Einfach unwiderstehlich sind Land und Leute, die Fried Nielsen liebt und über die er ein bezauberndes Buch - "Wind, der weht. Georgien im Wandel" geschrieben hat.
Die beiden vorangestellten Mottos stellen von Anfang an klar, dass wir ein Buch vor uns haben, das für Freunde (die Leser) über Freunde (die in den Mittelpunkt gestellten georgischen Bekannten) geschrieben wurde.
Es ist ein Buch, das schwer einzuordnen ist: Es ist Reiseliteratur, die keineswegs langweilig und trocken, sondern spannend und erheiternd sein kann. Es enthält einen nützlichen Geschichtsteil, der dem Leser ermöglicht, Georgiens geschichtliche, sprachliche, kulturelle und politische Vergangenheit und Gegenwart kennenzulernen. Die genaue Faltkarte ist für den - wenn auch nur in Gedanken durch Georgien Reisenden - bestimmt sehr hilfreich. Man kann sowohl die Ausflüge des Autors verfolgen, als auch - warum nicht? - eigene Reisen durch Georgien planen. Die hervorragenden Fotos runden die Reiseberichte auf bildliche Art ab.
Einerseits erzählt der Autor von wunderbaren Landschaften, von interessanten Begegnungen mit gastfreundlichen Menschen, von gutem georgischen Essen. All dies macht das für viele unbekannte Georgien zu einem attraktiven Reiseziel. Andererseits wird in diesem Buch realitätsnah die schwierige Lage eines Landes in der Übergangsphase dargelegt.
Fried Nielsen offenbart seine Beobachtungen, die er als Mensch und Diplomat in den verschiedensten Lebenssituationen in Georgien gesanmmelt hat. Er übermittelt seine Erfahrungen auf witzige, ironische, aber auch gefühlsbetonte Art.
Der Abschied ist mit Wehmut verbunden: Der Abschied des Menschen und Diplomaten Fried Nielsen von seinem Posten Georgien und der Abschied des Lesers vom "Wind, der weht", dem er gefolgt ist.