Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Warum den alten Zeiten hinterher trauern?, 31. Oktober 2009
Marius Müller-Westernhagen hatte eine große Zeit. Seine ersten Alben waren Kult, insbesondere textlich. Die Musik kam ziemlich authentisch herüber - sie war Stimmungsmusik pur (zum Abhotten, zum Abhängen, zum träumen und auch ein wenig zum sich selbst darin wieder zu finden). Gefühle pur! Dafür: Danke!! Das haben nicht viele geschafft!!
Aber hätten heute wirklich noch Alben wie "Stinker" oder "Mit Pfefferminz ..." eine echte Chance auf dem Markt? Ich glaube nicht! Die Masse könnte sich nicht damit identifizieren, denn egal wie "roh" manche Texte waren, so gingen so doch tief! So kaufen natürlich primär die "alten" Marius-Fans seine Alben - immer mit der Hoffnung, er würde zu seiner alten Form zurückkehren.
Doch die ist lange vorbei, und auch Hr. Westernhagen muss nun auch dem Mainstream gerecht werden. Wie andere Altstars muss er den Spagat zwischen seinem langsam verblassenden Ruhm und dem Zwang / Drang, Neues zu präsentieren hinbekommen! Frei nach dem Motto: Wer nimmt einem reichen Punk noch die Punk-Einstellung ab? Wer nimmt einem Armani-Rocker noch seine Rock ab?
So produziert man also ein feines Album, mit einem Super Sound (wirklich), mit einer gefälligen Mischung aus (manchmal rockigen) Balladen (Typisch Du, Heute Nacht, Liebeswahn, Aus Dir Mutter) und einigen Stücken im Midtempo-Bereich (Wir haben die Schnauze voll, Hey Hey), manchmal etwas cool-modern (Schinderhannes, Mit beiden Füssen auf dem Boden), manchmal sogar ein wenig im Country-Style (Liebe stinkt).
Alles nicht schlecht, zumal Marius Stimme irgendwie nicht alt werden will (ob die wohl geliftet ist? :-), aber auch nicht wirklich gut.
Und gekoppelt mit einer optimalen Präsentation sowie einem niedrigen Preis (wogegen ich aber grundsätzlich nichts habe) kann man heutzutage seine Musik schnell und viel verkaufen. Doch auch ein Schnäppchen braucht ein Minimum an Qualität, um ein wirkliches Schnäppchen zu sein!
Ich persönlich weine keinem alten Marius hinterher! Ich brauche keinen aufgewärmten Marius, der mir alte Erinnerungen zurück bringt. Ich brauche Rockmusik, die mich jetzt trifft, jetzt mitrocken lässt. Und dieses Gefühl kann dieses Album nicht erwecken.
Dafür ein "ausreichend" oder ein "it's o.k." - mehr geht nicht!
|
|
|
73 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Gepflegte Langeweile..., 23. Oktober 2009
...überkam mich beim hören von Williamsburg. Gepflegt weil es wirklich gut PRODUKTziert wurde, einen satten Sound hat und gute Musiker am Start waren. Langeweile weil es keine richtig guten Songs hat - und auch keine richtig Schlechten. Alles ist mittelmaß. Ich weiß auch nicht, früher war Westernhagen für mich der Junge von der Straße, ein sympatischer Typ der was drauf hatte aber irgendwie wie ein Loser rüberkam. Seine Musik war roh, seine Texte auch. Zu dieser Zeit sprach er eine Sprache die ich gut verstehen konnte, sowie zig tausend andere Jungs auch. Als er an der Spitze seines Erfolges angekommen war, meines Erachtens war es die Halleluja Tournee mit dazugehörigen Album, war er nicht mehr der Junge von der Straße sondern der erfolgreichste Sänger Deutschlands. Man sah Westernhagen nur noch im Designer Anzug, bei Livegigs drehte er dem Puplikum den Rücken zu, stüzte seine Hände in die Hüften, streckte seinen Allerwertesten heraus und wackelte mit selbigen hin und her - Imagepflege! Er umgab sich nur noch mit Prominenz, sogar in seinen Videos. Der Junge von der Straße war zum reichen Schnößel mutiert. Was aber eigentlich das Traurige an der ganzen Sache ist, seine Musik litt darunter. Seit Halleluja hat er für meinen Geschmack nichts mehr rausgebracht was irgendwie an seine alten Sachen rankam.
Und heute, als ich dieses Jahr zum erstenmal was von Westernhagen sah, da war es ein Plakat an einer riesigen Wand - von der Bildzeitung! Ein zeitgemäßes schwarz-weiß Bild von Westernhagen mit dem Text in seiner Handschrift: Ist die Bild kritikfähig? oder ist das alles hier nur Werbung?
Vielleicht kann ich ihm helfen, denn ich glaube ich weiß es: Werbung!
Und die hört auch nicht auf, Radio, Talkshows, Entertainmentshows...
Wäre ja alles eigentlich ok, wenn es ein hammer Album geworden wäre. Dieser ganze Aufwand verpufft aber wenn der letzte Song zuende geht und man sich fragt,"Hmm, bin ich in der Mitte kurz eingeschlafen?"
Nein, bin ich nicht. Man vergißt die Songs nur wieder sofort nach dem sie vorbei sind, zu belanglos das Ganze.
Schade-schade, hätt er doch bloß nie so viel Erfolg gehabt... ;)
|
|
|
13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Enttäuscht bin ich...., 14. November 2009
Sicherlich gehöre ich nicht zu den Hardcore-Westernhagen-Fans, die jede Platte vom Marius im Regal stehen haben, dennoch möchte ich mich mal zu dieser Scheibe äußern. Als Mittvierziger kenne ich Westernhagen natürlich zunächst einmal von seinen alten Platten aus den Siebzigern, die ich absolut genial finde. "Taximann" von 1975 und "Mit 18" von 1978 sind geniale Klassiker, die ich immer gern im Auto höre. Auch seinen Film "Theo gegen den Rest der Welt" kann ich mir immer wieder anschauen, auch wenn er inzwischen 30 Jahre alt ist. Zu meiner Diplomzeit 1990 war Marius auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Das Live-Doppel-Album, das im Rahmen seiner "Hallelujah"-Tournee entstand, ist granatengeil und auf kaum eine Musik habe ich auf Parties jemals so abgerockt. Es ist nicht lang her, da habe ich mir eine "Best-Of" gebrannt - 20 Titel auf eine CD fürs Auto. Und jetzt komme ich auf "Williamsburg" zu sprechen: Kein einziger Titel dieser CD würde es auf meine "20 Best Of"-CD schaffen. Ich habe mir die CD gekauft und finde sie ziemlich ätzend. Zu Beginn, die ersten 3 Titel sind nur nervig und langweilig, hat sie mich fast zum abschalten des CD Players gebracht. In der Mitte der CD steigert sich der Sound etwas, um zum Ende hin wieder völlig abzuflachen. Okay, für Herrn Westernhagen ist es ein ziemlicher Spagat: Niemand nimmt ihm mehr den Typ von der Düsseldorfer Straße ab, der diesen herrlichen, dreckigen Deutsch-Rockn'Roll singt "Ich will zurück auf die Straße, will wieder singen, nicht schön aber geil und laut! Denn Gold findet man bekanntlich im Dreck, und Straßen sind aus Dreck gebaut!". Als Armani-Anzug-tragender Star hat er sich obendrein unbeliebt gemacht, was ich ihm persönlich nicht übel genommen habe. Wenn ich plötzlich mit meiner Musik zum Millionär werde, würde ich mich auch anders präsentieren, als der ewige Theo. Aber plötzlich war das nicht mehr dieser Loser, der was auf die Fresse kriegt und deswegen den Blues hat. Nu isser 61 Jahre alt, der Marius. Und die Platte, die er da gemacht hat, hätte er sich und seinen Fans besser erspart. Klasse Abmischung, super Sound-Qualität, aber keine Seele. Die Musik ist tot. Den liebenswerten Marius, der es einst verstand, amerikanischen Rock und Blues mit deutschen Texten interessant zu machen, gibt es nicht mehr. Er provoziert nicht mehr, er schockt nicht mehr mit intelligenten oder versauten Texten, er rockt nicht mehr. Sorry, Marius. Deine neue Cd ist Schrott. Kauft Euch die "Westernhagen Live" von 1990 und ihr werdet Spaß haben, rocken, und mit dem Fuß mitwippen. Ich habe ihn einst sehr gemocht, aber jetzt kommt er nur noch unglaublich arrogant rüber. Schade. Udo Lindenberg hat mit seiner neuen CD gezeigt, daß auch deutsche Altrocker durchaus in der Lage sind, noch etwas hörenswertes zu produzieren. Marius, unterhalte Dich doch einfach mal mit Udo. Oder bist Du Dir inzwischen zu fein dazu??
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|