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Wilhelm II.: Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers [Broschiert]

Christopher Clark , Norbert Juraschitz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

9. November 2009
Das Leben des letzten deutschen Kaisers

Christopher Clark folgt der Karriere des letzten deutschen Kaisers : die schwierige Jugend bei Hof, die Etablierung seiner Macht sowie seine politischen Auseinandersetzungen und Ziele. Mit dem Ersten Weltkrieg und der Niederlage des Deutschen Reichs, endet auch die Herrschaft Wilhelms II. Der Kaiser dankt ab und muss den Rest seines Lebens im Exil verbringen. Clarks sorgfältig recherchiertes Buch bietet eine neue, zuweilen durchaus provokative Interpretation des kontroversen Monarchen und seiner dreißig Jahre währenden Regentschaft.

Hätte Deutschland einen anderen Weg eingeschlagen, wenn ein anderer Herrscher als Wilhelm II. das Land ins 20. Jahrhundert geführt hätte? Inwieweit prägte seine Persönlichkeit die deutschen Geschicke?

Christopher Clark nimmt zunächst Wilhelms Kindheit und Jugend in den Blick. Vater und Großvater, und damit zwei politische Lager – das progressive und das reaktionäre – stritten um die Erziehung des Prinzen. 1888 folgte Wilhelm seinem Vater auf den Thron. Clark untersucht Wilhelms außen- wie innenpolitisches Wirken und betrachtet schließlich auch dessen Rolle im Sommer 1914.


Nach dem verlorenen Krieg und seiner Abdankung wurde Wilhelm II. zum Objekt des Hasses. Und noch heute ist sein Image weitgehend negativ. Clarks Ziel ist es nicht, Wilhelm II. zu rehabilitieren. Und doch fragt er zu Recht, ob die Geschichtsschreibung nicht zu einer Dämonisierung des letzten deutschen Kaisers beigetragen hat.


Wird oft zusammen gekauft

Wilhelm II.: Die Herrschaft des letzten deutschen Kaisers + Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600 - 1947 + The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Die beste Biografie.“ (Berliner Zeitung)

»Clarks sorgfältig recherchiertes Buch bietet eine neue, zuweilen durchaus provokative Interpretation des kontroversen Monarchen.« (Fränkische Nachriten)

„Christopher Clark eröffnet Horizonte jenseits der engen Alternativen von Verklärung und Verdammung.“ (Frankfurter Rundschau)

Klappentext

"Die beste Biografie."
Berliner Zeitung

"Christopher Clark eröffnet Horizonte jenseits der engen Alternativen von Verklärung und Verdammung."
Frankfurter Rundschau


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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine politische Biografie des letzten deutschen Kaisers 10. November 2009
Von Mario Pf. HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Broschiert
Mit "Preußen: Aufstieg und Niedergang 1600-1947" hat Christopher Clark ein Standardwerk vorgelegt, in dem er es sich zur Aufgabe gemacht hat, der Dämonisierung und Verklärung Preußens entgegenzuwirken. Und es hat funktioniert, Clark stellte Preußen anders dar, als die meisten Historiker vor ihm, für ihn waren die vermeintlichen Widersprüche, die Janusköpfigkeit des Hohenzollernstaates, Ausdruck der Ambitionen seiner Herrscher und erst die Begründung des Deutsche Kaiserreichs wurde zum Verhängnis Preußens. Der Erfolg von Clarks "Preußen" hat es möglich gemacht, dass nun auch seine 2000 erstmals veröffentlichte Biografie Kaiser Wilhelm II. in deutscher Sprache aufgelegt wurde.

Kaiser Wilhelm II. wurde nach dem Ersten Weltkrieg lange Zeit dämonisiert, als Vorboten Hitlers, antisemitischen Militaristen und sogar psychisch kranken Kriegstreiber wurde er dargestellt. Christopher Clark unternimmt nicht den Versuch den letzten deutschen Kaiser zu rehabilitieren, sondern Verunglimpfungen und Verständnis für sein Handeln ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei ist das Buch keine auf die Persönlichkeit, sondern das politische Agieren des Kaisers konzentrierte Biografie. Die Schilderung von Kindheits- und Jugenderlebnissen bleibt also aus, genauso wie das Erwachsenenleben Wilhelms vor allem aus einer Perspektive dargestellt wird, in der seine Politik und offiziellen Handlungen die wichtigste Rolle spielen.

Die dominierende Frage ist, wie Wilhelm II. zu dem Kaiser werden konnte, der er war. Dafür verantwortlich war von anfang an, seine Stellung im Kaiserhaus, als ältester Sohn des Kronprinzen. Während sein Vater Kronprinz Friedrich Wilhelm es sich mit Kaiser Wilhelm I. durch seine liberale und englandfreundliche Haltung, in der er vor allem von Kronprinzessin Victoria, der Tochter Queen Victorias, bestärkt wurde, verscherzt hatte, beschritt Prinz Wilhelm andere Wege. Als Haushaltsvorstand konnte der Kaiser sich in die Erziehung des künftigen Kronprinzen einmischen und die missliebigen Eltern so umgehen. Prinz Wilhelm nutzte diesen Effekt seinerseits, um repräsentative Aufgaben wahrzunehmen, die eigentlich seinem Vater zugestanden wären.

Als 1887 der Kaiser seinen 90. Geburtstag feierte und beim Kronprinzen ein Kehlkopfgeschwür diagnostiziert wurde, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis Wilhelm den Thron besteigen sollte und schon ein Jahr darauf, war es soweit. "I bide my time" - "Meine Stunde wird kommen", war Wilhelms Leitspruch und Ausdruck der Ambitionen die er verfolgte. Von seinen Eltern als manipulierbar und Spielball der Hofsparteien unterschätzt, nutzte Wilhelm die verschiedenen Personen sehr geschickt für sich aus. Als Kaiser wurde er so nicht zum Anhänger einer bestimmten Partei, sondern konnte unabhängig von diesen einen Kurs verfolgen. Seine politische Wendigkeit und sein Machtstreben brachten ihn jedoch schon bald in Konflikt mit seinem Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck, dessen Rücktritt als erster großer politischer Erfolg des Kaisers gewertet werden kann.

Nach Clark war Wilhelm II. trotz seines Ehrgeizes weniger an Expansionen interessiert, als seine Position als Kaiser zu festigen und das Reich zu konsolidieren. Wie viele seiner Vorfahren war es auch Wilhelms dringlichstes Ziel, Preußen oder nunmehr das deutsche Reich zur Großmacht zu machen und seine Position zwischen den europäischen Mächten zu stärken. Ein Ausdruck dieser Politik war auch Wilhelms Ernennung Admiral Alfred von Tirpitz zum Marinestaatssekretär, mit dem er seine ambitionierte Flottenpolitik zu verfolgen begann, um mit dem britischen Empire gleichzuziehen und sich als Großmacht auch weltweit Geltung zu verschaffen.

"Der Glaube an sein Talent, für die deutsche Öffentlichkeit und zu ihr zu sprechen, war ein zentraler Bestandteil der Vorstellung Wilhelms von einer erfolgreichen Monarchie, und indem er die nationalen Zeitungen geradezu verschlang, trachtete er danach, ein Gefühl der Verbundenheit mit den großen Themen zu wahren, die damals die Nation bewegten." Das ging soweit, dass Wilhelm sogar ausgeschnittene Artikel mit Notizen versah und an seine Minister weiterleitete. Aus den Medien holte sich der Kaiser wichtige Ideen für seine Politik und setzte auch bei persönlichen Auftritten, sehr auf öffentlichkeitswirksame Inszenierungen. Anders als Wilhelm I. wollte Wilhelm II. sein Amt als Kaiser in vollem Umfang ausfüllen und nutzen, um seine Ziele zu verwirklichen und in die Geschichte einzugehen.

Im Gegensatz zum später verfassten "Preußen" stellt Clark das deutsche Kaiserreich in "Wilhelm II." noch als preußisches Projekt dar, in welchem preußische Beamte und Politiker versuchten die Reichspolitik den Interessen Preußens möglichst unterzuordnen. Clarks Biografie des letzten deutschen Kaisers ist trotz des zeitlichen Unterschieds zwischen den beiden Werken eine ideale Ergänzung zum Standardwerk "Preußen" und schildert sehr ausgewogen Wilhelms politischen Werdegang, sowie seine innen- und außenpolitischen Initiativen.

Fazit:
Eine sehr ausgewogene Darstellung der "Karriere" des letzten deutschen Kaisers und seiner Ambitionen, gewissermaßen die ideale Ergänzung zu Christopher Clarks "Preußen", "Wilhelm II. - Aufstieg und Fall 1859-1941"
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bemühen ohne Mut 22. Dezember 2011
Format:Broschiert
Christopher Clark nimmt sich einige der Bilder über den letzten deutschen Kaiser vor und kann sie glaubhaft zurechtrücken. Er konzentriert sich dabei auf die Person selbst und sieht sie eingebettet im Kontext der Ereignisse. Man hat jedoch den Eindruck, dass ihm der letzte Mut gefehlt hat, die ganze Wahrheit über die Gründe für den Ersten Weltkrieg darzustellen und damit den Mythos von der Alleinverantwortlichkeit des Deutschen Reiches ein für allemal über Bord zu werfen. So findet die Tatsache, dass Frankreich seit 1871 auf eine Revanche brannte und selbst die äußersten Kriegsanstrengungen für eine kommende Auseinandersetzung zur Rückeroberung Elsass-Lothringens vornahm, keinen Wiederhall und auch die britischen Interessen, nämlich die Zerschlagung der Deutschen Flotte und damit die Sicherung der eigenen Stellung als Weltwirtschaftsmacht Nr. 1 werden als praktisch belanglos für den Ausbruch des Krieges dargestellt. Auch für Russland war ein Krieg interessant, versprach er doch die Errichtung einer Vormachtstellung auf dem Balkan inkl. Besetzung der Dardanellen zur Sicherung eines Zugangs zum Mittelmeer. Hitler wies in seinen Reden praktisch immer auf das Unrecht von Versailles hin und traf damit den Nerv der Deutschen, die gar nicht wahrhaben wollten, einen Krieg verloren zu haben und dafür auch noch alleinverantwortlich zu sein. Wer sich aber, wie Christopher Clark, an dieses Thema nicht herantraut, verfehlt das Ziel, sich der Wahrheit über die Geschehnisse und deren Gründe zu nähern. Und dazu gehört, dass die Deutschen bis heute zu Unrecht als Kriegstreiber und allein Schuldige am Ausbruch des Ersten Weltkrieges da stehen. Der damalige Erfolg Hitlers hat nicht zuletzt damit zu tun.

Drei Sterne gibt es für die Bemühungen, einige der negativen Bilder über den deutschen Kaiser neu zu beleuchten. Die Übersetzung ist zufriedenstellend.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Standardwerk 8. Januar 2012
Format:Broschiert
Das Buch ist ausgezeichnet recherchiert, in der Darstellung ausgewogen und sehr gut lesbar. Zwar wirkt der Band im Vergleich mit John Röhls monumentaler dreibändiger Biographie recht schmal, doch verdankt sich dieser Umstand Clarks umsichtiger Konzentration auf das Wesentliche und der Herausarbeitung klarer Linien, denen der Autor stets konzentriert und nachvollziehbar folgt. Dabei bettet er Wilhelm II. konsequent in die Geschichte des Kaiserreichs ein und kann so auf die umstrittene Frage, wie weit der politische Einfluss und die Verantwortung des Kaisers reichten, eine differenzierte Antwort geben. Wer allerdings in einer Biographie hauptsächlich Klatsch und Tratsch sucht, kommt hier nicht auf seine Kosten. Insgesamt halte ich das Buch von Clark für die derzeit beste Darstellung zu Wilhelm II. und damit für die erste Anlaufstelle auf der Suche nach Informationen.
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