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Winifried Wagner. Ein Leben für Bayreuth
 
 
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Winifried Wagner. Ein Leben für Bayreuth [Gebundene Ausgabe]

Walter Schertz-Parey
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 312 Seiten
  • Verlag: Stocker (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3702008586
  • ISBN-13: 978-3702008581
  • Größe und/oder Gewicht: 23,8 x 16,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.121.878 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Walter Schertz-Parey
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Umfassende und um Objektivität bemühte Biographie Winifred Wagners, der heftig umstrittenen Leiterin der Bayreuther Festspiele von 1931 bis 1944.
Dem Autor, Musikwissenschaftler und selbst Nachkomme Richard Wagners, ermöglichte die Auswertung bisher unzugänglicher Privatarchive einen intimen Blick hinter die Kulissen; quellengestützt kann er viele bisher offene Fragen beantworten.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist dies die zweite Biographie von Winifred Wagner, die ich gelesen habe. Im Gegensatz zur ersten, deren Autorin bereits in den einleitenden Worten ihre Abneigung gegenüber Winifred Wagner zum Ausdruck brachte, empfand ich das Buch von Walter Schertz-Parey von Anfang an wohltuend friedfertig. Natürlich liegt es an der Grundeinstellung eines jeden Lesers, aus welcher Sicht er das Lebensbild einer so herausragenden Persönlichkeit wie Winifred Wagner geschildert bekommen möchte -' menschlich nachsichtig und wohlwollend bis hin zum Geist eines Inquisitionsverfahrens. Winifred Wagners Anschauungen gründeten eben in den Realitäten ihrer Zeit; darum, '"wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie." (vgl. Joh.8,7) So war beispielsweise Winifreds Behauptung, sogenannte '"entartete Kunst'" dürfe nicht mit dem allgemeinen Kunstbegriff benannt werden, ideologisch motiviert, ähnlich der heute gängigen Auffassung, die Ausgrenzung dieser Kunst im Dritten Reich sei eine Kulturschande gewesen. Vermutlich liegt auch hier "in der Mitten holdes Bescheiden'". (Mörike)

Bedauerlich in unserer Zeit ist die Polarisierung der Biographie einer kulturgeschichtlich so bedeutenden Frau - nicht selten durch Leute, die mit der 'anderen, nicht weniger totalitären Ideologie des 20. Jahrhunderts' (auf deren überfällige historische Aufarbeitung durch Einrichtung von Spruchkammern die geschundenen Völker bis heute vergeblich warten) wenig Schwierigkeiten haben. Das Buch von Walter Schertz-Parey bietet dem Interessierten sicher wertvolle Einblicke in das Kulturgeschehen Bayreuths seit Richard Wagner.
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16 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor begleitet das Leben Winifred Wagners von der Kindheit, die sie als Vollwaise erlebt hat, über ihre Ehe mit Siegfried Wagner, ihre Zeit als Leiterin der Bayreuther Festspiele und Hitlerfreundin, über die Entnazifizierung und ihren Rücktritt von der Festspielleitung bis zu ihrem Tode.

Vier Ärgernisse machen dieses Buch aus: 1. ein Stil, der zwischen Betulichkeit ("Winifred wertet das Leuchten der Sonne, das ihr Söhnchen trifft, als huldreiches Zeichen für dessen Wohlergehen"), unfreiwilliger Komik ("Es war dies die letzte Zusammenkunft, die ich mit Hitler vor seinem Tode hatte") und Schwulst ("Winifred verstand es, geistige Ansprüche und lukullische Genüsse im gebotenen Einklang zu dosieren") pendelt, 2. die unwissenschaftliche Art, wichtige Dokumente oder Äußerungen zu zitieren, ohne die Quelle anzugeben oder im Zusammenhang mit dem Spruchkammerverfahren die Anklagepunkte in knappen sieben Zeilen abzutun, dagegen der Verteidigungsschrift nahezu fünf Seiten einzuräumen, 3. das Nichteingehen oder gar Unterschlagen von Literatur, in der Winifred Wagner eine nicht unbedeutende, durchaus kritisch zu beurteilende Rolle spielt, schließlich 4. jeden, aber auch jeden Gedanken, jede Handlung Winifreds vorbehaltlos zu notieren.

Der letzte Punkt ist es vor allem, der dieses Buch zu einem mehr als fragwürdigen Produkt macht. Nicht die Aufzählung ihrer Verdienste oder die von Anbetung geprägte Darstellung der zweifellos imponierenden Person Winifred verstört, sondern die einseitige, affirmative Blickweise, die keine kritischen Fragen hinsichlich ihres Handelns und Denkens aufkommen läßt.. Mag W. in Hitler nur den "Freund" gesehen haben, so muß der heutige Betrachter doch mit Beklemmung fragen, wer dieser Freund war. Diese Beklemmung läßt der Autor erst gar nicht aufkommen. Daher kann er auf Winifred Wagners Statement, es sei wohl ihre "englische Fähigkeit, in gewissen Dingen völlig neutral sein zu können" (S. 108), gar nicht anders reagieren, als in ihm ein "offenes Selbstzeugnis, das ihrer immer gezeigten Souveränität entspricht", zu sehen... So bescheinigt er ihr, sie sei "für jede geistige Auseinandersetzung offen" (S. 216) und zitiert, ohne den Widerspruch zu bemerken, ihre törichten Auslassungen zu den Inszenierungen von Götz Friedrich und Patrice Chéreau. Und wie stand es um ihre Souveränität, wenn sie, die sich doch mit der Kunst ihrer Zeit auseinander zusetzen hatte, anläßlich der Münchner Ausstellung "Entartete Kunst" (1937) nicht die Vernichtung von Kunst anprangerte, sondern zu dem einzigen Schluß kam, daß "eine entartete Leistung überhaupt nicht mehr als Kunst einzustufen" sei? (S.127) Wenn schon Winifred Wagner nicht Einspruch gegen eine staatlich inszenierte Kulturschande erhebt, so müßte doch zumindest der Chronist ob solcher an der Sache vorbeigehenden Wortklauberei so etwas wie - gelinde gesagt - Verwunderung spüren lassen. Im übrigen gilt, was die Auseinandersetzung mit Winifred Wagner betrifft, das, was Nike Wagner im Kapitel "Winifred feiern?" in ihrem 1998 erschienen Buch "Wagner Theater" notiert hat.

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