WILLARD ist ein schüchterner junger Mann, der noch niemals in seinem Leben auf seine Kosten gekommen ist. Beruflich von seinem Chef und menschlich von seiner herrischen Mutter unterdrückt, merkt er irgendwann, dass er die Ratten aus dem Keller kommandieren kann. Aber auch dort erkennt er die feinen Wesensunterschiede nicht rechtzeitig...
Crispin Glover ist die echte Idealbestzung des verkrampften und bis zur Selbstaufgabe blockierten Willard, der es immer nur versucht, allen recht zu machen. Erst die Freundschaft zu einer Ratte markiert für ihn den Beginn eines einigermassen normalen Lebens.
Ein bißchen erinnert Glovers Darstellung an den "Thin Man" aus DREI ENGEL FÜR CHARLIE aber in WILLARD bekommt er endlich mal die Chance, einen ganzen Film zu tragen.
Und das gelingt ihm super!!! Schade, dass der Film eine Direct-to-video-Veröffentlichung ist und die Kinoauswertung verpasst hat, denn trotz seiner etwas langsamen Erzählweise und den relativ unspektakulären Effekten bietet er tolles Psychokino mit Stil! Dass er mit der Produktion inklusive Endschnitt nicht so ganz dem Wunsch des Regisseurs entspricht, erfährt man in dem 80-Minütigen Making Of, welches neben den entfallenen Szenen, einer Doku über Ratten, dem Musikvideo "Ben" und den üblichen Trailern auf die DVD gepackt wurde und damit ein vorzügliches Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Wer also noch auf dem 21. Jahrhundert angepasstes Erzählkino fern von Effektspektakeln wie MATRIX, BAD BOYS etc. steht, dem kann man dieses kleine Warner-Juwel ausnahmslos empfehlen - natürlich nur, wenn man keine Aversion gegen Ratten hat!