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Wind in den Tamarinden: Roman
 
 
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Wind in den Tamarinden: Roman [Gebundene Ausgabe]

Kayla Fleming
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co.KG (Ehrenwirth Verlag); Auflage: 1 (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3431037984
  • ISBN-13: 978-3431037982
  • Originaltitel: Weiter Himmel, starkes Herz
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.292.853 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Modus TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
'Wind in den Tamarinden' ist ein ganz außergewöhnlicher Roman, den man nach der Lektüre nicht zur Seite legt und vergißt, sondern der noch lange in der Seele nachhallt, weil er so berührend, so tragisch, so poetisch und einfach so überwältigend ist, und noch dazu so überragend schön geschrieben, dass es stellenweise fast weh tut, ihn zu lesen.
Die Seiten strotzen vor wunderbaren Bildern, die alles Sinnliche beim Lesen zum Leben erwecken. Es ist Trotz und Leidenschaft, Malerei und Wortmagie, manchmal störrisch, immer fesselnd, verzaubert und entführt an einen fernen Ort am anderen Ende der Welt.

Das Buch wird aus der Sicht von Nora erzählt, einer schwierigen Frau, die zunächst wie eine Traumtänzerin erscheint, flatterhaft und ohne Verständnis für die pragmatischen Seiten des Lebens, die sich dann aber unter Extrembedingungen eine große innere Stärke entwickelt, die inspiriert und mitreißt - nicht nur die Männer, denen sie in dieser Geschichte begegnet.
Nora ist mit einem Hamburger Bankier verheiratet und lebt ein Leben im goldenen Käfig. Sie hat alles, nur keine Romantik. Und ihrem Mann bringt sie keine Liebe entgegen, obwohl der sie wertschätzt, auf seine hilflos-geschäftliche Art. Aus einem romantischen Affekt heraus begleitet sie den Dichter Rainer Offergelt in die deutschen Kolonien in Südwest Afrika, um mit ihm eine Farm aufzubauen, vollkommen ahnungslos, was das eigentlich bedeutet. Rainer ist heillos verliebt in Nora, sie dagegen benötigt Zeit, um ihre Gefühle reifen zu lassen.
Als sie ankommen, entpuppt sich das verklärt-gelobte Paradies als staubiges und gefährliches Steppenland, das seinen Siedlern harte Arbeit und einen langen Atem abverlangt. Nora verliebt sich in seine Weite, Rainer zerbricht daran... und dann gibt es noch einen Captain der Herero, einen westlich gebildeten Stammesführer, der ihr zeigt, was Größe wirklich bedeutet - überschattet von Unruhen, die bald in einen furchtbaren Krieg und schließlich Völkermord an den Herero münden.

Es ist nicht immer leicht, dieses Buch zu lesen, man muss es sich erarbeiten, denn es plätschert nicht nur so dahin. Es glüht in einer Intensität, die man aushalten können muss. Gerade im ersten Drittel hat es auch ein paar Längen, schwelgt in Beschreibungen, die wundervoll sind, aber in ihrer Langsamkeit die Geduld des Lesers auf die Probe stellen.
Doch sich da durchzubeißen, ist es unbedingt wert. Selten habe ich mich zum Ende eines Buches hin den Figuren so nahe gefühlt, so intensiv mit ihnen gehofft und gelitten, so atemlos auf die nächste Wende gehofft.

'Wind in den Tamarinden' ist ein episches Leseerlebnis, das ich unbedingt weiterempfehlen kann - selbst für solche, die das Genre normalerweise nicht lesen.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Wombatsbooks TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Kayla Flemings Debut umfasst den Zeitraum von 1902 bis 1905 im Leben der Bankiersfrau Nora Henriksen. Im Wilhelminischen Zeitalter galt eine Frau bereits dann als "überspannt", wenn sie einen eigenen Kopf & eigene Vorstellungen vom Leben hatte und sich nicht damit zufrieden geben wollte, als Anhängsel ihres Mannes zu fungieren sondern sich nach einem halbwegs selbstbestimmten Leben sehnte.

Die Protagonistin in "Wind in den Tamarinden", Nora Henriksen, ist so eine vermeintlich überspannte Frau. Sie wagt das Undenkbare, verlässt ihren Mann, geht mit einem anderen nach Deutsch-Südwest um sich dort gegen alle Widrigkeiten, ein eigenes Leben aufzubauen. Auch in der deutschen Kolonie passt sie nicht so recht in den Kreis der Kolonialgesellschaft, sondern geht ihren eigenen Weg und folgt auch ihrem Herzen. Sie ist betroffen vom Verhalten der Kolonialherren, ist inmitten des Herero-Aufstandes und entsetzt über die Internierungslager, die anschliessend von den deutschen Schutztruppen eingerichtet wurden, so dass sie eine folgenschwere Tat begeht...

Cover und Titel lassen vermuten, dass es sich hier hauptsächlich um eine Liebesgeschichte geht. Obwohl es auch um Liebe geht, dreht sich "Wind in den Tamarinden" aber in erster Linie um die deutsche Kolonialzeit in Namibia und um die Freiheit zur Selbstbestimmung - sowohl bei der Protagonistin als auch bei den Eingeborenen. Eingangs hat mich ein wenig gestört, wie sachlich Nora ihre Erlebnisse schildert, bis mir dann klar wurde, dass ihre Rationalität vermutlich als Stilmittel und Gegensatz zu ihrer vermeintlichen Überspanntheit eingesetzt wurde.

Stimme meiner Vorrezensentin zu, dass man "Wind in den Tamarinden" nicht einfach so weglesen kann, obwohl es flüssig geschrieben ist. Die Ereignisse und Eindrücke stürmen einfach nur so auf einen ein und man muss sich ein wenig Zeit lassen, alles zu verdauen. Wenn man bereit ist, sich diese Zeit zu nehmen, ist "Wind in den Tamarinden" ein spannendes Stück deutscher Kolonialgeschichte und ein eindringliches Leseerlebnis.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christa TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Die Geschichte beginnt 1902. Nora ist mit dem wohlhabenden und gut situierten Hamburger Bankier Ludwig Hendriksen verheiratet und langweilt sich in ihrer Ehe. Sie kann auch mit ihrem Umfeld nichts anfangen. Eigentlich ist sie ihrer Zeit weit voraus, denn sie hegt eigene Gedanken und vertritt ihre persönliche Meinung, die oft als skandalös angesehen wird. Das Ganze gipfelt darin, dass sie mit dem Dichter Rainer Offergelt, der sie anhimmelt, nach Deutsch-Südwestafrika entflieht. Sie wollen dort ein neues Leben beginnen, kaufen Land und bauen sich unter primitivsten Umständen und mit Hilfe anderer deutscher Farmer ein Farmhaus auf.

Die Tatsache, dass inzwischen längst zwischen den deutschen Schutztruppen und der afrikanischen Bevölkerung, der das Land weggenommen wurde, Krieg bevorsteht, ignorieren sie. Als Nora dann noch feststellt, dass sie schwanger ist, glaubt sie, dass das Glück auf ihrer Seite ist. Sie hat jedoch nicht damit gerechnet, dass Rainer längst beschlossen hat, wieder zurück zu gehen, da er den Entbehrungen fernab der Zivilisation nicht gewachsen ist.

Als dann der Krieg in ungeahnter Härte ausbricht, wird sie in das tragische Geschehen verwickelt und sie kann das Unglück nicht mehr aufhalten, das auf sie und alle Betroffenen zukommt.

Es handelt sich hierbei um ein ganz besonderes Buch, das man nicht einfach so herunterlesen kann. Ein tragisches Ereignis löst das andre ab. Die Autorin beschreibt die Menschen, ob es die Protagonisten, die Herero oder die Offiziere und Soldaten des deutschen Kaiserreichs sind und ihre Gefühle oder das ausgeblutete afrikanische Land, in einer solchen Intensität, dass man in die Geschichte hineingezogen wird. Die Grausamkeiten in dieser Kolonialzeit sind unbeschreiblich, und man leidet mit. Dieser Roman hat mich sehr berührt.

Dieses Buch ist für den interessierten Leser, der sich nicht nur ein paar fröhliche Stunden machen will, sehr geeignet und empfehlenswert!
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