Über La Dispute bin ich eigentlich nur durch Zufall gestolpert. Das Album war in der November-Ausgabe der Visions drin und seitdem lässt mich das Album nicht mehr los. Musikalisch wirklich der Hammer. Bass und Schlagzeug tummeln sich etwas stärker im Hintergrund als die Gitarren, jedoch dominiert ganz klar Jordan Dreyers' Stimme, die - meiner Meinung nach - einfach überwältigend ist. Ich habe selten jemanden mit so viel Verzweiflung, Trauer und Wut singen gehört und, auch wenn mans nicht glauben mag, Jordans' Schreie übertragen dies alles viel besser, als wenn er nur normal singen würde.
Was an diesem Album aber wirklich das Beste ist, sind eindeutig die Lyrics und deren musikalische Untermalung. Mir ist es noch nie passiert, dass ich nach einem Song dasaß und einfach nur "What the Fuck" dachte. "Wildlife" hat ganz viele solcher Momente, aber meine 3 Favoriten in dieser Hinsicht sind "King Park", "Edward Benz, 27 Times" und "I see everything", wobei "King Park" eindeutig das Herzstück der Platte bildet, allein schon wegen seiner Länge von 6:54. Der Gesang bringt einen direkt ans Geschehen, als würde man die Leiche des Jungen sehen, als würde man mit dem Täter im Zimmer sitzen und ihn "Can I still into heaven, if i kill myself" schreien hören. Das Faszinierende - oder auch beklemmende - ist, dass Jordan alle Geschichten auf dem Album erlebt hat und diese in Songs verarbeitet. Das Album hat mich unheimlich zum nachdenken angeregt und ich kann es nur jedem empfehlen, der mit (Post-)Hardcore und verdammt guten Lyrics etwas anfangen kann.