Das Matt Skinner gut mit Jamie Oliver befreundet ist (er war sein Sommelier im Rest. "Fifteen") merkt man spätestens dann, wenn man sich Mr. Skinner selber und die Aufmachung seines Buches anschaut. Der Typ ist jung und lässig und das Buch ist (optisch wie sprachlich) sehr auf den Geschmack der jüngeren Generation - die eben auch gerne nach den Rezepten des Meisters kocht - zugeschnitten. Die Texte sind kurz und unprätentiös und es gibt sehr viele wirklich schöne Fotos, die den Wein, die Landschaft in der er wächst und die Leute, die mit ihm zu tun haben abbilden.
Unabhängig davon, dass man sich dieses Buch gut anschauen kann, hat es mir aber auch inhaltlich gut gefallen. Auf den rd. 180 Seiten werden wirklich alle Bereiche rund um das Thema "Wein" behandelt. So gibt es Informationen über die unterschiedlichen Trauben, das Klima, welches dem Wein erst seine Güte gibt, den Boden, der nicht minder entscheidend ist sowie einen kurzen Blick in die Geschichte. Ein kleines Wein-Seminar macht einen mit den Grundzügen einer Weinprobe vertraut (Aussehen, Farbe, Geruch, Geschmack, Mundgefühl, Körper des Weines) und das in einer angenehmen Sprache, die nie oberlehrerhaft ist sondern in der Tat Lust auf dieses tolle Getränk macht! Das ist eindeutig ein Verdienst von Matt Skinner und seiner Art über Wein zu schreiben. Andere Autoren verschrecken den geneigten Laien gerne mit seitenlangen Monologen, die einem nur das Gefühl geben, bei einer geheimen Wissenschaft außen vor zu sein. Frustrierend...
Auf die einzelnen Trauben, rot wie weiß, wird dann auch kompakt eingegangen. So erfährt man über bspw. Chardonnay, Pinot Grigio, Cabernet Sauvignon und Merlot Details über "Stil", "Geschmack" und "Sonst.". Alles sehr übersichtlich und einprägsam. Erfreulich auch das (kurze) Kapitel zum ökologischen Anbau des Weines sowie zum Thema "Fairtrade".
Fazit: Ein wirklich gelungenes Buch für den Wein-Einsteiger, der sich mit dem Thema "Wein" befassen möchte. Es gibt mit Sicherheit tiefergehende Einführungen doch für den Anfang reicht das hier vermittelte Wissen dicke! Zudem ist es auch noch schön bebildert und läd zum Durchblättern geradezu ein. Diejenigen, die jedes Jahr ihren "Johnson" kaufen und den "Priewe" schon x-mal durchgearbeitet haben, werden mit dem Buch wenig anfangen können - sie sind aber auch nicht die Zielgruppe und vielleicht schenken sie dieses Werk ja ihren Kindern und Enkeln. In diesem Sinne "Prost"