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Windows on the world: Roman [Taschenbuch]

Frédéric Beigbeder
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 352 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (1. September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548262414
  • ISBN-13: 978-3548262413
  • Originaltitel: Windows on the World
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 11,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 229.895 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Frédéric Beigbeder
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Noch vor dem Lesen wirft der neue Roman von Frankreichs Enfant terrible Frédéric Beigbeder Fragen auf. Kann man einem so schrecklichen Ereignis wie dem Terroranschlag auf das World Trade Center vom 11. September 2001 literarisch überhaupt nahe kommen? Kann man dies, indem man das Schicksal vieler hunderter Toter anhand eines Einzelfalls erzählt? Und: Kann dies ein Autor aus der Werbebranche tun, der mit einem Skandalroman wie 39,90 berühmt wurde und in zahlreichen Selbstinszenierungen von sich behauptet, wegen des Geldes und des Ruhms zu schreiben?

Die letzte Frage darf man getrost als zu moralisierend verwerfen, die ersten beiden aber nicht. Denn eben dies tut Beigbeder: Er spürt dem Grauen anhand des Immobilienmaklers Carthew Yorston nach, der am 11. September 2001 um 08.30 Uhr mit seinen beiden Söhnen im Luxusrestaurant Windows of the World des World Trade Centers sitzt, bevor und während die beiden Passagierflugzeuge in die Zwillingstürme rasen. Yorstons Gedanken angesichts der Feuerhölle ziehen an uns Lesern vorbei. "An diesem Morgen waren wir der Gipfel der Welt", steht da an einer zwar pathetischen, aber eher harmlosen Stelle zu lesen, "und ich war der Gipfel des Universums." Oder, an anderer Stelle, im Augenblick der Tragödie, um 10:15 Uhr: "Warte, erst fiste ich deine triefende Fotze bis zu meinem Unterarm", sagt der Dunkelhaarige in Kenneth Cole."

Was in gesellschaftskritischen Satiren über die pornografischen Seiten unserer Konsumwelt etwa bei Houellebecq oder Elfriede Jelinek schlimmstenfalls peinlich wirkt, bekommt im Angesicht des Infernos, versehen mit allerlei kruder Weisheit ("Der Tod ist besser als Viagra") einen kalkulierten, faden Beigeschmack. Auch nach dem Lesen muss man die oben gestellten Fragen also entschieden mit Nein beantworten. Windows on the World jedenfalls benutzt den 11. September als Sensationsstaffage. Thema verschenkt. --Thomas Köster -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Schockerlebnis und literarisches Ereignis: Beigbeders neuer Roman über den 11. September Das Drama beginnt um 8:30 Uhr: Der texanische Immobilienmakler Carthew Yorston und seine beiden Söhne Jerry und David ahnen nicht, dass sie nur noch kurze Zeit zu leben haben. In 119 Kapiteln versucht Frédéric Beigbeder das "Unbeschreibliche" und gibt Minute für Minute die Gedanken des Familienvaters wieder, der am 11. September 2001 mit seinen Kindern im Luxusrestaurant Windows on the World frühstückt, als um 8.46 Uhr die erste Boeing in den Nordturm des World Trade Centers rast. Während Carthew im flammenden Inferno des Turms verzweifelt nach einem Ausweg sucht und sein zerrüttetes Leben Revue passieren lässt, zieht Frédéric Beigbeder ebenfalls Bilanz: Auf dem Montparnasse-Turm in Paris und in den Strassen von New York entwirft er das erschreckende Bild seiner eigenen, gescheiterten und liebesunfähigen Generation, deren oberflächliche Werte durch die Ereignisse des 11. September endgültig zerstört werden. Frédéric Beigbeders neuer Roman wurde in Frankreich als Literaturereignis gefeiert und mit dem renommierten Prix Interallié ausgezeichnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gegenstimme 11. November 2004
Format:Gebundene Ausgabe
Ich finde, das Beigbeders Roman durchaus streitbar ist, was ich aber eher als Gewinn sehen möchte.

Sein Roman über den 11.9.2001 ist nicht NUR ein Buch über den 11.9.2001, sondern auch darüber, wie man ein Buch über den 11.9.2001 überhaupt schreiben und ihn als Nichtbeteiligter begreifen kann. Damit ist sein Roman also auch ein Buch über die Zukunft der Literatur nach dem 11.9.

Das, was viele als die Selbstverliebtheit Beigbeders identifiziert haben wollen - damit lyrisches Ich und Autor durcheinanderschmeißend - , ist also durch das Thema begründet, ebenso wie auch die formelhaften Vergleiche nicht von Beigbeders Inkompetenz zeugen, sondern von der Hilflosigkeit, den schrecklichen Geschehnissen sprachlich gerecht zu werden. Sein sprachliches Scheitern zeugt im Grunde von seinem Erfolg.

Ich empfand "Windows on the world" als anregende Lektüre. Auch den Vorwurf, Beigbeder bringe zu wenig Empathie für die Opfer auf, kann ich nicht teilen. Ich habe den Schrecken über manche Passagen hindurch nahezu körperlich spüren können.

Auch der Verzicht auf eine klassische Dramaturgie mit "sympathischen" Hauptfiguren, einem flotten Spannungsbogen etc. ist für mich Beleg dafür, dass hier nicht jemand versuchte den "Reißer zur Katastrophe" auf den Markt zu schmeißen, sondern sich der Aufgabe gestellt hat, die richtige Sprache für ein sprachlos machendes Ereignis zu finden.

Ich hätte jede andere Herangehensweise an dieses Thema wesentlich respektloser, anmaßender und heuchlerischer gefunden, als diesen Blick aus der Distanz, den Beigbeder vermittelt. Mit Schrecken denke ich an an die TV-Dramen und Fernseh-Mehrteiler zu diesem Thema, die bestimmt irgendwann auf uns zukommen werden. Dann doch lieber 100 mal Beigbeder.

Streitbar sind mit Sicherheit die etwas gewollt platzierten Sex- und Gewaltszenen, die nicht so recht zum Rest passen wollen und deutlich machen, was Beigbeder von Vorbildern wie Bret Easton Ellis oder Michel Houellebecq noch trennt.
Diese Stellen verleihen dem Leser das Gefühl, das Beigbeder seiner sprachlichen Sensibilität selber nicht so ganz zugetraut hat, ein Buch allein zu tragen.

Fazit: Wer das gemütliche Buch für den Abend sucht, die "ganze Wahrheit über 9/11" oder einen spannenden Katastrophenreißer lesen will, sollte definitiv die Finger weglassen. Wer aber über den Tellerrand hinausschauen möchte und wissen will, welche Folgen 9/11 auch auf einen unbeteiligten Franzosen in Paris haben kann -und somit auch auf ihn selber- dem sei dieses Buch empfohlen.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auch nicht klüger 26. Juli 2007
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Problem mit Beigbeder ist, dass er eigentlich nur über sich selbst schreiben kann. Dies ist das dritte Buch, das ich von ihm gelesen habe, nach "39,90" und "Die Liebe währt drei Jahre", und man kann als Leser kaum an der Tatsache vorbei, dass in allen drei Büchern die Leben identischer Protagonisten beschrieben werden. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil ist, dass Fans immer wissen, was sie mit jedem neuen Buch bekommen. Denn schließlich ist Beigbeder als Mensch schon recht spannend, er kann gut über seine Beziehungsprobleme und seine sinnlosen Jobs schreiben, und er kokettiert auch sehr unterhaltsam mit seinem eigenem Erfolg, dank dessen er es immerhin zu ausreichend viel Berühmtheit gebracht hat, um uns auch einen Blick auf die in unser Gesellschaft so ersehnte Prominenz der A- und B-Sternchen werfen zu lassen. All das ist gut beschrieben und mit etwas Sex, schwarzem Humor und Lebensschmerz gewürzt. Es liest sich gut, auch in diesem Buch.

Der Nachteil dieser Art von Literatur ist jedoch auch, dass sich die Dinge in den Büchern wiederholen. Und ein weiterer Nachteil ist, dass alle Themen, die nicht unmittelbar mit dem Autor selbst zu tun haben, irgendwie den Bach heruntergehen. Und das passiert auch in diesem Roman, in "Windows on the World". Und, um ehrlich zu sein, der Autor versucht noch nicht einmal zu verstecken, das es hier um ihn selbst geht, nicht um die Anschläge.

Der Roman ist in viele kleine Kapitel gegliedert, die jeweils eine Minute zwischen dem Einschlag des Flugzeuges in den Nordturm des World Trade Centers am 11. September und dessen Einsturz umfassen. Etwa die Hälfte dieser "Minutenkapitel" erzählt die Geschichte eines von seiner Frau getrennt lebenden Vaters, der mit seinen zwei Söhnen zum falschen Zeitpunkt in das Restaurant im Turm zum Frühstücken gegangen ist. Natürlich ist der Vater ein Alter Ego des Autors, und natürlich teilt er die Erfahrungen mit den Beziehungen des Protagonisten aus "Die Liebe währt drei Jahre". Und da es nicht wirklich einen Weg gibt, sich irgendwie zu retten, bleibt dem Vater auch nichts anderes übrig, als ein bisschen seine Kinder zu trösten und über die Welt zu raisonnieren. Fast die interessanteste Stelle ist der Einblick in die Gedankenwelt eines der beiden Kinder in dieser Situation. Die Spannung leidet aber darunter, dass alle Leser das Ende ja bereits kennen.

In den restlichen Kapiteln schreibt der Autor über sich selbst, über seine Gedanken in einem entsprechenden Hochhaus in Paris und über seine Erlebnisse bei einer Reise nach New York etwa ein Jahr nach den Anschlägen. Die Abschnitte bilden eigentlich nicht eine Geschichte. Es ist eigentlich eher eine Reflektion über die Gesellschaft, in der ein solcher Anschlag passieren kann. Eine wirkliche Erklärung liefert Beigbeder aber nicht. Letztendlich steht er genauso fassungslos vor den Ereignissen wie der Rest der Welt auch.

Am Ende des Buches muss man nicht bereuen, es gelesen zu haben. Aber man hat auch das Gefühl, dass eine wirklich literarische Bearbeitung des Themas anders aussehen muss.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Dieses Buch zu bewerten ist schwer - äusserst schwer. Auf der einen Seite fühlt man sich mit jeder Seite die man liest ein bisschen schuldiger, gleichzeitig fesselt dieses Buch einen so sehr, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Es ist schwierig, die Wirkung des Buches zu beschreiben, die wahrscheinlich auf jeden absolut anders ausfallen, was man alleine schon bei den vorangehenden Rezessionen überdeutlich sehen kann.
Die Eindrücke während des lesen sind - irgendwo zwischen Abscheu, blanker Wut und Ohnmacht. Abscheu vor den Bildern, die der Autor furcheinflössend plastisch entstehen lässt, wenn er die Todesqualen der Eingeschlossenen schildert. Wut, auf mehrere Personen. Auf sich selbst, denn man gibt sich mit jeder weiteren Seite hemmungsloser dem Voyorismus hin, den Beigbeder in seinem Werk so verteufelt. Aber auch Wut auf den Autor selbst, der immer wieder die Handlung unterbricht. Die Banalität seiner Handlungen, die immer wieder die grauenhaften, verstörrenden Kapitel unterrbricht, ist fast noch schwerer zu ertragen, als die Vorstellungen die er im Kopf des Lesers erzeugt. Daraus resultiert dann auch die Ohnmacht. Man spürt eine Hilflosigkeit, die einem noch lange anhaftet.
Dieses Buch zu lesen ist schwierig. Vielleicht wird es einige geben, die es als langweilig verteufeln und in die Ecke werfen. Ich gehöre nicht dazu. Ich habe sehr lange gebraucht, um dieses Buch fertig zu lesen, denn ich konnte lange Zeit einfach nicht mehr weiterlesen. Ich hatte Angst, vor dem was noch kommt, vor den Abgründen die sich in diesem Buch weiter auftun würden, die mir Beigbeder mit einer brutalen, schmerzhaften Direktheit aufgezeigt hatte.
Es ist wohl nicht das erste Buch über den 11.9. Aber ich bin mir sicher, besser kann man diese Katastrophe erklären - eindringlicher kann man sie nicht nachvollziehen.
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