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Vor drei Jahren verschwand er vorerst Into The Great Wide Open. Nach einem Greatest Hits-Album 1993 schnuppert Tom Petty, der liebenswerte Rock-Nöler, nun an frischen Wildflowers. Auf den ersten Ohren-Blick treiben die 15 neuen Songs aber keine so betörenden Hitblüten wie die Vorgänger-CD. Sie entfalten ihre Pracht eher mit der Zeit: Ruhig und geradlinig, ohne Elektronikschnörkel, zeigt Onkel Tom souveräne Saiten-Kunst und pirscht sich teilweise mit Mundharmonika und Piano nahe an Neil Young und Jackson Brown heran.
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Der schlaksige Blonde hat Freunde in hohen Etagen: Der ultrascheue Bob Dylan duldet ihn in seinem engsten Umfeld, Ex-Beatles George Harrison geht mit ihm öfters abends aus, E.L.O.-Überflieger Jeff Lynne gab an ihn immer wieder gerne sein Studiowissen weiter. Kein Zweifel: Tom Petty ist ein Everybody's Darling der Rock-Prominenz. Und auch das Publikum hält ihm seit über 15 Jahren die Treue. Gründe für diese Erfolgsstory finden sich zuhauf. Vielleicht erklärt sich Pettys langanhaltende Glückssträhne durch sein Gespür für einprägsame Melodien, vielleicht auch durch sein Faible für klare Arrangements ohne technischen Firlefanz. Sodann hat er den legendären Folkrock-Sound der Byrds und die näselnde Vokalphrasierung Dylans auf durchaus eigenständige Weise in die Moderne übersetzt. Und stets bewies der traditionsverbundene Typ eine erstaunliche musikalische Wandlungsfähigkeit, die bei seiner angestammten Begleitband, den Heartbreakers, auf offene Ohren stieß. Mit seiner jüngsten Kreation "Wildflowers" geht der Gitarrist und Sänger, der in Florida geboren wurde und in Kalifornien lebt, einmal nicht stilistisch, sondern im Sound neue Wege. Diese Wildblumen sind von einer betörenden klanglichen Frische, überdies weisen sie all jene oben genannten Vorzüge auf, die man Petty zuschreiben kann. Für die außergewöhnliche Transparenz der Aufnahmen zeichnete Kultproduzent Rick Rubin verantwortlich, der zuvor schon solch unterschiedliche Leute wie Johnny Cash, Mick Jagger oder die Red Hot Chili Peppers betreut hatte. Das Songspektrum reicht von heilendem Wüstenrock bis zu relaxtem Highway-Folkpop. Im Studio assistierten bei dieser mitreißenden Session neben den Heartbreakers auch Fossile von den Beatles (Ringo Starr) und den Beach Boys (Carl Wilson). ** Klang.: 08-09
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