Wilsberg ist viel unterwegs in diesem Buch: New York, Ostfriesland, Helsinki. Und doch bleibt der Detektiv glücklicherweise der bodenständige Münsteraner, als den wir seit nunmehr 17 Romanen kennen: Humorvoll und nur scheinbar überfordert von dem Fall, der erst klein und harmlos beginnt - ein Vater sucht seine Tochter, die als Journalistin arbeitet- und zu Großem ausufert- sein Auftraggeber wird ermordet und Wilsberg findet sich im Kreuzfeuer zwischen Terroristen und Verfassungsschutz wieder. Die im November 2005 tatsächlich stattgefundene Schneekatastrophe im Münsterland dient als perfektes Szenario für die Aufarbeitung der undurchsichtigen Verwicklungen rund um den deutschen Terrorismus, worüber wahrscheinlich heute noch gern der dicke Mantel des Schweigens ausgebreitet wird.
Jürgen Kehrer schafft es, einen politischen Krimi zu schreiben, der weder trocken noch verkompliziert ist. Und er gelingt ihm abermals, einen Münster-Krimi zu schreiben, der alles andere als provinziell daher kommt.