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Winesburg, Ohio
 
 

Winesburg, Ohio [Kindle Edition]

Sherwood Anderson , Eike Schönfeld , Daniel Kehlmann
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ansteckend an diesem Buch ist der existentielle Ernst der Figuren, ihre Wut, ihr Pochen darauf, unter vielen speziell zu sein.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 01.01.2012 )

»Soviel Hass, soviel Verkorkstheit, soviel Ausweglosigkeit – und doch ist es ein Buch der Liebe, der Zuneigung. Weil es für diesen Autor nichts Unwichtiges gibt und das Kleine ganz ohne Kitsch Größe hat, wimmelt es nur so von Nebenerzählungen, kleinen Genreszenen, die oft etwas von Breughels Winterbildern haben. Eine lesenswerte Neuübersetzung.« (DIE WELT, 07.01.2012 )

»Es gibt kaum ein Buch der amerikanischen Literatur, das den amerikanischen pursuit of happiness so vollkommen und zauberhaft zum Schwingen bringen würde wie Sherwood Andersons "Winesburg, Ohio".« (Welt kompakt, 18.01.2012 )

Kurzbeschreibung

Klassiker der US-Moderne

Mit «Winesburg, Ohio» revolutionierte Sherwood Anderson die moderne amerikanische Short Story. Lakonischer war das Leben seiner Landsleute nie erzählt worden. In der vorliegenden Neuübersetzung, der ersten seit über 50 Jahren, lässt sich dieser wegweisende US-Klassiker nun endlich wiederentdecken.


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 562 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 305 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 371752268X
  • Verlag: Manesse Verlag (6. Februar 2012)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0073XTH60
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #55.736 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Winesburg, Ohio ist ein karges Buch. Karg in der Sprache und karg geht der Autor auch mit den Empfindungen seiner Charaktere um. Doch bei aller Sparsamkeit die Erlebnisse seiner Protagonisten zu beschreiben können wir ihre Befindlichkeiten sehr genau nachvollziehen.
Deswegen möchte ich auch gleich zu Anfang meinen Lieblingssatz aus dem Buch zitieren, der meines Erachtens nach stellvertretend für alle Personen in diesem Buch steht:

"Louise ließ sich nicht glücklich machen."

So einfach und doch so inhaltsschwer.

In allen erzählten Geschichten treffen wir Menschen auf der Suche nach "unbennbaren Begierden" getrieben von "vagen Sehnsüchten" und über allem liegt eine schier undurchdringliche Melancholie.
Es handelt sich weder um einen Roman noch um Kurzgeschichten und Schnittstelle und immer wiederkehrende Figur ist der junge Zeitungsreporter George Willard.
Es sind einzelne Episoden (in denen nicht viel passiert) mit verzweifelten, einsamen und letztendlich "nur" nach Liebe suchenden Menschen die dieses Buch ausmachen.
Sei es die Mutter die sich durch die Selbstgespräche ihres Sohnes mit ihm verbunden fühlt, obwohl sie sonst nur aneinander vorbeireden.
Sei es der enttäuschte Mann der "das Leben mit der Hingabe eines Dichters hasst".
Der junge Mann der die Farm seines Onkels übernimmt und mit unbeugsamer Härte und Leidenschaft die besten Erträge erzielt.
Ein Vater ohne Bücher aufgewachsen, spornt seine Töchter an mehr zu lesen und treibt sie damit in die Verweigerung.

Sherwood Anderson (1876-1941) widmet das Buch seiner Mutter:

"Dem Andenken meiner Mutter, Emma Smith Anderson, die als scharfe Beobachterin des Lebens um sie herum in mir erstmals das Verlangen weckte, hinter die Fassade der Existenzen zu schauen, ist dieses Buch gewidmet."

...und das hat er bestenes umgesetzt
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Abenteuer des Lebens 4. März 2012
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Dem "Abenteuer des Lebens", dem sich George Willard aussetzen will, um dessentwillen er die Kleinstadt Winesburg, Ohio verlässt, sah sich der junge Reporter des Lokalblättchens bereits vorher ausgesetzt. Denn alle Geschehnisse in diesem Nest, auch die, die er selbst erlebt hatte, waren "Abenteuer des Lebens". Ihnen sahen sich auch die etwas skurrilen Menschen, die in dieser Kleinstadt leben, in der jeder jeden kennt, ausgesetzt. Aber das wird George Willard wohl erst später feststellen.

Sie alle sind irgendwie gescheitert, ihnen war das Leben nicht gut. Es sind gebrochene, nicht ganz eindeutige Charaktere. Traurige Gestalten könnte man auch sagen - mit ebenso traurigen Schicksalen. Wie auch George Willard, der in allen der mehr als zwanzig Geschichten dieses wunderbaren Buches auftritt und so die Klammer bildet, die diese Erzählungen zu einem Roman werden lassen, indem er zuhört und aufschreibt und manchmal selbst Hauptfigur in der einen oder anderen Geschichte ist. George Willard, mit der Berufung zum Schriftsteller, "sieht sich selbst als einzelnes, vom Wind durch die Straßen seiner Stadt gewehtes Blatt".

Von diesen Straßen und von den Menschen in diesem Mikrokosmos Kleinstadt erzählen die Geschichten des Sherwood Anderson. Da ist von dem voyeristischen Reverend Curtis Hartmann die Rede, der auf die Kraft Gottes vertraut - und auf eigenartige Weise erlöst wird. Die etwas ältliche Lehrerin Kate Swift, in die sich der Reverend verliebt hatte, muss ihre Leidenschaft für einen anderen verbergen - bis es nicht mehr geht und sie einen Ausbruchversuch wagt. Doktor Parcival ist ein Trinker und Raufbold und als solcher ein Philosoph. Er erzählt George Willard seine Geschichte, wie es alle anderen auch tun: junge Männer und enttäuschte Ehefrauen, Verliebte und Träumer. So auch Alice Hindmann, die jahrelang auf die Rückkehr ihrer Jugendliebe wartet, um eines Nachts alle Konventionen über Bord zu werfen und... Und so geht es eben auch immer um Liebe und Verlangen und um Sehnsüchte, um Erfüllung und Enttäuschung.

Was sonst gibt es für sie auch in diesem gottberlassenen Nest zu tun? Sicher machen sich erste Anzeichen einer kommenden Industrialisierung bemerkbar. Noch aber muss man sich bescheiden. Zwar gibt es Winneys Stoffgeschäft, das kleine Speiselokal von Bill Carter, es gibt die Zeitung und die Kirche, das Hotel von Helen White, das kaum einer bucht, und die Praxis des versoffenen Doktor Parcival. Ansonste: Tiefste langweilige Provinz.

Manchem also bleibt nur das Trinken - wie Tom Forster. Aber: "Trinken ist nicht das Einzige, dem ich verfallen bin." Da ist nämlich noch was. Ich bin ein Liebender und hab das, was ich lieben kann nicht gefunden, ein herber Schlag ins Kontor, wenn man einmal bereit ist, sich das bewusst zu machen."

Dies alles also spielt sich in der fiktiven Winesburg, Ohio ab, auf der Mainstreet und in der Nähe des Bahnhofs, von dem George Willard abreisen wird - "... und als er sich irgendwann aufsetzte und wieder aus dem Zugfenster sah, war das Städtchen Winesburg verschwunden und sein Leben dort nur mehr ein Hintergrund, auf den die Träume seines Mannesalters gemalt werden sollten".

Mit Winesburg, Ohio, mit diesem verschlafenen Nest im Mittleren Westen zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat Sherwood Anderson einen Topos erfunden, der auf der literarischen Weltkarte seinen festen Platz hat - und im kollektiven Gedächtnis seiner Leser bleiben wird. Die Charakteristik der oft grotesken Figuren, die man dennoch oder gerade deshalb lieb gewinnt, gerät ihm zu brillanten Psychogrammen. Faszinierend auch der Duktus, in dem Anderson erzählt. Es ist eine fast minimalistische Prosa von eindringlicher Schlichtheit. Eike Schönfeldt hat wunderbar einfühlsam übersetzt und David Kehlmann eiin sehr informatives Nachwort geschrieben.

Sherwood Anderson (1876-1941) ist in einer Kleinstadt im Staate Ohio aufgewachsen, später hat er in Chicago gelebt und gearbeitet - als Farbenfabrikant und in der Werbung, bis er sich als Schriftsteller etablierte. Er wusste also, wovon er schrieb. Und so ist ihm mit diesen Kleinstadterzählungen aus Winesburg, Ohio, neben anderen. ein großartiges Buch gelungen. Heute würde man sagen, er war auf seine Weise stilbildend. Sein Einfluss auf spätere Autoren wir Fitzgerald, Steinbeck, Hemingway und Faulkner ist evident.

"Das Buch vom Grotesken" ist die erste und einleitende Erzählung überschrieben. In ihr ist von einem Schriftsteller als altem Mann die Rede, der sich rückerinnert. "Nicht alle waren schrecklich. Einige Gestalten waren lustig, einige beinahe schön' Eine Stunde lang zog die groteske Prozession vor den Augen des Alten vorüber, und dann stieg er, obwohl es ihm Schmerzen bereitete, aus dem Bett hinunter und fing an zu schreiben."

Der Alte ist natürlich George Willard, der Lokalreporter aus Winesburg, Ohio - und er ist sicher auch Sherwood Anderson, der das alles aufgeschrieben hat.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Sherwood Anderson muss ein ausgezeichneter Beobachter gewesen sein. In einer Vielzahl von Studien von Personen aus einer amerikanischen Kleinstadt, beweist der Autor dies selbst auf beeindruckende Weise.

Es ist die enorme Spannung zwischen einfacher, beinah geiziger Sprache und genauester Beschreibung die Anderson auch nach Jahrzehnten noch so anziehend macht.

Ein weiteres Spannungsfeld wird beim Lesen sichtbar. Sherwood Anderson stellt das Leben in der Kleinstadt dem der großen weiten Welt gegenüber. Er geht dabei sehr intensiv auf Gefühle und Sichtweisen der Menschen in ihrer Vielfalt ein.

Weil Anderson immer wieder neue Menschen in den Focus seiner Ansichten stellt, hat der Autor den Zeitungsredakteur Willard als verbindendes Element erfunden, vielleicht auch, weil man sich in Willard so gut wiedertrifft.

Es ist ein stilles und leises Buch, jedoch zugleich auch ein wunderschönes Stückchen unvergänglicher Literatur!
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