Produktinformation
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| 1. I Know Why |
| 2. Perfect Lie |
| 3. Good is Good |
| 4. Chances Are |
| 5. Wildflower |
| 6. Lifetimes |
| 7. Letter to God |
| 8. Live It Up |
| 9. I Don't Wanna Know |
| 10. Always On Your Side |
| 11. Where Has All the Love Gone |
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Betrachtet man diese CD mit dem "Hintergrundmusik-Auge", dann muss man sagen, dass es echt eines der
am angenehmsten zu hörenden Alben ist.
Man wird nicht durch Disharmonie oder irgendwelche Eskapaden gestört.
Sicherlich merkt man auch hier und da ein paar Schwächen, so hat mich z.B. dieser "ow"-Laut in
"I don't wanna kn(ow)" tierisch genervt, weil nach dem 30ten Mal ist dann auch mal gut (!!), aber generell
fällt nicht viel unangenehm auf.
Nicht zuletzt wegen der teils wirklich wunderschönen Melodien und natürlich passt bei den Arrangements alles.
Besonders das warme Orchester in fast jedem Track trägt zu dem Gesamteindruck maßgeblich bei !
Wendet man die 2. Methode des Hörens an und schließt dabei rein zufällig auch die Erfahrungen mit den
vorigen Crow-Alben ein, so muss man ganz klar sagen, dass dieses Album an Einfallslosigkeit krankt.
Man bekommt den Eindruck, als hätte sie sich gerade genug Mühe gegeben, dass es ein halbwegs erfolgreiches, gutes
Album wird - aber allein z.B. "Steve McQueen" von dem Album "C'mon C'mon" ist (mein ich) meilenweit besser, als
fast jeder Song hier !
Man stellt auch große Kontraste fest - mal ist der Gesang alles andere als optimal (wie z.B. "Where has all
the love gone") und mal ist er absolut genial ("Always on your side").
Ebenso die Instrumentierung: Als ich das Album hörte, ohne das Booklet gelesen zu haben (sprich ohne zu wissen, wer
was spielt) hab ich mich bei den ersten Tracks über das hölzerne und eintönige Schlagzeug gewundert.
Später stellte ich fest, dass es "Abe Laboriel jr." spielt, also einer der (würde ich sagen) besten Drummer überhaupt !
Warum er hier auf max. 2% Leistung spielt ist mir unklar.
Man hätte da sicherlich wesentlich mehr draus machen können, hätte man (bzw. Frau) das gewollt - aber nun ja, immerhin
ist der Bass durchgängig gut bis sehr gut gespielt und auch die sonstige (Crow-übliche opulente) Instrumentierung
ist recht gut gelungen. Leider aber fast frei von neuen Ideen oder irgendwelchen genialen Anflügen.
Ich nehm da "Always on your side" etwas heraus, da ich meine, dass das mit sehr großem Abstand der beste Song des Albums ist !
Ein phänomenaler Gesang mit derart prägnanter und eindringlicher Stimme gesungen, dass ich erstmal etwas positiv
erschrocken war - dezent, aber völlig passend instrumentiert.
Hier stimmt alles und der Titel ist einer der Besten von Sheryl Crow meiner Ansicht nach.
Auch die Danksagung an "Elton John" für seine Inspiration ist sehr nett von ihr.
Das bezieht sich auf den Text "Butterflies are free to fly ...", welcher aus dem Song "Someone saved my life tonight" vom
(wie ich finde besten) EJ Album "Captain Fantastic and the brown dirt cowboy" (1975) stammt.
Schlechte Songs gibt’s hier hingegen nicht, jeder hat auf seine Art auch was Gutes.
In "Good is Good" ist’s der mitreißende Refrain und das präsente Schlagzeug, in "Wildflower" ist’s der nette Gesang, die
gute Gitarre (John Shanks) und natürlich der Bass (Mike Elizondo).
Letzterer ist leider oft zu arg in den Hintergrund gemischt worden; wer z.B. "Extraordinary Machine" von "Fiona Apple"
kennt, der weis, dass es anders geht -- und zwar richtig :)
In "Live it up" ist’s die Unbeschwertheit und Fröhlichkeit - den Track würde ich als zweit-besten sehen, da hier mal
die typische Sheryl Crow durchkommt - alles drin, alles Top und Ende (genial "Brian MacLeod" (D) und "M. Elizondo" (B) - fetzig).
Weiterhin gefallen mir "Lifetimes" und "Letter to god" recht gut - überall wo doch eher der Einfluss von "Jeff Trott" zu
hören (und auch im Booklet zu lesen) ist, als der von "John Shanks".
So könnt ich jetzt noch mehr schreiben, aber ich belasse es dabei und komme zu dem Schluss, dass es ein nettes, dahinplänkelndes
Album ist, was zwar durchaus schön ist, aber mehr auch leider nicht.
Es ist kein Meisterwerk, wie man es von ihr gewöhnt ist und man wird hier keine neuen Aspekte der Musik finden oder ähnlich Interessantes.
Ja es ist manchmal gar Eintönig, da es oft einfach zu lasch ist um wirklich Akzente zu setzen - echt Schade.
Also ein weit weit unter seinen Möglichkeiten tönendes Album, was bei mir so ca. 3,5 Sterne hat.
Der Vergleich zu den Beatles (und George Harrison) sowie den 60er/70er Jahren ist begründet; und meiner Meinung nach doch ein ganz wunderbares Kompliment. Immerhin gehören MacCartney/Lennon/Harrison zu den ganz, ganz Großen, was Komposition betrifft.
Auch stimmlich gibt es überhaupt nichts zu beanstanden. Eine schöne, klare Frauenstimme ohne Firlefanz. Ich liebe das. Jeder Ton trifft exakt. Wer Zweifel an ihren stimmlichen Qualitäten hat, sollte sich neben "Wildflower" ihr Live-Album anhören. Oder ihren Song-Beitrag "Begin the Beguine" aus dem Soundtrack "It's De-Lovely - die Cole-Porter-Story" (u.a. mit Robbie Williams, Alanis Morrissette, Elvis Costello).
In den Amerikanischen "Billboard-Album-Charts" ist "Wildflower" diese Woche vollkommen zu Recht auf Platz 2 eingestiegen. In Deutschland wird ihr ein ähnlicher Erfolg kaum gelingen. Was schade ist.
Aber wieso ist das so ? Hmmm, früher war Sheryl von Selbstzweifeln geplagt, ja hatte sogar Depressionen und drückte dieses sehr intensiv mit ihrer ausdrucksstarken Stimme in leicht düsteren Rocksongs aus - eine gescheiterte Liebe zu Eric Clapton und die Suche nach sich selbst schienen Sie ungewollt zu inspirieren, auch wenn sie das bestimmt privat viel Kraft gekostet hat. Doch dann kam Lance Armstrong....und mit ihm der fröhliche poppigere Klang in ihrer Musik.
Mit C`mon C`mon C´mon schuf sie bereits eine optimistische und poppigere Scheibe als zuvor und es zeichnete sich ab dass dieser massenkompatiblere Sound sich weiter fortsetzen sollte - egal, sagt man da als Fan und denkt Sheryl wirds musikalisch schon richten und sich auf ihre Stärken besinnen. Aber leider ist dem nicht so, denn die 12 Songs auf der Wildflower LP sind ohne Ausnahme als höchstens mittelprächtige Popstückchen zu bewerten. Bösartige Zungen würden hier von Einfallslosigkeit schreiben, denn zum ersten Mal - nach 4 Studioalben und einem BestOf - tritt Sheryls Musik auf der Stelle oder macht sogar einen Schritt zurück.
Meine abschließende Wertung von 2 Sternen ist dass es eventuell Anklang bei den Fans von C`mon C`mon C`mon findet. Jeder der den Vorgänger noch nicht hat sollte sich zunächst diesen besorgen, denn den kann man noch ruhigen Gewissens als gutes Popalbum empfehlen.
Neugierigen Sheryl Fans die jetzt vielleicht skeptisch geworden sind rate ich hingegen zu einem der ersten 3 Sheryl Crow Alben - da lohnt sich der Kauf zumindest auf alle Fälle.
Fazit: Das neue Album ist so gestriegelt glatt und so zuckersüß dass einem schlecht davon werden kann. Hoffentlich ein einmaliger Ausrutscher in der Discografie - Sheryl hat vor der ALbumveröffentlichung das Album Lance gewidmet. Meiner Meinung nach soll sich Lance dann auch Wildflower gleich alleine anhören - oder sich zum Wohle von Sheryls Musik sich mal mit ihr anlegen. Die Fans werdens ihm danken ! so long.
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