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Für seine Bühnenpremiere während des Internationalen Filmfestivals in Flandern verfuhr Hans Zimmer nach dem Motto Klasse und Masse. Konkret: Als Begleiter wurden erstklassige Instrumentalisten engagiert wie der Gitarrist Pete Haycock (Climax Blues Band, Electric Light Orchestra), Perkussionist Luis Jardim (Eric Clapton, Rolling Stones), Schlagzeuger Ralph Salmins (Björk, Van Morrison) sowie seine bewährten Mitstreiter Heitor Pereira (Gitarre) und Lisa Gerrard (Gesang). Dazu vier Chöre plus das (allerdings wenig eindrucksvoll agierende) VRO Flemish Radio Orchestra. Der Meister selbst agiert eher im Hintergrund. Er ist nur zweimal kurz am Piano hören, überlässt das Dirigieren Dirk Brossé sowie die Leitung der Band dem Keyboarder Gavin Greenaway, und beschränkt sich ansonsten auf die Koordination des Großunternehmens.
Ein Leichtes war das Ganze nicht, zumal es diverse Gegenargumente gab. Einerseits entstehen die Scores des Perfektionisten Zimmer in hundertfacher Überarbeitung im Studio und sind meist von viel Computer-Technologie geprägt; andererseits erweisen sich seine bislang 41 Scores als äußerst vielfältig sowie komplex und die jeweilige Filmmusik lässt sich nur schwerlich auf ein repräsentatives Stück reduzieren. Deshalb ist die Titelauswahl während der fast 72 Minuten auch nicht ganz gelungen. Neben zwei Stücken des Kassenknüllers Gladiator werden Auszüge aus Driving Miss Daisy, Mission: Impossible 2, Rain Man, Thelma & Louise und The Lion King geboten. Auf The Thin Red Line beziehungsweise Nine Months hätte aber sicher nicht nur der Fan des einstigen Buggles-Mitgliedes (Hit: "Video Killed The Radio Star") zugunsten The Prince Of Egypt sowie The Preacher's Wife gerne verzichtet! All das gibt es in mittelmäßiger Soundqualität, wobei die Lieder wie Rohversionen der bekannten Kompositionen klingen!
Angesichts des keinesfalls berauschenden, aber auch nicht schlechten Endresultates empfiehlt sich der Griff zu den Studio-Einspielungen und für Hans Zimmer der Ratschlag, vor der Wiederholung eines Live-Ausfluges noch mal seine Einstellung zu überdenken. Diese umriss er mit folgenden Worten: "Ich spiele nicht vor Publikum. Ich habe mich für das Vertonen von Filmen entschlossen, weil ich mich sozusagen hinter den Bildern verstecken kann. Sie wissen schon: Musik, die gesehen, aber nicht gehört werden soll!" --Thomas Hammerl
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Highlight ist direkt das erste Lied "Now We Are Free" vom Gladiator Soundtrack. Wo aber bitte sind die Stücke aus solchen Blockbustern wie z. B. "The Rock", "Black Rain", "Backdraft", "Pearl Harbour" und "Hannibal". Stattdessen wurden mäßige Songs von gefloppten Filmen, wie "Nine Months" und "True Romance" veröffentlicht.
Vielleicht wurden die fehlenden Titel nur für eine 2 "Best Of" CD aufgespart, ansonsten kann ich die Titel-Auswahl nicht nachvollziehen.
Fazit:
Aufgrund der beschriebenen Mängel, eine allenfalls durchschnittliche Performance.
Neben altbewährten Session-Musikern, die u.a. schon bei Eric Clapton, den Rolling Stones, Bjoerk oder dem Electric Light Orchestra aushalfen wirken vier! Chöre sowie das Flämische Radio Orchester mit. Und damit sind wir wieder bei der Frage nach dem Sinn von Live-Einspielungen. Denn die Werke von Zimmer sind so komplex und wurden im Studio von dem Meister der Perfektion selbst oft mit Computer nach bearbeitet, so dass an eine adäquate Umsetzung kaum zu denken war.
So ist auch diese Einspielung seltsam uninspiriert geworden und klingen eher wie Blaupausen seiner großen Werke. Kritisieren könnte man neben der mangelhaften Umsetzung auch die Songauswahl, denn hochkarätige Scores wie "The Prince Of Egypt" oder "The Preachers Wife" vermisst man trotz allem schmerzlich. So ist dieses Album nicht einmal eine Live-Best Of geworden, sondern liefert nur einen Querschnitt seiner bisherigen Arbeit. Wahrscheinlich kamen Zimmer nach Anhören dieser Aufnahmen wieder dutzende Einfälle, wie man das Ergebnis im nachhinein verbessern könnte. Hätte er doch lieber ein normales Best Of-Album veröffentlicht.
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