holidaypacklist Hier klicken Unterwegs_mit_Kindern Cloud Drive Photos TomTom-Flyout Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic GC FS16

Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen9
4,3 von 5 Sternen
Format: Kindle Edition|Ändern
Preis:6,27 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Schon zu Beginn seiner Karriere als Schriftsteller hat Paul Auster das Medium Sprache benutzt, um sein eigenes Leben zu fiktionalisieren und somit zu reflektieren. In The Invention of Solitude setzte er sich mit seiner Familiengeschichte und vor allem mit der Beziehung zu seinem Vater auseinander. In Hand to Mouth rekonstruierte Auster den Beginn seines Schriftstellerlebens, welches unter anderem durch stetige finanzielle Engpässe gezeichnet war. Nun, in "Winter Journal", ist die Gewissheit vor dem immer näherkommenden Ende der eigenen Existenz das strukturgebende Element. Aus der Perspektive des sehr selten verwendeten Du-Erzählers verfasst, begibt sich Auster zu den zentralen sowohl beruflichen als auch privaten Momenten seines Lebens und verbindet sie zu einer nachdenklichen, humorvollen und immer mitreißend zu lesenden Erzählung.

"No doubt you are a flawed and wounded person, a man who has carried a wound in him from the very beginning [...] and the benefits you derive from alcohol and tobacco serve as crutches to keep your crippled self upright and moving through the world" (15). Diese brutal ehrliche Selbstcharakterisierung findet sich gleich zu Beginn von "Winter Journal" und auf den folgenden gut 200 Seiten scheint es so, als versuche Auster, die Ursprünge dieses fehlerhaften Wesens aufzuspüren. Dabei benutzt er verschiedene Erzähltechniken, wobei besonders die mehr als 50-seitige Passage, in der Auster die 21 Wohnsitze seines Lebens Revue passieren lässt und dabei reflektiert, in welcher Lebenssituation er sich zu dem entsprechenden Zeitpunkt befunden hat, begeistert (vgl. 59-112).

"Winter Journal" ist keine Autobiografie im eigentlichen Sinne. Auster gestaltet sein bisheriges Leben als einen Roman, so dass die erschaffene Figur durchaus Ähnlichkeit mit den Charakteren aus seinen anderen Büchern aufzeigt, die sich der innenwohnenden Sinnlosigkeit der menschlichen Existenz zu erwehren versuchen. Auch nach mehr als 30 Jahren bleibt Auster zusammen mit Philip Roth, Don DeLillo und Jonathan Safran Foer einer der bedeutendsten Autoren der amerikanischen Literatur, der hoffentlich noch lange produktiv bleiben wird.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. September 2012
"... and then hope to go on speaking until there is nothing more to be said. Time is running out, after all".

Ja, das Leben ist endlich. Das Ende kann überraschend kommen, keiner weiß es besser als Paul Auster, dessen Vater und Mutter jeweils ohne lange Leidenszeit von jetzt auf gleich starben. Was sich für viele wie ein Traum vom schmerzfreien plötzlichen Ende anhört, hat für Paul Auster aber auch eine bedrückende Seite: keine Chance mehr haben, Abschied zu nehmen, Dinge geradezurücken oder zu ordnen. Was wenn der Autounfall vor einigen Jahren weniger glimpflich ausgegangen wäre? Was wenn die Gräte vor vielen Jahren nicht auf halber Strecke im Hals stecken geblieben, sondern sich tiefer in Austers Innereien eingegraben hätte? Auster will nicht leiden und schon gar nicht seinen Lieben zur Last fallen, Joubert gibt die Richtung vor: "one must die lovable (if one can)".

"Winter Journal" ist Austers äußerst persönliche Reflektion über sein Leben. Sein 64zigstes Lebensjahr geht zu Ende. Seit Jahrzehnten glücklich verheiratet, schreibt er schon lange nicht mehr nur zum Broterwerb. Man könnte sagen, Auster ist ein glücklicher Mensch und ist sich dessen auch bewußt. Umso mehr als im Rückblick die Weichenstellungen seines Lebens keinesfalls alternativlos gewesen scheinen. Es sind die kleinen Zufälle des Lebens, die absichtlosen Handlungen, die wie riesige Schmetterlingsflügel den Lauf seines Lebens in glückliche Bahnen lenkten. Auster springt durch die Zeiten, erinnert sich der Orte seines Lebens, der Menschen, die sein Leben prägten. Und kommt doch immer wieder in die Gegenwart zurück, in der er fast schon staunend auf sein Leben zurückschaut.

Die Stimmungslage in Auster "Winter Journal" ist dabei keineswegs nur melancholisch. Nicht von ungefähr beginnt auf den letzten Seiten von Austers Werk der Frühling, Auster freut sich auf die neuen Blüten, auf die Rückkehr der Zugvögel. Und der Leser freut sich mit ihm. Hier schreibt ein Autor, der sich seiner Vergänglichkeit bewußt aber zugleich mit sich selber im Reinen ist. "You ask yourself: How many mornings are left? A door has closed. Another door has opened. You have entered the winter of your life."
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. November 2012
Es ist kompliziert: Ich liebe Auster und habe alle seine Romane (im Original) verschlungen und Sekundärliteratur angeschafft. Ich wusste also irgendwann, welche und wie er autobiographische Elemente in seinen Fiktionen verarbeitet. Mein Lesevergnügen bestand aber immer und besteht immer noch in seiner Sprache, seine Lakonie, die unübertroffen ist. Ich könnte hunderte Zitate bringen, die einfach atemberaubend sind. Die ich nur anschauen muss, um dann das überwältigende Gefühl zu haben, das Auster bei seiner Gegenwart einer Ballett-Aufführung beschreibt.
Für mich ist -Winter Journal- das mit Abstand schwächste Buch von Auster. Gertrude Stein hat -The Autobiography of Alice B. Toklas- geschrieben - über sich selbst. Sie hat damit aber einen literarischen Kniff angewendet, der erheblich besser funktioniert als das -you- von Auster.
Im -Winter Journal- geht er mir zu freundlich, zu beschwichtigend mit seinem Stoff um: Siri Hustvedt und ihre Familie z. B. kommen ungeheuer gut weg, sein Sohn wird praktisch nicht erwähnt. Ich glaube, Auster gehört zu den Autoren, die einen fiktiven Rahmen brauchen, um gnadenlos gut zu sein.
0Kommentar|9 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Oktober 2013
This quite passionate book is almost an autobiography written at the relatively tender age of 64 by an icon of American literature, but not quite. He is reticent about his two children and his sister, but quite open about the rest of both his parents' families short histories (and with a terrible family secret revealed only when he was in his early 20s). This reader is struck by PA's powers of memory and the clarity of his making sense of his life at different stages.
Another sign that this is not an autobiography is the near absence of references to what he is most famous for: a New York-based creator of works of art, mostly literature. Not a word about the challenge of the white page or about the books, poems and screenplays he wrote or the films he directed.
At another level this looks like a book of lists, about illnesses, injuries and other medical mishap. A list of all the houses/homes he has lived in, countries visited and for how long or about the number of US states he set foot in (40). A gold mine for future biographers. Towards the end of the book this listing habit returns with PA's favorite sweets, foods and soft drinks and stronger stuff. And his regrets about how harshly smoking has been restricted.
PA's turning point in life was meeting his wife of >30 years, Siri Hustvedt who has also become a highly respected novelist and essayist. PA quotes their daughter describing her identity as `Jewegian', reflecting her dad's Polish Jewish and mother's Norwegian Lutheran roots.
Find PA's title and final words too pessimistic. At 64 most people would rather view themselves as living in the Indian summer or autumn of their lives, not the start of winter. But his Wikipedia entry quotes him as saying that his drawer is empty, he has run out of ideas for another novel...
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2014
Ein außergewöhnlicher Schriftsteller erzählt außergewöhnlich sein Leben, das so außergewöhnlich ist wie das Leben von jedem von uns. Voller Aufmerksamkeit saß ich auf der Couch, ein Glas Wein in der Hand und hörte Paul Auster zu, wie er sprunghaft assoziativ von sich erzählte: Eine Reihe von Kleinoden, die so weise unsere Welt beschreiben ohne klug sein zu wollen. Eine beispiellose Autobiographie, die ich noch lange bei mir tragen werde.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. Dezember 2012
Paul Auster has yet again written a book where the plot is simple yet hard to see through. With his New York vocabulary and his wicked characters you are never bored.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Januar 2013
Hypnotischer Journal von Paul Auster, wenn Man diesen Schriftsteller mag, ist es ein Genuß... Nostalgia aber die Art und Weise von Auster Schreiben ist immer Geschmackvoll. And to read him in English is definitely a joy, like a movie in OMU! Zu empfehlen!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. November 2013
Im Radio hörte ich einen Auszug des Buches über Schilderungen seine Ehe und bestellte mir das Buch. Nach Lesen von etwa einem Viertel legte ich es zur Seite. Der gehörte Auszug war wohl einer der Besten Abschnitte des Buches.

Es war einfach nicht mein Fall, weder Schreibstil noch Aussage. Aber es kann einem ja auch nicht jeder Autor und jede erzählte Lebensgeschichte ansprechen. Nichts für ungut. Vielleicht war ich auch von dem vorhergehend gelesenem Buch, den Erzählungen Janina Davids Ein Stück Himmel. Ein Stück Erde. Ein Stück Fremde: Geschichte eines Lebens viel zu sehr verwöhnt, war dies doch meinem Empfinden nach eines der besten Bücher das ich jemals lesen durfte. Aber ich denke auch so weiss ich nun: Paul Auster ist einfach kein Autor meines Geschmacks.

Ich hätte gern 3,5 Sterne vergeben, da dies bei Amazon nicht geht tendiere ich eher zu 3 als zu 4.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Januar 2014
Alles gut, alles toll. Was muss ich noch schreiben? Zehn Worte verbleiben erfoderlich... Brauch ich nicht. Alles einwandfrei verlaufen und so.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €