Auf dieser CD macht sich Pu der Bär Gedanken über Summgeräusche und versucht, mittels eines Ballons an Honig zu gelangen:"Wenn man einen blauen Ballon hat, könnten sie denken, dass man nur ein Teil des Himmels ist, und sie bemerken einen nicht."
In der zweiten Geschichte besucht Pu Kaninchen und bleibt stecken und muss warten, bis er wieder dünner ist:"Also las Christopher Robin dem Nordende von Pu ein Buch vor, und Kaninchen hängte seine Wäsche am Südende auf, und dazwischen wurde Pu immer dünner."
Im dritten Kapitel tritt zum ersten Mal Ferkel auf, das furchtsam ist, weil es nur ein kleines Tier ist. Zusammen mit Pu fängt es aber fast einen Wuschel. Und im vierten Kapitel verliert der düster-melancholische I-Ah seinen Schwanz und Eule findet ihn: "Ich bin im Wald darauf gestoßen. Er hing an einem Busch. Und zuerst dachte ich, dass dort jemand wohnt, deshalb habe ich daran geklingelt, und nichts passierte. Und dann habe ich noch einmal ganz laut geklingelt, und da ist es abgegangen und ich hatte es in der Hand."
Gibt es etwas Schöneres als die Geschichten aus dem Hundert-Morgen-Wald? "Pu der Bär" war mein erstes Hörbuch, und an ihm mussten sich die zahlreichen Hörbucher messen, die ich inzwischen gehört habe. Und mussten alle scheitern. Denn Rowohlts "Pu" ist die Mutter aller Hörbücher. Wer einmal dieses Hörbuch gehört oder das Buch in der genialen (weil exakten) Übersetzung von Harry Rowohlt (oder eben das Original) gelesen hat und auch die liebevollen Illustrationen des Originals kennt, der ahnt, warum Harry Rowohlt einen solchen Hass auf Disney hat. Denn tatsächlich: selten hat der Mickey-Mouse-Konzern ein Werk mehr verhunzt als im Fall von Winnie Pooh. Es ist ein Genuss und hinreißend komisch, Harry Rowohlt zuzuhören, wie er jeder der Figuren ein eigenes Profil gibt und voll subversivem Humor agieren lässt. Dies ist ein Buch / eine Lesung, von der Erwachsene, die sich nicht zu schade für "Kindergeschichten" sind, viel mehr haben dürften als Kinder, denn die Geschichten haben Fußangeln und einen doppelten Boden, wie es richtig gute Literatur eben haben sollte und die von der Disney-Zielgruppe noch nicht verstanden wird. Ein Universum von (Hör-)Buch. Tausend Dank an den Übersetzer und "Vorleser". Ein Hoch auf Harry Rowohlt! Ein Hoch auf Pu und seine Freunde!