an die Regeln halten.

Von Joachim Gauck kann man die Freiheit wieder intensiv lieben lernen, dafür ist dieses Buch hervorragend geeignet.

Sehr angenehm an diesem Buch ist neben der Rhetorik auch, dass, worauf der Titel-Zusatz "Erinnerungen" (nicht "Autobiographie") schon dezent hinweist, es sich zwar um durch und durch autobiographische Begebenheiten handelt, der Autor uns aber eine übermäßige Beleuchtung der Privatsphäre erspart.
Joachim Gauck erzählt im Grunde 70 Jahre deutsche Geschichte anhand seiner Biographie und öffnet die Tür zum Privaten nur soweit es nötig ist, um seinen individuellen Weg innerhalb dieser Zeit zu verstehen.

Abschließend will ich einen Gedanken den Joachim Gauck im Buch äußert nicht unerwähnt lassen und ausdrücklich unterschreiben. Er formuliert sein Unverständnis darüber, dass der Satz "Wir sind das Volk!", dieser schönste Satz den die deutsche Geschichte, das deutsche Volk hervorgebracht hat, nicht in jedem Klassenzimmer an der Wand hängt. Gibt es einen schöneren Ausspruch, der den Wert unserer freiheitlichen, pluralistischen, rechtstaatlichen und demokratischen Gesellschaftsordnung so kurz und so prägnant zum Ausdruck bringt und so unmissverständlich klarmacht, wer der Souverän im Lande ist, der heranwachsenden Schülern das Recht und die Pflicht zur Mitgestaltung vor Augen führt und sie lehrt mündige Bürger zu werden?

Man muß mit Joachim Gauck nicht in allem übereinstimmen, aber seine moralische Integrität und sein Verständnis von Freiheit und der daraus resultierenden Rechte, Pflichten und Verantwortungen sind beispielhaft.
Das Buch ist daher vielleicht gerade seinen Kritikern zu empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Winter im Sommer
Das Buch von Joachim Gauck hat mir sehr gefallen. Habe es nach Berlin geschickt und ein Original Autogramm von Herrn Gauck bekommen.
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Ein beeindruckendes Buch von einem überaus beeindruckenden Autor. Das wäre die ideale Schulliteratur. Ein wichtiger Teil deutscher Geschichte wird fassbar.
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 (Was ist das?)
&quote;
Wenn Falsche das Richtige sagen, wird leicht auch das Richtige falsch. &quote;
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&quote;
»Ich bleibe stehen vor dir, Gott, und vor euch, ihr Trauernden, obwohl ich überfordert bin. Mir, uns bleibt der Sinn des Geschehenen verborgen. Doch obwohl der Glaube eigentlich unvernünftig  richtiger: neben-vernünftig  ist, erkläre ich mir die Welt leichter mit Gott als ohne Gott.« &quote;
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