Wäre es nicht schön, wenn man reich, selbstbewusst und glücklich wäre? Was wie ein Märchen klingt, könnte wirklich wahr werden, wenn man der Spur des Autors folgt und sich aufmacht ins Reich der Fülle.
Der erfolgreiche Redner und Seminarleiter Robert Betz hat nun auch ein Buch geschrieben. Damit hat er ein weiteres Medium für sich erschlossen, seine psychologisch-spirituellen Kenntnisse einem noch größeren Publikum zugänglich zu machen. Wer seine Vorträge kennt, wird beim Lesen öfter mal nicken, weil sich im Buch vieles wiederfindet, was man als Robert Betz-Kenner bereits gehört hat. Trotzdem empfiehlt sich die Lektüre zum Vertiefen, zum Erweitern und zum immer wieder Vergegenwärtigen, worum es auf diesem Planeten denn überhaupt geht.
Gott ist die Quelle aller Fülle sagt der Autor. Und der Weg nach innen der Schlüssel zu ihm. Durch Frieden gelangt der Mensch zur Fülle - Angst, Schuld und Scham hingegen führen weg davon: An sich sind das nicht unbedingt revolutionäre neue Sichtweisen, die Robert Betz bringt. Das Erfrischende an seinem Buch wie in seinen Reden ist jedoch die Art und Weise, wie er sie vermittelt. Nämlich so, dass sie nicht auf irgendeiner pseudospirituellen Ebene sphärisch herumschweben, sondern mitten im Alltag ansetzen. Der Diplom-Psychologe weiß offenbar sehr genau, wovon er redet und schreibt und er kennt die Menschen. Er orientiert sich nicht am Sollzustand, sondern an der Ist-Situation, die seine Zuhörer und Leser eben mitbringen. Dies hindert ihn jedoch nicht daran, mit dieser profunden Ausrichtung auf das Hier und Jetzt auch die himmlischen Helfer mit ins Boot zu nehmen.
Antworten gibt Robert Betz nicht in Metaphern oder mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern knapp und klar und oft mit Ausrufezeichen.
Und das Leben fordert dich heraus: Mach was mit mir! Ein allumfassendes Ja zum Leben braucht es, um ins Reich der Fülle zu gelangen. Alles in mir darf jetzt da sein: so auch ein Satz seiner Meditationen, der bald wie ein Mantra wirkt. Sich selbst zur allerwichtigsten Person im Leben auserwählen, ohne Angst vor zu viel Egoismus oder Überheblichkeit: So erst kann man die Fülle im Innen und im Außen für sich beanspruchen, erklärt der Autor.
Der Weg dahin mag freilich ein paar Veränderungen erforderlich machen. Tu nichts des Geldes wegen heißt es im Buch. Geld nämlich folge der Freude, der wirklichen Freude des Herzens. Und der Schlüssel dahin ist die Frage: Was bringt mein Herz zum Singen?
Mit diesen Impulsen aus dem kleinen, feinen Büchlein wird so manches angestoßen. Gut, dass die einzelnen Kapitel kurz und präzise gehalten sind - so kann das Gelesene später gut weiterwirken. Die Essenz der Themen findet sich jeweils in komprimierter Form als Resumé, und der Leser kann hernach wirklich etwas damit anfangen. Die Theorie muss ja schließlich doch irgendwann an der Praxis ansetzen, damit sich wirklich etwas bewegt. Und wenn es nur der Richtungswechsel hinein ins Reich der Fülle ist.
Ein handliches Büchlein, das schnell zum treuen Wegbegleiter wird und als Ratgeber ohne zu viel intellektualisiertes Beiwerk bald unentbehrlich wird.