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Winifred Wagner: oder Hitlers Bayreuth
 
 
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Winifred Wagner: oder Hitlers Bayreuth [Taschenbuch]

Brigitte Hamann
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Für ihr Buch über Hitlers Wien ist Brigitte Hamann in den höchsten Tönen gelobt worden. Die frühen Jahre des späteren Diktators als gescheiterter Kunststudent waren bis dahin von niemandem einer derart akribisch recherchierten Untersuchung unterzogen worden. Akribisch recherchiert hat Hamann auch diesmal, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Wenngleich manche Mitglieder der untereinander verfeindeten Zweige der Familie Wagner die Autorin bei ihrer Arbeit unterstützten -- der Zugang zu dem von Amélie Hohmann verwalteten Nachlass Siegfried Wagners und dessen Frau und früher Witwe Winifred blieb ihr verwehrt.

Dies mag die Autorin schmerzen, dem Buch ist daraus aber kein spürbarer Mangel erwachsen. Auch diese Arbeit hat höchstes Lob verdient. Herausgekommen ist nicht nur eine brillante Biografie der Hitler-Freundin und Schwiegertochter Richard Wagners. Hier handelt es sich zugleich um einen überaus scharfsichtigen Beitrag zur deutschen Kultur- und Zeitgeschichte, der manchen bislang dunklen Winkel in der Villa Wahnfried taghell ausleuchtet.

Am Anfang steht die von Siegfrieds Mutter Cosima eingefädelte Hochzeit der jungen Wagner-Enthusiastin Winifred Marjorie Williams mit dem einzigen Sohn des von ihr über alle Maßen verehrten Komponisten Richard Wagner. Siegfried ist zwar immerhin 28 Jahre älter als die Braut -- und neigt in seiner eigentlichen sexuellen Orientierung dem eigenen Geschlecht zu, kommt aber dank seiner jungen Frau doch noch zu drei Söhnen und einer Tochter: Wieland, Friedelin, Wolfgang und Verena. Trotz des Kindersegens freilich ist die Ehe alles andere als glücklich. Von ihrer Schwiegermutter bevormundet und von ihrem Mann, der sich ohnehin die meiste Zeit auf Konzertreisen befindet, nicht wirklich geliebt, fühlt sich Winifred einsam und verlassen. Mit diesen Umständen bringt Brigitte Hamann die begeisterte Hinwendung der späteren Festspiel-Chefin zu Adolf Hitler in Zusammenhang.

Glänzend zeigt Hamann die bizarren Brüche in der Person Winifreds, die auf der einen Seite für die nationalsozialistische Ideologie ihres Führers entflammt, sich auf der anderen Seite aber vehement persönlich für Juden und andere von den Nazis Verfolgte einsetzt. In völliger Verkennung der tatsächlichen Schuld ihres Freundes "Wolf", über den sie mutmaßt, dass er von seinem Leibarzt systematisch um den Verstand gebracht wurde, erklimmt sie in dem legendären Film-Interview mit Hans-Jürgen Syberberg 1975 dann den Gipfel einer irrwitzigen Verblendung und verbleibt dort bis zu ihrem Tod im März 1980. Winifreds beständigen Aufstieg zu diesem Gipfel schildert Brigitte Hamann in diesem Buch, vor dessen Hintergrund auch das Syberberg-Interview in neuem Licht erscheint. --Andreas Vierecke -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Perlentaucher.de


Buchnotiz zu : Die Zeit, 23.05.2002
Der Historikerin Brigitte Hamann ist es gelungen, so Claus Spahn, mit dem Blick auf das Leben von Winifred und der Wagner-Familie Hitlers Aufstieg in Deutschland aus einer Art Innenperspektive zu schildern. Und dies, obwohl ihr der Nachlass von Winifred und Siegfried Wagner, die gesamte Korrespondenz , vor allem diejenige mit Adolf Hitler, nicht zugänglich gewesen sei, da Winifred noch zu Lebzeiten diesen ihrer Enkelin Amelie Hohmann übergab, um - vor allen Dingen nach dem Syberberg-Film von 1975 - nationalsozialistisches Belastungsmaterial beiseite zu räumen. Anhand von privaten Quellen, wie unter anderem Winifreds Briefe an ihre Freundinnen, hat die Autorin versucht, das Leben und das künstlerisch-gesellschaftliche Panorama in Bayreuth während der NS-Zeit zu zeichnen, mit bizarren Details, so der Rezensent. Aber Brigitte Hamann habe auch den Hilfegesuchen und Bittbriefen Rechnung getragen, die Winifred Wagner an Adolf Hitler zugunsten von jüdischen Personen und Homosexuellen richtete, anfangs oft mit Erfolg. Dies sei allerdings nicht als Aufbegehren gegen die Partei zu verstehen gewesen, eher als Korrekturarbeit an der nationalsozialistischen Praxis, berichtet Spahn. Kritisch wird aufgezeigt, so Spahn, dass nicht nur Winifred heillos in den Nationalsozialismus verstrickt gewesen sei, sondern der gesamte Wagner-Clan. Wieland Wagner erscheine in der Biografie als "ein verhätschelter, ewig eifersüchtiger, Hitler höriger Erbe". Nach dem Krieg hat man dann erfolgreich versucht, allein Winifred als Repräsentantin des braunen Bayreuth darzustellen, schreibt Spahn.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

»Ihr wahrscheinlich interessantestes Buch. Die ideologische Anziehung zwischen Bayreuth und dem jungen Hitler hat sie überzeugend eingefangen.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurzbeschreibung


Hitler und der Wagner-Clan
Als Hitler 1923 zu Wagners Grab pilgert, beginnt zwischen ihm und Winifred, der Ehefrau von Richard Wagners einzigem Sohn Siegfried, eine lebenslange Freundschaft, die die ganze Familie Wagner einschließt. Ab 1933 wird Bayreuth in der Festspielzeit zum Mittelpunkt europäischer Politik. Winifred nützt die Macht, die sie durch Hitler erhält, setzt sich aber auch für Verfolgte ein. Ein Buch voller Zündstoff, das auch eine ungewohnte Sicht auf den Privatmann Hitler ermöglicht. 1915 zieht die 18jährige Winifred Williams als Ehefrau von Richard Wagners einzigem Sohn Siegfried in Bayreuth ein. Die Villa Wahnfried ist damals ein Zentrum der "deutschen" Kunst, der Nationalen und Antisemiten, die sich um Winifreds Schwager, den Rassentheoretiker Chamberlain, scharen. 1923 pilgert Hitler zu Wagners Grab. Es beginnt eine lebenslange Freundschaft zwischen "Winnie" und "Wolf", die die ganze Familie Wagner einschließt. Winifred nützt die Macht, die sie durch Hitler erhält, setzt sich aber auch für Verfolgte ein. Zwei ihrer Kinder gehen politisch unterschiedliche Wege: Friedelind emigriert, Wieland bleibt Hitler treu. Winifred verehrt "Wolf" bis zu ihrem Tod 1980.
Aus vielen neuen Quellen ist ein Buch voller Zündstoff entstanden, das auch eine ungewohnte Sicht auf den Privatmann Hitler ermöglicht. Erstmals wird in dieser Schärfe die Verquickung zwischen ihm und den Wagners offengelegt.

Über den Autor

Brigitte Hamann, Dr.phil., geboren in Essen, studierte Geschichte und Germanistik in Münster und Wien. Als Historikerin lebt sie in Wien. Sie hat zahlreiche Bücher vor allem zur österreichischen Geschichte veröffentlicht. Besonders erfolgreich waren »Rudolf. Kronprinz und Rebell«, »Elisabeth. Kaiserin wider Willen« und »Bertha von Suttner«. Ihre Bücher »Hitlers Wien« und zuletzt »Winifred Wagner oder Hitlers Bayreuth« (2002) wurden zu Bestsellern und von Presse und Fachwelt viel beachtet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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