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Wildwechselzeit: Tagebuch einer Beziehung
 
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Wildwechselzeit: Tagebuch einer Beziehung [Gebundene Ausgabe]

Norbert Sternmut
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 229 Seiten
  • Verlag: Wiesenburg; Auflage: 1 (Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3942063255
  • ISBN-13: 978-3942063258
  • Größe und/oder Gewicht: 21,9 x 14,6 x 2,3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 3.412.611 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Das Protokoll eines Prozesses, der sich im Laufe der Seiten wandelt, als wären wir selbst Teil einer Art Therapie, einer Entwicklung aus Ängsten und Zweifeln heraus, während es um uns geht, womöglich, als wäre die Wirklichkeit wirklich oder doch nicht? Die Frage: fiktiv oder nicht, hier schreibt einer über sich, über seine Liebe, seine Herkunft, seine Krankheit, seinen Prozess ins Bewusstsein und doch schreibt er nicht über sich allein.

Über den Autor

Norbert Sternmut, geboren 1958, ist Schriftsteller (Theaterautor, Rezensent, Lyriker und Romanschreiber), Sozialpädagoge (Studium 82-87), Maler, Werkzeugmacher und Theaterautor.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von N. Leicht
Norbert Sternmut ist es mit Wildwechselzeit gelungen einen Text des Mutes und der schonungslosen Offenheit zu schaffen. Die Geschichte berührt zutiefst und schockiert gleichzeitig - vermeintlich.

Sternmut lässt offen, stellt vielmehr in Frage, welche und ob Wirklichkeitsanteile enthalten sind. Für mich steht die Unterscheidung von Wahrheit und Fiktion nicht im Vordergrund. Denn darauf kommt es nicht an! Ist nicht die Fiktion selbst Ausdruck einer der Wahrheiten und Welten des Schreibenden oder zumindest ein Spiegel davon? Ein Gericht, geköchelt im Hexenkessel der eigenen Kopfküche!

Der Satz Darauf kommt es nicht an" zieht sich, wie ein roter Faden auf Sternmuts Suche nach der inneren Wahrheit, dem eigentlich Sinn, seinem ich, durch Wildwechselzeit. Doch tatsächlich ist es genau das, worauf es ankommt. Es kommt darauf an, den beschriebenen Weg dieses Selbstfindungsprozesses eines in der Kindheit traumatisierten Erwachsenen immer und immer wieder von allen Seiten zu durchleuchten, zu hinterfragen und anzuzweifeln. Genau darauf kommt es doch an, auf das differenzierte Hinsehen, das sich in etwas erkennen, der Reflektion des Er- und Gelebten, das Einordnen in das Weltgeschehen, Angst zu haben, etwas zuzugeben, abzugeben, sich hinzugeben, aber am Ende niemals aufzugeben. Sich selbst nicht aufzugeben ist es, worauf es ankommt. In einigen Passagen spricht Sternmut seine Leser direkt und kompromisslos mit seinen Fragestellungen an. Dadurch schafft er es, dass der Leser sich -spätestens dann- Sternmuts Selbstfindung zu eigen macht. Identifikation findet sehr gelungen statt.

Seine Süchte nach Worten, Frauen und nach dem Leben bestimmen den Prozess.
Scheinbarer Sprechdurchfall mündet und erschließt sich in seiner eigenen, intimen Ordnung und erklärt sich darin von selbst. Zentrale Frauenmotive werden verkörpert von Marie und Johanna. Zwei Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwei Lieben, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf keine davon kann er verzichten, eine Entscheidung scheint unmöglich. Auf die vielen weiteren Frauengestalten, die eine Rolle seiner Sex-Sucht spielen, kommt es jedoch scheinbar nicht an. Immer wieder suizidalen Gedanken ausgesetzt entscheidet er sich, dafür, worauf es ankommt, für das Leben.

"Und die Vögel von Hitschcock kommen niemals zur Ruhe". Darauf kommt es an. Keine Ruhe, Veränderung, Fortschritt, die Fragen, die möglichen und die unmöglichen Antworten darauf.

Ein sehr vielschichtiger Roman, der neben der Frage, worauf es im Leben eigentlich ankommt, noch sehr viele weitere Themenfelder durchdenkt. Ein wertvolles Werk, das ich mit sehr viel Achtung gelesen habe und das ich als persönliches Geschenk betrachte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Es ist wie es ist 11. Juni 2011
Im neuen Roman von Norbert Sternmut geht es um eine Therapie, die sich über ein Jahr hinzieht.
Ganz traditionell wird der Kindheit eine bedeutende Rolle für Erklärungen zugewiesen. Eine traumatische Kindheit Voraussetzung für ,gegenwärtige` Verhaltens- und Einstellungsweisen ?
Ist die erste Frau in der individuellen Geschichte, die Mutter, verantwortlich für die Begegnung mit dem anderen Geschlecht überhaupt? Die Mutter hatte alles getan, um das Selbstwertgefühl des Kindes zu brechen, bzw. es erst nicht entstehen zu lassen. Braucht Norbert nun viele Frauen zur Stärkung des Selbstbewusstseins? Diagnose: ,Frauensucht`. Norbert muss ,auf die Piste gehen`, auf die` Jagd` nach Frauen. Probleme menschlicher, gesellschaftlicher Art sind vorprogrammiert. Er fühlt sich von Feinden umgeben, hat Suizidgedanken.
Die Psychologin wertet nicht. Immer wieder taucht der Satz auf: ,Es ist wie es ist. `
Aber für den Leser stellt sich vielleicht doch die Frage, ob es so sein sollte ,wie es ist`. Ein Vergleich mit Goethes Faust sei eingefügt. Auch Mephisto entwirft am Ende von Faust II eine Gesellschaft, in der der Genuss im Vordergrund steht, die Frau Objekt der ,Begierde` ist, Promiskuität zugelassen wird. Auch Mephisto sagt von sich, dass er ,ein für allemal / die Frauen nur im Plural` liebe.
Steht der Ich-Erzähler auf einer Ebene mit Mephisto? Nein: Norbert ,genießt` zwar ebenfalls , betrachtet die Frauen als Gegenstand eigener Bedürfnisse. Anders als Mephisto leidet er jedoch an seiner Situation, und er erfährt am Ende des Romans andeutungsweise eine Standortänderung zumindest was seine Beziehung zu Marie, der Frau, die ihm am meisten bedeutet, angeht.
Sprache und Erzählweise? Der fiktive Erzähler sagt von sich, dass er nicht strukturiert denke. So wird in kreisenden Bewegungen erzählt, die Sprache verliert ihre gebräuchliche Struktur, wird an einzelnen Stellen zum Stammeln. Gelegentlich erfolgt eine bewusste Anlehnung an die Sprache Handkes: Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt. Da es sich ja um einen Selbstfindungsprozess handelt, der in der Regel auch nicht linear, ordentlich, strukturiert verläuft, ist diese Art der Sprachgebung m.E. gerechtfertigt, mehr noch, passend.
Sternmut macht es dem Leser nicht leicht. Er verzichtet - anders als in den vorausgehenden Romanen -weitgehend auf vordergründige Spannungsmomente, Darstellung von Grausamkeit. Gerade dies macht das Buch besonders sympathisch, betont die innere Wahrhaftigkeit. Wir Leser, die wir einiges aus der Sternmutwerkstatt kennen, sollten uns auch und gerade auf ,Wildwechselzeit` einlassen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rezension zu 'Wildwechselzeit'
Heidi Gollnau /April 2011

Zunächst war ich versucht zu ergründen, wie nah die Tagebucheintragungen der Realität kommen könnten'
Hat Norbert Sternmut seine Kindheit, sein bisheriges Leben so erlebt, so wahrgenommen, wie er es in seinem Buch 'Wildwechselzeit' beschreibt?
Kann es wirklich sein, dass er so ungeliebt aufgewachsen ist? Und will er nun diese emotionale Einsamkeit, die in ja förmlich in wechselnde Frauenarme treiben muss, als Ersatz für die mangelnde Liebe seiner Mutter, verarbeiten?

Dieses Buch liest sich für mich sehr gehetzt. Ich hatte beim Lesen der Zeilen, das Bild vor Augen, den Autor ständig rennen zu sehen. Und ich rannte mit ihm. Daher tat es gut, durch die einzelnen Tagebuchabschnitte quasi zum Luftholen 'gezwungen' zu werden und so über die Therapiesitzungen bei Eva G. nachdenken zu können.
Es werden Themen angesprochen, die provozieren ' Die Kindheit, der Vater, der zu früh verstarb und keinen Halt geben konnte, die Geschwister, zu denen er nicht die Beziehung aufbauen konnte, die er gebraucht hätte, die gewalttätige, lieblose Mutter. Die Rolle der Mutter, die ihr eigenes Kind nicht genügend liebt und ihm Gewalt antut. 'Die Peitsche, welche griffbereit in der Küche hängt'. lässt allein bei der Vorstellung, was damit geschehen könnte, einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
Darf eine Mutter so sein, darf man so über eine Mutter sprechen, schreiben?

Gleichzeitig beschreibt Norbert Sternmut die Beziehungen zu mehreren Frauen. Moralisch sehr verwerflich, die verschiedenen Frauen, die er 'beliebt'. Oft zur gleichen Zeit. Er schreibt, zwei Menschen, Frauen gleichzeitig lieben zu können, zu wollen, nicht nur körperlich'schon fast skandalverdächtig'
Die Erzählungen aus dem Leben des 'Norbert' (wer auch immer diese Person ist ' der Autor selbst?) werden in den Rahmen einer therapeutischen Behandlung dargestellt. Wieder ein Tabu-Bruch: Über solche Sitzungen spricht man doch nicht, zumindest nicht in der Öffentlichkeit.
Letztendlich denke ich, beinhaltet 'Wildwechselzeit' einen sehr großen Anteil autobiografische Züge und eine ebenso große Portion Fiktion und soll durchaus 'provozieren', zum Denken anregen'Und wie nah dieses Werk nun wirklich der Realität, welcher auch immer, kommt bleibt das Geheimnis des Autors.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass manche LeserInnen die Schattenseiten wieder erkennen.
Für mich - ein sehr gelungenes Werk.
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