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Die Bewohner sind verschrobene, oft bereits gescheiterte Gestalten, die darum ringen, ihrer Einsamkeit zu entkommen und ihre Sprachlosigkeit zu überwinden. Da ist etwa der frühere Lehrer Wing Biddlebaum, der krampfhaft darum bemüht ist, seine Hände zu verbergen. Oder Reverend Hartman, der daran verzweifelt, dass er sich in die Lehrerin Kate Swift verliebt hat; während diese ihre Leidenschaft hinter einem gestrengen Äußeren verbirgt, bis sie, wie so viele Winesburger, einen nächtlichen Ausbruchsversuch unternimmt. Er endet kaum anders als für die jahrelang vergeblich auf die Rückkehr ihrer Jugendliebe wartende Alice Hindman: Eines Nachts schüttelt auch sie alle Konventionen ab, nur um einen enttäuschenden Schock zu erleiden.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer "der schönsten Erzählbände der modernen Literatur" (Amos Oz),
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Winesburg, Ohio (Gebundene Ausgabe)
Dieser im Jahr 1919 zum ersten Mal erschienene "romanartiger Reigen aus Erzählungen" über die verschiedensten Menschen einer fiktiven Kleinstadt in den USA, Winesburg, Ohio gilt als eines der wichtigsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts und hat viele Schriftsteller beeinflusst, darunter William Faulkner, John Steinbeck, Ernest Hemingway und J.D. Salinger mit seinem "Fänger im Roggen".In diesem Frühjahr kann der geneigte Leser zwischen zwei Neuausgaben wählen. Der Manesse Verlag legt eine Fassung in der Übersetzung von Eike Schönfeld und einem Nachwort des Schriftstellers Daniel Kehlmann vor. Schöffling & Co. hat hingegen für seine Ausgabe den jungen, 1965 geborenen und mit zahlreichen Auszeichnungen prämierten Autor und Übersetzer Mirko Bonné für eine Neuübersetzung gewonnen und ihm sehr viel Raum gegeben für einen zwanzigseitigen literaturgeschichtlichen Essay, nach dessen Lektüre man dieses Buch erst richtig wertschätzen lernt, ein Buch, das der israelische Schriftsteller Amos Oz als einen "der schönsten Erzählbände der modernen Literatur" bezeichnet hat. Sherwood Andersons nüchterner Stil beschreibt mit wenigen Worten ganz komplexe Seelenzustände von Menschen, ihre existentielle Einsamkeit und ihre vollständige Unfähigkeit, miteinander in irgendeiner Weise wirklich zu kommunizieren. Bei der Lektüre wähnt man sich nicht im Jahr 1919, sondern eher ein Jahrhundert später, so aktuell lesen sich seine Texte im Jahr 2012. Ich denke, auch deshalb haben zwei Verlage gleichzeitig sich zu einer Neuausgabe entschlossen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Starke Atmosphäre, poetische Übersetzung,
Von
Rezension bezieht sich auf: Winesburg, Ohio (Gebundene Ausgabe)
Der amerikanische Autor Sherwood Anderson ist für sein Winesburg, Ohio berühmt geworden. Den Erzählungen des Bandes ist eine Art Prolog vorangestellt, ein Erzählrahmen, in dem ein älterer Schriftsteller eine Prozession merkwürdiger Leute vor seinem inneren Auge vorbeiziehen lässt - sie alle haben sich von der Vielfalt möglicher Wahrheiten, die seiner Ansicht nach die Welt ausmacht, einen Aspekt herausgepickt, an dem sie sich festhalten und über den sie sich definieren. Alle Bewohner des fiktiven Ortes Winesburg, Ohio glauben an je eine solche Wahrheit und lassen sich davon zu mehr oder minder extremen Handlungsweisen antreiben. Bei manchen ist das der Glaube, bei anderen beruflicher Ehrgeiz, wieder bei anderen die Sehnsucht nach der wahren Liebe - bei allen entwickelt sich das eine, allzu dominante seelische Element zu einer Neurose aus, die Menschen geraten aus dem Gleichgewicht oder versuchen vergeblich aus den Zwängen ihres Alltags auszubrechen. Teils als Projektionsfigur, teils als neutraler Beobachter verbindet all diese Menschen George Willard, der junge Zeitungsreporter des Städtchens, dem am Schluss von dort der Sprung in die Welt gelingt - mit offenem Ausgang. Ein Buch mit starker Atmosphäre, in Mirko Bonnés dichter, poetischer Übersetzung besonders lesenswert, sein ausführliches, informatives Nachwort und der historische Bildteil runden die Ausgabe ab.
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