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Wildes schönes Tier: Erzählungen
 
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Wildes schönes Tier: Erzählungen (Gebundene Ausgabe)

von Fridolin Schley (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 138 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1 (August 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 382700747X
  • ISBN-13: 978-3827007476
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 642.901 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Großartig, eher doof, respektabel, gut, herausragend - fünf Erzählungen schmiegen sich in Schleys schmalem Bändchen aneinander. Sie passen perfekt zusammen, auch wenn ihre Qualität variiert. Ihre Hauptpersonen sind Männer. Meist Unsympathen, wenn auch erst auf den zweiten Blick. Ihre Belanglosigkeit in den eigenen Geschichten, die zu den Geschichten derer werden, denen sie zuhören, an die sie sich erinnern und die sie ausspionieren, treibt sie zu Rachsucht und Missgunst, zu einem irregeleiteten Gerechtigkeitsgedanken. Unzufriedene bockende Kinder unterschiedlichen Alters werden sie, Menschen, die sich selbst zu ernst nehmen. Der egozentrisch-übertriebenen Ernsthaftigkeit erliegt auch Schley bisweilen: Er will Literat sein - und ist es mit seinen geschickt konstruierten Schachtelgeschichten doch ohnehin schon. Ein wenig Leichtigkeit hätte die Sache perfekt gemacht. (kab)


Kurzbeschreibung

Ein Paar kehrt zurück an den Ort, den es in der ersten Zeit junger Liebe als magisch empfunden hat, doch die Beschwörung alten Glücks misslingt. Jule beibt nach einem Bad im Meer verschwunden und Arnold glaubt an Selbstmord. Später steht Jule plötzlich neben ihm, bereit für den Wiederbelebungsversuch ihrer Liebe, der die beiden hierher geführt hatte. Doch Arnold wird sich nicht verzeihen können, dass er sich leichteren Herzens mit dem Tod seiner Frau abgefunden hätte als dem Ende ihrer Beziehung. Es ist ein großes Thema, das Fridolin Schley in seinen neuen Erzählungen umkreist, vanitas vanitatum könnte über jeder der verblüffend reifen Geschichten dieses jungen Autors stehen: Ob in einer denkwürdigen Nacht im abriss-geweihten Palast der Republik oder der heimlichen Manipulation einer fremden Dreiecksbeziehung am Computer der Unibibliothek - stets ist der Autor der Vergänglichkeit auf der Spur und unseren sonderbaren Bemühungen, ihr zu entgehen. Fridolin Schleys erzählerische Souveränität ist beeindruckend, und sein verführerisches Spiel mit der Grenzüberschreitung vom Beobachter zum Voyeur verleiht diesen Erzählungen einen ganz besonderen Reiz.

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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nur weiter so Fridolin..., 22. Februar 2008
Von Dr. Turbanisch (Starnberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REVIEWER)    (REAL NAME)   
So wie Schwimmbadsommer entsteht die Prosa von Fridolin Schley aus der behüteten Atmosphäre des Münchner Speckgürtels und reflektiert die Umwelt voller wenig anziehender Männer. Die Nachbarn seiner kleinen Straße konnte man noch in seinen früheren Werken gut erkennen, heute evoluieren seine Erinnerungen und geben einen selten präzise Prosa frei, der es noch an Leichtigkeit mangelt, die aber den großen Erzähler unterstreicht!

Der Eindruck bleibt, daß hier noch einiges verbessert werden kann und daß man von diesem talentierten Schriftsteller noch viel mehr erwarten darf!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Was hat dieser Autor für ein Vokabular!, 4. August 2008
Die Erste von sechs Kurzgeschichten hat es wirklich in sich. Fridolin Schley schafft es mit seinem ungeheuren Wortschatz eine dichte und stimmungsvolle Sprachlandschaft mit wunderschönen Worten zu erschaffen die den Leser recht schnell in die Selbige eintauchen lässt. Dazu kommen Sätze die sich nicht selten über eine sagenhafte Länge von mehr als einer Seite erstrecken ohne das man sich in ihnen verliert.
Man kann die Trägheit, die von den Protagonisten in der Geschichte Besitz ergreift förmlich spüren und fühlt sich tatsächlich in der Lage das Geschehene mit zuerleben.
Dennoch gelingt es dem Autoren nicht dieses Gefühl über das ganze Buch zu transportieren und er läuft des öfteren Gefahr, im späteren Verlauf, ins triviale abzurutschen.
Die Art, wie er seine Beobachtungen beschreibt erinnert ganz entfernt an Kafka, und lässt einen leichten Vergleich durchaus zu.
Für die selten gewordene Art zu schreiben und für dieses doch liebevoll arangierte Buch möchte ich gute drei Sterne vergeben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Kurz und bündig - und gut , 8. Juni 2008
Von dreamjastie (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
So antiquiert wie sein Vorname wirkt zunächst auch der Stil der Texte von Fridolin Schley. Elegant fließen die Sätze und verschachteln sich, ohne dass sich der Autor verzettelt, nehmen den Leser sofort hinein in den Fluss der Erzählung. An Umberto Eco fühlte ich mich ein wenig erinnert, auch weil Schley gleich in der ersten Erzählung ein Experiment wagt, das auch Eco in seinem letzten Roman probte: die Verknüpfung des Textes mit Bildern, mit von einem gewissen Arnold Brand scheinbar ohne jedes Prinzip ausgewählten und absolut banalen Fotos. Hier jedoch bekommt dieses Experiment eine ironische Note. Mit den Fotos findet Schley eine Metapher für das große Thema des Buches, die Vergänglichkeit. Die Fotos tragen die Patina des Gestrigen, des Fastvergessens, der Akt des Erinnerns, des Nichtvergessens, ist ebenso Ausdruck dieses Themas, wie es auch die Betrachtung eines Ölgemäldes, das Überwuchern einer Stadt, das Durchforsten eines Super8-Archives sind. Auffallend, wie oft visuelle Medien - Video, Fotos, Gemälde - Gegenstand der Erzählungen sind.
In "Unannehmlichkeiten durch Liebe" verschwindet eine Frau in einem Urlaubsort, aufgesucht einzig, um die vor langer Zeit an ebendiesem Ort erlebte Zweisamkeit noch einmal heraufzubeschwören, vergeblich, versteht sich; in "Das Herz der Republik" bewegt sich ein junger Mann durch den schon im Abriss befindlichen Palast der Republik, der von seinem Vater mit entworfen wurde; in "Stendhal, Stockholm" wird vom Besuch einer Freimaurer-Kirche erzählt und eine Thriller-Atmosphäre wie bei Poe oder Lovecraft erzeugt, wenn sich etwa das Porträt eines alten Mannes als eine lebendige und beobachtende Person entpuppt, hier findet sich auch der direkte Bezug auf das Gemälde von Degas auf dem Frontcover des schmalen Bandes; in "Wildes schönes Tier" schließlich geht es vor dem Hintergrund einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Manets Gemälde "Der Balkon" und Wedekinds Tragödie "Lulu" darum, wie sich der Ich-Erzähler in eine Kommilitonin verguckt und heimlich ihre Seminararbeit und bei dieser Gelegenheit gleich ihren ganzen E-Mail-Verkehr ausspioniert und sie mehr und mehr zum Bestandteil des analysierten Gemäldes macht und schließlich seiner Eifersucht freien Lauf lässt.
Schleys Erzählungen überschreiten Grenzen, Grenzen des Formalistischen wie in "Unannehmlichkeiten durch Liebe", oder die Grenze zum Surrealen, Phantastischen, und wo das nicht geschieht, lässt der Autor seine handelnden Personen die Grenzen überschreiten. Doch all das geschieht niemals abrupt, sondern immer mählich, und wer sich als Leser einmal in die Gondel gesetzt hat, muss auch zwangsläufig die ganze Fahrt mitmachen: ich jedenfalls habe mich ausgesprochen gern mitnehmen lassen.
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