Wir haben diesen Film vor allem für unseren kleinen Sohn (fast vier) gekauft. Der darf eigentlich nur dann fernsehen, wenn er richtig krank ist und freiwillig das Bett (oder das Sofa) hütet. Als Trostspender gibt es dann Winnie den Puuh in seinen verschiedenen Filmen. Für diesen Zweck sind eigentlich alle Puuh-Filme ausserordentlich tauglich, denn sie bieten (fast möchte ich sagen: als rühmliche Ausnahme) kindgerechte Unterhaltung. Sie sind knuddlig, es gibt immer etwas zu Lernen (ohne den erhobenen Zeigefinger), sie erzählen eine Geschichte (ohne zu überfordern), sie sind witzig und unterhaltsam (ohne den Haudrauf-Slapstick-Humor vieler anderer Produktionen, Disney teilweise eingeschlossen). Kurz: Sie sind bei unserem Sohn der Renner! Noch vor dem "Kleinen König" - und das mag bei ihm schon etwas heissen :-)
"Spaß im Frühling" stellt hier keine Ausnahme dar. Klar: Die Animation ist nicht ganz so auf der Höhe, wie bei den absoluten Hits der Puuh-Reihe (Der Original-Puuh, Tiggrs Abenteuer, Ferkels Abenteuer, Heffalump"), aber das stört die primäre Zielgruppe (also meinen Sohn) schlichtweg kein bischen. Auch das bekannte Motiv (Dickens Weihnachtsgeschichte) stößt bei ihm nicht auf Kritik, was vor allem daran liegen mag, dass er in seinem Leben bisher noch wenig Zeit und Gelegenheit hatte, sich eingehender mit Dickens und seinen Werken zu befassen.
Was ich mit diesem Anflug von Sarkasmus sagen will: Wer diesen Film als Erwachsener sieht und ihn nach seinen Erfahrungen beurteilt (verurteilt), der wird wohl die erwähnten Schwachstellen schnell erkennen. Das sollte ihn aber nicht davon abhalten, ihn als Unterhaltung für KINDER anderen Maßstäben zu unterwerfen. Und unter diesem Aspekt ist "Spaß im Frühling" schlichtweg gute Unterhaltung.