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Entstanden ist Winning auf einer weltweiten Lesereise quer über den Erdball, auf die sich Welch zu Beginn seines Ruhestands begeben hatte. So enthält das Buch im Grunde die gesammelten Antworten auf alle Fragen, die ihm von New York bis Shanghai gestellt wurden. Es gab buchstäblich Tausende von Fragen, und doch haben sie im Grunde fast alle in dieselbe Richtung gezielt: Wie wird man zum Gewinner?, schreibt Welch zu Beginn. Was folgt, ist ein amerikanisches Managementbuch in seiner pursten und ehrlichsten Form: Zahlreiche Erfolgsgeschichten werden perlschnurartig aneinandergereiht. Es geht um die erfolgreiche Umsetzung von Geschäftsideen. Um nichts anderes.
Wie bei Welch üblich, ist das alles hübsch und locker erzählt. Fast möchte man sagen, es ist eine Art Geschenkbuch an die guten Freunde aus seiner aktiven CEO-Zeit. Und in der Tat: Wer sich mit den Erfolgsstorys selbst motivieren will, hat mit diesem Buch sozusagen das beste derzeit verfügbare Vademecum zur Hand. Wer allerdings etwas grundsätzlich Neues erfahren will, wird enttäuscht. Auch wenn Hunderte von Merkkästchen versuchen, das Praxiswissen von Welch auf einfache, griffige Weisheiten zu kondensieren. Aber egal: Jack-Welch-Fans lesen sowieso alles, was der Meister von sich gibt. Und so kurzweilig, pointiert, offen, klar und deutlich ist den Erfolgreichen dieser Welt schon lange nicht mehr gehuldigt worden. Noch dazu vom King persönlich. --Peter Felixberger
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Um es vorweg zu nehmen: Es lohnt sich, dieses Buch ganz zu lesen. Viele Bücher zu der Thematik sind langweilig und geschwätzig, dies ist eine Ausnahme, obwohl es in lockerem Erzählton geschrieben ist. Die Übersetzung ist – wie ich finde – ausgezeichnet – Kompliment an das Übersetzer-Team!
Wenn Sie sein Buch gelesen haben und am nächsten Montag blauäugig an die Umsetzung seiner Empfehlungen schreiten wollten, würden Sie wahrscheinlich Ihr blaues Wunder erleben. Denn bei der Lektüre vergisst man allzu leicht: Dies ist der Werkstattbericht eines Ausnahme-Managers, eines Energiebündels mit der Machtausstattung des CEO an der Spitze einer großen Organisation.
Nehmen wir eines der zentralen Themen: Offenheit im Sinne einer ehrlichen Leistungsrückmeldung, die jedem Mitarbeiter zeigt, wo er steht. Die Realisierung einer entsprechenden Unternehmenskultur hat – wie Welch berichtet – zehn Jahre gedauert und erst dann hatte sein berühmt-berüchtigtes Prinzip der Mitarbeiter-Differenzierung das nötige Fundament. Das ist beharrliches Festhalten an wichtigen Prinzipien, statt eines hektischen Ausprobierens aktueller Marotten oder Moden, aus Angst etwas zu verpassen.
Vieles an diesem Buch hat mir hervorragend gefallen. Zwei Themen möchte ich explizit erwähnen:
Im Kapitel über Strategie berichtet Welch über sein Misstrauen gegenüber den komplizierten Konzepten der Berater und schlägt konkrete Fragen vor, die zu diskutieren sind, bevor man seine Pläne ausformuliert. Er plädiert überzeugend dafür, selber nachzudenken statt Konzepte einzukaufen, die dann womöglich wie Kuckuckseier im Nest liegen.
Beherzigenswert sind auch seine Empfehlungen, wie man den richtigen Job findet: „Sie nehmen eine Stelle an, finden heraus, was Ihnen daran gefällt und welche Anforderungen Sie gut oder weniger gut erfüllen, und wechseln dann im Laufe der Zeit in eine geeignetere Stelle. So nähern Sie sich allmählich dem idealen Job und stellen eines Tages fest: ‚Hey! Ich bin endlich angekommen!’“ Aber Welch ist Realist und fügt hinzu, dass dieser Weg in aller Regel zäh, zeitraubend und nervenaufreibend ist.
Eine Binsenweisheit zum Schluss: Das Buch ist voll von Erfolgsgeschichten, schmerzhaft gelernten Lektionen und guten Ratschlägen, es ersetzt aber eines nicht: Selber nachdenken (siehe oben).
So konsequent kann Management sein, wenn man den Einsichten von Jack Welch folgt: Alles, was es braucht, ist der Siegeswille, ein klares Ziel (im Falle von GE: Erster oder zweiter in jedem Geschäftsfeld), konsequente Entscheidungen und klare Prinzipien (z.B. Six Sigma). Den Rest erledigt dann das Team in Eigenregie. Der Erfolg ist quasi vorprogrammiert.
Was dieses Buch darüber hinaus auszeichnet, ist, dass Welch auch umstrittene Thesen ausführlich erläutert und man so erkennt, was wirklich dahintersteckt. Warum müssen zum Beispiel die schlechtesten 10% der Mitarbeiter gehen? Dahinter soll sich keine Hire-und-Fire-Politik verbergen, denn ein verantwortungsbewusster Manager hat vor dem Rauswurf zigmal mit den entsprechenden Mitarbeitern gesprochen, so dass diese in der Regel wissen, wie es um sie steht, und Chancen hatten zu reagieren. Gleichzeitig bietet sich aber für die Firma die Chance, neue Mitarbeiter ins Spiel zu bringen.
Fazit: Das Buch überzeugt durch seine Klarheit und seine Einfachheit. Auch wenn sein persönliches Sieger-Image in den letzten Jahren ein paar Kratzer abbekommen hat, ist und bleibt er der wohl beste Manager seiner Generation. Und schon deshalb ist dieses Buch ein absolutes Muss für jeden (künftigen) Manager.
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