Detektiv Wilsberg wird beauftragt, ein gestohlenes Gemälde zurückzukaufen. Diebin ist Lena, Tochter des Besitzers, eines Schweizer Bankiers. Deren Schwester Nora gibt Wilsberg den Auftrag, die psychisch instablie Lena zu finden und in die Schweiz zurück zu bringen. Bei den Recherchen stößt Wilsberg auf üble Machenschaften zwischen einem Münsteraner Politiker, einem Rechtspopulisten, und Schweizer Finanzgeschäften.
Das hört sich nach großem Fall und dickem Fisch an, ist es aber nicht; im Endeffekt backt Wilsberg kleine Brötchen. So richtig mächtig und unüberwindbar sind die Finanzhaie nicht, und so richtig gefährlich, dass der Leser bangen müsste, werden für Wilsberg auch die Schlägertrupps korrupter Politiker nicht. Das rechte Gedankengut ist etwas bräunlich verfärbt, aber an keiner Stelle so ausgedrückt, dass sich beim Leser blanker Zorn oder tiefer Widerstand regen würde. Selbst Hinweise auf reales politisches Geschehen verfehlen ihre Wirkung. Auch wenn man dem Autor zugesteht, politisch engagiert schreiben zu wollen, ist "wollen" etwas anderes als "können". Ein belangloser Krimi mit einem zu wichtigen Thema, um so oberflächlich behandelt zu werden.
Die große Zeit der Regionalkrimis scheint passé, das betrifft sowohl Eifel als auch Münster. Oder ihren Autoren sind Ideen oder Motivation ausgegangen.