Nachdem ich die Romanreihe um Kapitän Nathaniel Drinkwater (14 Bände) komplett gelesen habe und restlos begeistert war, war ich natürlich sehr gespannt auf den ersten William Kite von Richard Woodman. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin nicht enttäuscht worden. Dieses Buch ist brilliant geschrieben und spannend von der ersten bis zur letzten Seite, so dass ich es fast nicht aus der Hand legen konnte. Dem Leser werden die marinehistorischen und seemännischen Dinge der damaligen Zeit auf den Segelschiffen umfassend und leicht verständlich beschrieben. Zu Unrecht des Mordes an einem Mädchen beschuldigt, muss im Jahre 1755 der Sohn eines Apothekers aus seiner Heimat Cumbria in Mittelengland nach Liverpool fliehen, wo er an Bord der Enterprize, einem Guineafahrer unter Kapitän Makepeace, als Schiffsarzt anheuert. Nicht ahnend, dass er sich auf einem Sklavenschiff befindet, segelt er der Küste Guineas entgegen. Als dann auf der Seereise von Afrika in die Karibik an Bord der Enterprize das Gelbe Fieber ausbricht und die Mannschaft arg dezimiert wird, wird William Kite, nachdem er sich schon vorher mit der Nautik beschäftigt hat, notgedrungen auf Befehl von Kapitän Makepeace auch noch Seeoffizier für die Schiffsnavigation. In Antigua angekommen, kauft er ein schwarzes Mädchen von dem Sklavenschiff, dem er dann die Freiheit schenkt. Nach vielen Abenteuern kehrt er später mit dem Schoner Spitfire nach England zurück. Richard Woodman hat als Autor von marinehistorischen Romanen nicht zuletzt mit dem ersten Band um William Kite bewiesen, dass er auf jeden Fall mit C.S. Forester (Hornblower) und Patrick O'Brian (Jack Aubrey und Stephen Maturin) gleichzusetzen ist. Meine Empfehlung für dieses Buch: Unbedingt kaufen und lesen.