Dass Giersch (Geißfuß) für mich je etwas anderes sein könnte als das lästigste Unkraut im Garten, hätte ich nie gedacht. Dank dem Wildkräuter-Kochbuch habe ich entdeckt, dass er ein wunderbares Würzkraut ist mit einem feinen Karotten-Petersilien-Geschmack, geeignet für die Pestoherstellung und zum Verfeinern von Kartoffelgerichten u.a.. Brennnesselspinat: Früher ein Arme-Leute-Essen. Das Rahmnesseln-Rezept (Brennnesseln und Taubnesseln in Sahne gekocht, mit Spiegelei, Kartoffeln und ein paar kleinen Finessen serviert) zeigt, dass man daraus eine richtige alltagstaugliche Schlemmerei zaubern kann. Und so setzt sich der Reigen von Wild- und "Un"kräutern fort. Vogelmiere, Spitzwegerich, Bronzefenchel, Sauerampfer und viele weitere Kräuter bieten Grundlagen für bodenständige, aber auch ausgesprochen extravagante Gerichte.
Die Rezepte werden übersichtlich und gut nachvollziehbar vorgestellt. Im anschließenden Pflanzenkundeteil gibt es vielseitige, bebilderte Infos zu den behandelten Kräutern. Auch die Tipps zur Lagerung sind vorzüglich.
Mir haben die ästhetischen Fotos ganz besonders gut gefallen. Sie machen nicht nur Appetit, sondern zeigen ebenso wie die Rezepte auf, dass die Unterteilung in Kraut und Unkraut längst hinfällig geworden ist.
Ein ganz außergewöhnliches Kochbuch zu einem fairen Preis!