Wann ist ein Mann ein Mann? Diese Frage stellte sich schon einst Herbert Grönemeyer und machte einen Song daraus. Das schottische Indie-Pop-Quintett Frightened Rabbit um Songwriter Scott Hutchison belässt es dabei nicht. Sie machen gleich ein ganzes Album rund um das Thema. Und liefern Pop-Hymnen, die über das Jahr 2010 hinaus strahlen werden, so viel ist sicher.
Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, so toll ist "The Winter of Mixed Drinks", das dritte Album der Band. Da wären zum einen natürlich die offensichtlichen Gassenhauer, das nach vorne gehende "Nothing Like You" und das nicht minder treibende "Living in Colour". Aber die Platte hat noch mehr zu bieten.
Manche Songs entfalten erst mit der Zeit ihre Klasse, weil sich die tollen Melodien ein wenig hinter der manchmal arg dick aufgetragenen Produktionen verstecken. Der Opener "Things" etwa hat zunächst nur verhallte Gitarren-Sounds und die Stimme Hutchinsons. Nach und nach baut sich die Spannung auf, immer mehr Instrumente kommen hinzu - und auch wenn das Lied am Ende ein wenig in Opulenz verpufft, macht es doch Lust auf mehr. "Skip the Youth", mit fast sechseinhalb Minuten der längste Song der Platte, macht das ähnlich. Erst nach 105 Sekunden musikalischem Krach kommt die Erlösung in Form eines wirklich tollen Songs.
Nur "Man/Bag of Sand", das nicht mehr als ein Interlude zu verstehen ist und der vielleicht etwas zu zahme Rausschmeißer "Yes, I Would", verhindern, dass die Platte zu 100 Prozent überzeugt. Aber ein bisschen Luft nach oben muss ja noch bleiben.