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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Über allem liegt eine schier undurchdringliche Melancholie,
Rezension bezieht sich auf: Winesburg, Ohio (Gebundene Ausgabe)
Winesburg, Ohio ist ein karges Buch. Karg in der Sprache und karg geht der Autor auch mit den Empfindungen seiner Charaktere um. Doch bei aller Sparsamkeit die Erlebnisse seiner Protagonisten zu beschreiben können wir ihre Befindlichkeiten sehr genau nachvollziehen.Deswegen möchte ich auch gleich zu Anfang meinen Lieblingssatz aus dem Buch zitieren, der meines Erachtens nach stellvertretend für alle Personen in diesem Buch steht: "Louise ließ sich nicht glücklich machen." So einfach und doch so inhaltsschwer. In allen erzählten Geschichten treffen wir Menschen auf der Suche nach "unbennbaren Begierden" getrieben von "vagen Sehnsüchten" und über allem liegt eine schier undurchdringliche Melancholie. Es handelt sich weder um einen Roman noch um Kurzgeschichten und Schnittstelle und immer wiederkehrende Figur ist der junge Zeitungsreporter George Willard. Es sind einzelne Episoden (in denen nicht viel passiert) mit verzweifelten, einsamen und letztendlich "nur" nach Liebe suchenden Menschen die dieses Buch ausmachen. Sei es die Mutter die sich durch die Selbstgespräche ihres Sohnes mit ihm verbunden fühlt, obwohl sie sonst nur aneinander vorbeireden. Sei es der enttäuschte Mann der "das Leben mit der Hingabe eines Dichters hasst". Der junge Mann der die Farm seines Onkels übernimmt und mit unbeugsamer Härte und Leidenschaft die besten Erträge erzielt. Ein Vater ohne Bücher aufgewachsen, spornt seine Töchter an mehr zu lesen und treibt sie damit in die Verweigerung. Sherwood Anderson (1876-1941) widmet das Buch seiner Mutter: "Dem Andenken meiner Mutter, Emma Smith Anderson, die als scharfe Beobachterin des Lebens um sie herum in mir erstmals das Verlangen weckte, hinter die Fassade der Existenzen zu schauen, ist dieses Buch gewidmet." ...und das hat er bestenes umgesetzt Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
unvergängliches Stück Literatur,
Von Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Winesburg, Ohio (Gebundene Ausgabe)
Sherwood Anderson muss ein ausgezeichneter Beobachter gewesen sein. In einer Vielzahl von Studien von Personen aus einer amerikanischen Kleinstadt, beweist der Autor dies selbst auf beeindruckende Weise.Es ist die enorme Spannung zwischen einfacher, beinah geiziger Sprache und genauester Beschreibung die Anderson auch nach Jahrzehnten noch so anziehend macht. Ein weiteres Spannungsfeld wird beim Lesen sichtbar. Sherwood Anderson stellt das Leben in der Kleinstadt dem der großen weiten Welt gegenüber. Er geht dabei sehr intensiv auf Gefühle und Sichtweisen der Menschen in ihrer Vielfalt ein. Weil Anderson immer wieder neue Menschen in den Focus seiner Ansichten stellt, hat der Autor den Zeitungsredakteur Willard als verbindendes Element erfunden, vielleicht auch, weil man sich in Willard so gut wiedertrifft. Es ist ein stilles und leises Buch, jedoch zugleich auch ein wunderschönes Stückchen unvergänglicher Literatur! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einer "der schönsten Erzählbände der modernen Literatur" (Amos Oz),
Von Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 10 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Winesburg, Ohio (Gebundene Ausgabe)
Dieser im Jahr 1919 zum ersten Mal erschienene "romanartige Reigen aus Erzählungen" über die verschiedensten Menschen einer fiktiven Kleinstadt in den USA, Winesburg, Ohio gilt als eines der wichtigsten Werke der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts und hat viele Schriftsteller beeinflusst, darunter William Faulkner, John Steinbeck, Ernest Hemingway und J.D. Salinger mit seinem "Fänger im Roggen".In diesem Frühjahr kann der geneigte Leser zwischen zwei Neuausgaben wählen. Schöffling & Co. für seine Ausgabe den jungen, 1965 geborenen und mit zahlreichen Auszeichnungen prämierten Autor und Übersetzer Mirko Bonné für eine Neuübersetzung gewonnen und ihm sehr viel Raum gegeben für einen zwanzigseitigen literaturgeschichtlichen Essay. Der Manesse Verlag legt eine Fassung in der Übersetzung von Eike Schönfeld und einem Nachwort des Schriftstellers Daniel Kehlmann vor, nach dessen Lektüre man dieses Buch erst richtig wertschätzen lernt, ein Buch, das der israelische Schriftsteller Amos Oz als einen "der schönsten Erzählbände der modernen Literatur" bezeichnet hat. Sherwood Andersons nüchterner Stil beschreibt mit wenigen Worten ganz komplexe Seelenzustände von Menschen, ihre existentielle Einsamkeit und ihre vollständige Unfähigkeit, miteinander in irgendeiner Weise wirklich zu kommunizieren. Bei der Lektüre wähnt man sich nicht im Jahr 1919, sondern eher ein Jahrhundert später, so aktuell lesen sich seine Texte im Jahr 2012. Ich denke, auch deshalb haben zwei Verlage gleichzeitig sich zu einer Neuausgabe entschlossen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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