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Der Schweinezüchter Anton Kistenmacher ist Witwer und auf der Suche nach einer zweiten Frau: für ihn eine treusorgende Hausfrau und seinen Schweinen eine gute Mutter. Deshalb fährt er in die Stadt und besucht seine beiden Freunde Hermann Fritsche und Hans Lindner. Er wohnt bei der Schlossereibesitzerin Schumacher. Marie, die Tochter der Meisterin, ist die Auserwählte von Anton. Doch Marie liebt schon lange den Angestellten Hans Lindner, der wegen eines angeblichen Diebstahls in Untersuchungshaft sitzt. Anton Kistenmacher erreicht jedoch die Freilassung und hilft mit, den wirklichen Dieb, den Ingenieur Egon Kirchner, dingfest zu machen. Auch sorgt er dafür, dass sein Freund Hermann Fritsche seine Auserwählte, Hans Lindners Schwester zum Traualtar führen kann.
Von Walter Schmidt. Eine Übertragung aus dem Millowitsch-Theater, Köln
Aus einer alten Schauspieler-Dynastie stammend, kam Willy Millowitsch schon von Kindesbeinen an mit der Bühne in Berührung: „Gelernt habe ich im Grund nichts, nicht einmal einen Beruf. Aber ich war von Anfang an dabei“, sagte er einmal selbst über seine beruflichen Anfänge. Und Zeit seines Lebens sollte ihn dieser Schauspiel-Virus nicht mehr los lassen. Schon früh musste er zudem nach dem Tod seines Vaters 1940 die Verantwortung für das familieneigene Millowitsch-Theater übernehmen, die er erst 1996 an seinen Sohn Peter übergab. Quasi unglaublich, dass Millowitsch während all der Zeit, die er für sein eigenes Theater brauchte, noch unzählige Film-und Fernsehrollen übernahm. Wie etwa als legendärer Kommissar Klefisch im WDR, an der Seite Romy Schneiders in Scampolo oder in einer Nebenrolle in der Hollywood-Produktion Hilfe, die Amis kommen mit Chevy Chase. Nebenher spielte das Multitalent natürlich immer weiterhin Theater. Nicht selten inszenierte er die Stücke an seinem Theater selbst oder übernahm die Hauptrolle wie hier in Bei uns im Viertel, Der Etappenhase, Tante Jutta aus Kalkutta oder Pension Schöller. Diese Lustspiele wurden im Stile des Ohnsorg-Theaters auch immer wieder vom Fernsehen übertragen. Doch nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Sänger war Millowitsch mehr als erfolgreich, so verkaufte sich sein Kult-Hit Schnaps, das war sein letztes Wort von 1960 mehr als 900.000 Mal. Zudem gehörte er im Rheinland, wie es sich als echter Kölner gehört, ebenfalls zu den erfolgreichsten Interpreten von Karnevalsliedern: Ich bin ene Kölsche Jung wir wohl auf ewig mit seinem Namen verbunden werden. Kein Wunder, dass Willy Millowitsch in seiner langen Karriere Preise und Auszeichnungen wie kein Zweiter einheimste, darunter das Bundesverdienstkreuz, die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln, den Bambi oder den Bayrischen Fernsehpreis.
Und noch ein Beispiel seiner ungeheuren Beliebtheit: Als einziger Volksschauspieler in Deutschland wurde ihm schon zu Lebzeiten ein eigenes Denkmal gewidmet, das seit 1992 am Eisenmarkt in Köln steht.
Sein großes Erfolgsrezept besteht wohl in der einmaligen Kombination aus rheinischem Frohsinn, Humor, Witz und einer gehörigen Portion Selbstironie, die seine Filme und Stücke so einzigartig machen, wie auch dieses Schauspiel aus dem Volkstheater Millowitsch, das für Sie auf DVD präsentiert wird. Selten gab es bessere und lustigere Unterhaltung – von einem der ganz Großen.
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