Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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257 von 267 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wunderbar komisch, grotesk und herzlich! Anmerkungen zur französischen Fassung, 22. Januar 2009
Ich habe den Film in französischer Fassung gesehen (bin selbst in Lille geboren), danach war es mir ein Bedürfnis, ein paar Sachinfos für alle Interessierte zu geben:
- Die Übertragung vom franz. ins deutsche ist sehr gut gelungen, da der Humor der Orig.-Fassung - anders als man vielleicht vermuten könnte - weniger auf dem Sprach-Verwechslungswitz beruht, sondern viel mehr in der Situationskomik und dem Auswalzen der Klischees liegt. Wenn ich richtig aufgepasst habe dann gibt es lediglich zwei Szenen, bei denen explizit die Aussprache Ursache von Verwechslung und Komik ist. Daher stimme ich den Vorrednern zu, dass der Film in der dt. Synchro genauso gut funktioniert.
- Jemand hat den Vergleich "Friese in Bayern" herangezogen. Das ist nicht ganz richtig, wenn man die Mentalitäten betrachtet würde man in Deutschland am ehesten "Bayer im Ruhrpott/auf Schalke" wählen. Das Departement Nord war eine wichtige Bergbaugegend, an der Küste Hafenarbeit/Werft. Die Leute gelten - vorurteilsmäßig - als rauh, ungebildet und "proll". Analog zum Ruhrgebiet fällt den Bewohnern anderer Gegenden auch beim besten Willen nichts sehens- und lebenswertes zu dieser Gegend ein.
- Der Fußballclub RC Lens (die Hauptpersonen besuchen ein Heimspiel)ist, was die Fans und seine Tradition betrifft, am ehesten mit Schalke oder Borrussia Dortmund zu vergleichen.
- Eigentlich wurden nie alle Bewohner des Nord/Pas-de-Calais als Ch'ties bezeichnet, sondern nur die, die diesen Dialekt - eine Variante des picardischen - sprechen.
- Ich war vergangenes Wochenende auf der CMT in Stuttgart und habe folgendes zu hören bekommen: Seit diesem Film hat der Tourismus in dieser traditionell als "touristisch wertlos" geltenden Gegend extrem zugenommen!
In der französichen DVD-Fassung - "Edition Prech'tige" gibt es tolles und zum Teil bewegendes Bonusmaterial zur Erfolgsgeschichte in Frankreich, natürlich auch jede Menge Interviews.
Viel Spaß bei diesem einzigartigen Film!
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25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine liebevoll erzählte Geschichte aus dem kalten und finsteren Norden Frankreichs - Bienvenue chez les Chtis!, 3. November 2009
In Nordfrankreich ist es immer kalt, die Menschen dort sind immer unhöflich und den Dialekt, Schti" genannt, versteht man überhaupt nicht. Das denkt zumindestens der Postbeamte und Südfranzose Philippe (Kad Merad), bis er dorthin strafversetzt wird. Er hatte versucht seiner depressiven Frau Julie (Zoe Felix) zuliebe eine Versetzung an die Cote dAzur zu erschummeln. Leider ging der Versuch schief und Philippe wird in ein kleines Dorf namens Bergues in Nordfrankreich versetzt. Dort in der eisigen Hölle Nordfrankreichs" stellt er allerdings bald fest, dass die Vorurteile gegenüber dem Wetter und den Bewohnern doch nicht ganz richtig gewesen sind...
Willkommen bei den Schtis" wirkt in den ersten Minuten wie ein etwas schwermütiges Selbstfindungsdrama, doch sehr bald entspinnt sich die Geschichte zu einer humorvollen, augenzwinkernden Komödie voller Lokalkolorit. So gewinnt der Zuschauer schnell den Eindruck, dass er bei dieser Geschichte wirklich mittendrin statt nur dabei ist. Liebevoll erzählte Charaktere, eine feingeistige Geschichte voller Situationskomik und Leichtigkeit, machen Willkommen bei den Schtis" zu einer wirklich herzerwärmenden Komödie.
Mein größtes Sorgenkind: Die Synchronisation ins Deutsche hat sich dabei zum Glück als unbegründet erwiesen. Das schnoddrige, wie auch sehr sonderbare Schti" ist wunderbar ins Deutsche transferiert worden. Was damit auch den elementaren Charme des ganzen Films, überzeugend ins Deutsche übertragen hat, denn Schti" ist definitiv eine sehr eigenartige wie auch faszinierende Sprache. Die Handlung an sich ist ein Sammelsurium von heiteren, geradezu feingeistigen Szenen und witzigen Episoden, so dass ich jedem Zuschauer nur Eines empfehlen kann: Ansehen und genießen! - 5 Sterne.
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33 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wäre nur noch auf Französisch besser, 4. September 2009
"Ein Fremder, der in den Norden kommt, weint zweimal: wenn er kommt und wenn er wieder geht!"
Postdirektor Philip Abrams hat es nicht leicht, seine Ehe läuft nicht und die Ehefrau ist mal wieder genervt, dass seine Versetzung aus der Provence an die Cote dAzur mal wieder nicht geklappt hat. Mit schmutzigen Mitteln versucht er eine nächste Planstelle am Mittelmeer zu ergattern und fliegt auf.
Zur Strafe wird der überzeugte Südfranzose in den hohen Norden versetzt. Begleitet von Beileidsbekundungen, Horroszenarien ( die Sommer gehen noch, da sind es 0 Grad, aber die Winter... bis -10 ... -20... -30... -40 Grad ), Vorurteile der Menschen und Abscheu macht er sich auf dem Weg in den kleinen Ort Bergues. Seine Frau weigert sich standhaft, und bleibt in der Provence zurück.
Dort muss er sich neben der vermeintlichen, rauen Trostlosigkeit noch an etwas anderes gewöhnen: den kaum verständlichen Dialekt Sch ti!!!
Nach und nach lernt Philip sich mit dem rauem Charme des Nordens und den spröden, aber sehr hilfsbereiten und offenen Menschen zu arrangieren. Er lernt die Sprache, freundet sich mit seinen Mitarbeitern, vor allem Antoine - der dem Alkohol zugeneigte Postbote, der mit 35 bei seiner Mutter wohnt und unter Ihrer Knute steht und unglücklich in seine Kollegin Annabelle verliebt ist - an und lernt Sch ti. Und bis er zugeben muss, wie sauwohl er sich im Norden fühlt!
Seiner Frau jedoch spielt er an den Wochenendbesuchen den Gepeinigten vor, jedes Vorurteil bestätigend und sichtbar leidend, wodurch beide wieder zueinander finden. Bis sie sich eines Tages entschließt, mit ihm "durch das Tal der Tränen" zu gehen, und in den Norden zu folgen...
Die Komödie besticht nicht durch platte Gags, sondern vielmehr in das genüssliche Ausbreiten und Überwinden der Vorurteile, und den Verständnisschwierigkeiten durch den Dialekt. Vor allem in den Dialogen zwischen Philip und Antoine.
Auch sieht man nicht die üblichen Verdächtigen des französischen Kinos, sondern bei uns weitgehend unbekannte "französiche Berühmtheiten" wie der Comedian Kad Merad, Danny Boon und Anne Marivin ( lediglich Michel Galabru in einer kleinen Nebenrolle ). Und alle spielen natürlich und erfrischend.
Die deutsche Synchronisation hat für sich genommen die Schwierigkeiten mit dem Dialekt sehr gut herausgearbeitet, es wurde zum "südfranzösischen" hochdeutsch kein deutscher, schwer verständlicher Dialekt entgegengestellt, sondern die Besonderheiten vom Sch ti so gut wie möglich ins Deutsche übertragen. Christoph Maria Herbst, der Dany boom - Antoine - synchronosiert hat, gebührt ein hohes Maß an Respekt und Applaus, diesen Dialekt so locker und natürlich über die Lippen gebracht zu haben! ( als Bonusmaterial ist übrigens die Synchronisationsarbeit von Herbst dabei )
Daher kann ich mir nur vorstellen, dass der Film auf französisch einfach nur noch besser sein kann!!!! ( Leider ist hierzu mein Schulfranzösisch nicht ausreichend, um den Witz und die Komik in der Originalfassung zu verstehen! )
Der Film ist sicherlich eine Überraschung für Alle, die eine "ruhigere" aber stimmungsvolle - und vor allem französische - Komödie mögen!!!
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