Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kleinod?. Literatur? Einfach gut!, 29. September 2009
Kann der Verlust von bedingungsloser Liebe einen ansonsten ziemlich einsamen Menschen dazu bringen bis zum Äußersten zu gehen? GERARD DONOVAN meint in seinem Roman Winter in Maine: ja, durchaus. In großartig fabulierten Sätzen entspinnt er hier eine feine kleine Geschichte, in dem sich Liebe und Verlust, Einsamkeit und Verlangen, Hingabe und Rache zu einem literarisch wertvollen Kleinod vereinen.
Es gibt so Bücher, die klingen zunächst einmal irgendwie unspektakulär, trotz der Lobeshymnen auf dem Buchrücken. Ein Mann, der sich auf einen Rachefeldzug wegen seines erschossenen Hundes macht? Das lässt einen zunächst vielleicht an lausige Filme denken, nicht aber an Literatur. Und doch gibt es Bücher, die dennoch einen geradezu magischen Reiz ausüben und quasi erzwingen, dass man einmal probehalber die ersten paar Seiten anliest. Im Idealfall passiert es, dass dies schon ausreicht, um sich von diesem Buch gefangen nehmen zu lassen und es nicht eher aus der Hand zu legen, ehe man nicht auch die letzte Seite gelesen hat. Winter in Maine schafft dies mit Leichtigkeit.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein kleines Juwel, 17. September 2009
Julius Winsome lebt in den Wäldern von Maine. Allein. Seit er denken kann. Die Winter sind lang in Maine, doch er spürt keine Einsamkeit, denn er hat seine Bücher und Hobbes seinen Pitbullterrier, der ihm ein treuer Gefährte geworden ist. Als jemand eines Tages scheinbar absichtlich den Hund erschießt, zerbricht etwas in Julius und sein Leben ändert sich dramatisch...
Vorab eine kleine Empfehlung: Wer dieses Buch genießen will, sollte sich die Begründung der Jury die es zum "Buch des Jahre 2008" gewählt hat, erst nach der Lektüre gönnen, denn meiner Meinung nach wird darin sehr viel vom Inhalt verraten.
Julius ist ein Mensch, der in seiner eigenen kleinen Welt lebt, mit ganz eigenen und ungewöhnlichen Denkstrukturen. Ein Außenseiter, dessen Leben sich komplett von dem der Menschen in seinem Umfeld unterscheidet, der immer alles hingenommen und akzeptiert hat, wie es gerade kam, ohne sich Gedanken darum zu machen. Doch nun nach dem Verlust seines Hundes blickt Julius auf sein bisheriges Leben zurück. Ein Leben das von Verlusten geprägt ist. Mutter, Vater und die große Liebe, alles hat er verloren und alles das erlebt man gemeinsam - verliert man zusammen mit dem Protagonisten.
Donovan hat seine Figur trotz dieser Vita sehr arm an Emotionen entworfen, und es ist, als ob er beim Schreiben die Zuständigkeiten aufgeteilt habe: Julius ist für das Erleben zuständig und der Leser hat die Aufgabe, das Erlebte zu fühlen. Die Schönheit der Sätze wirkt wie ein behutsames Kratzen an der Oberfläche, so intensiv, bis die Oberfläche brüchig wird und man den Sinn des Buches sehr nahe an sich heran lässt und irgendwann merkt man, dass man nicht nur über das Verlorene in dieser Geschichte nachzudenken beginnt...
Mein Fazit: Den Titel "Buch des Jahres" der englischen Tageszeitung "The Guardian" hat dieses Meisterwerk meiner Meinung nach uneingeschränkt verdient. Ich konnte einfach nicht genug bekommen von der Sprache in diesem Buch, die einen einwickelt und überwältigt, die den Leser nachdenklich zurück lässt - so schön, so schmerzlich und so nah geht sie. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass so unter die Haut geht, dessen Stimmung mich so einfangen konnte, wie dieses kleine Juwel.
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36 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Winterlandschaft , die mit Sitlle verbunden ist, aber,---es tut sich was!, 15. September 2009
Zuweilen sind es erste Sätze, die einen Leser in Bann schlagen und sofort Neugierde wecken, weiter zu lesen.
Diese Erfahrung verbindet sich für mich mit dem "Winter in Maine."
Ruhe, Geruch nach Wald und Holz, Stille und das Knacken der Äste, dazu das prasselnde Feuer im Ofen: hier fühlt man sich wohl, hier möchte man sein!
In der Hütte an den Wänden stehen Bücherregale mit zahlreichen Büchern, erste und seltene Ausgaben sind darunter.
Julius Winsome, ein Mann von 51 Jahren, sitzt in seiner Hütte hoch oben im Wald nahe der kanadischen Grenze am Feuer und liest. Dann peitscht ein Schuss nicht weit entfernt. Wer könnte da geschossen haben?
Nach kurzer Zeit vermisst der Mann seinen Hund Hobbes. Es dauert nicht so lange, da findet er ihn angeschossen nicht weit von der Hütte entfernt.
Der Tod des Hundes verändert sein Leben und trifft ihn tief.
Er ist ein einsamer Mann, der in Verehrung für und mit seinem Vater lange Jahre zusammen hier in der einsamen Hütte im Wald gelebt hat. Mit Sätzen wie diesen"er war ein freundlicher Mensch," und "solche Menschen gibt es nicht oft" bis zu dieser besonders charakteristischen Bemerkung "von ihm lernte ich auch, wie man still ist," kann man sich ein Bild von Vater und Sohn machen.
Was so still und freundlich beginnt, wandelt sich allmählich in eine zuerst beschauliche und zuletzt gefährliche Lebensgeschichte. Der große Shakespeare begleitet mit seinen Worten und Werken das Leben von Julius Winsome, den nach dem Verlust seines Hundes eine stete Unruhe treibt, der Boshaftigkeit des Menschen auf die Spur zu kommen.
Philosophisch und weise sucht er nach der Fährte des Hundemörders. Er begegnet seiner einzigen Gefährtin, die ihn vorübergehend vor einigen Jahren aus seiner Einsamkeit beglückend erlöst hatte. Schon bald aber kam sie nicht mehr und überließ ihn wieder seinem Leben in der Abgeschiedenheit.
Löst die Ruhe und Stille und der verschneite Wald eher poetische und besinnliche Gedanken aus, so treibt eine unausgesprochene Spannung den Leser in Gedanken zu dem trauernden Mann, der auf Rache am Tod seines Hundes sinnt.
Das Böse und das Gute stehen sich gegenüber. Die anhängliche, arglose Kreatur und der nachdenklich- mitleidige Held bilden eine Einheit, die in Spannung zur Gnadenlosigkeit und Unmenschlichkeit in Gestalt eines plumpen und bedenkenlosen Polizisten steht.
Man ist berührt und steht dem Widerspruch zwischen sensibler Beobachtung und grausamer Handlung ratlos gegenüber.
Das Ende der Geschichte entspricht der Intention des Romans, in dem es um Einsamkeit, Sehnsucht nach Gemeinschaft und Liebe, Verlust, Güte, Verzeihen und die dem Menschen innewohnende Aggression geht. Eine ungewöhnliche und widersprüchliche Geschichte bringt den Leser ganz nahe an die existenziellen Gefühle des Menschen und stimmt nachdenklich, anregend, traurig und wütend.
Gerard Donovan ist ein Meister der überzeugenden Erzählkunst, der sich in die Herzen der Leser hineinschreibt, weil man sich seiner menschlichen Wärme und Anteilnahme nicht entziehen kann.
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