Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Nur weiter so Fridolin..., 22. Februar 2008
So wie Schwimmbadsommer entsteht die Prosa von Fridolin Schley aus der behüteten Atmosphäre des Münchner Speckgürtels und reflektiert die Umwelt voller wenig anziehender Männer. Die Nachbarn seiner kleinen Straße konnte man noch in seinen früheren Werken gut erkennen, heute evoluieren seine Erinnerungen und geben einen selten präzise Prosa frei, der es noch an Leichtigkeit mangelt, die aber den großen Erzähler unterstreicht!
Der Eindruck bleibt, daß hier noch einiges verbessert werden kann und daß man von diesem talentierten Schriftsteller noch viel mehr erwarten darf!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Was hat dieser Autor für ein Vokabular!, 4. August 2008
Die Erste von sechs Kurzgeschichten hat es wirklich in sich. Fridolin Schley schafft es mit seinem ungeheuren Wortschatz eine dichte und stimmungsvolle Sprachlandschaft mit wunderschönen Worten zu erschaffen die den Leser recht schnell in die Selbige eintauchen lässt. Dazu kommen Sätze die sich nicht selten über eine sagenhafte Länge von mehr als einer Seite erstrecken ohne das man sich in ihnen verliert.
Man kann die Trägheit, die von den Protagonisten in der Geschichte Besitz ergreift förmlich spüren und fühlt sich tatsächlich in der Lage das Geschehene mit zuerleben.
Dennoch gelingt es dem Autoren nicht dieses Gefühl über das ganze Buch zu transportieren und er läuft des öfteren Gefahr, im späteren Verlauf, ins triviale abzurutschen.
Die Art, wie er seine Beobachtungen beschreibt erinnert ganz entfernt an Kafka, und lässt einen leichten Vergleich durchaus zu.
Für die selten gewordene Art zu schreiben und für dieses doch liebevoll arangierte Buch möchte ich gute drei Sterne vergeben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kurz und bündig - und gut , 8. Juni 2008
So antiquiert wie sein Vorname wirkt zunächst auch der Stil der Texte von Fridolin Schley. Elegant fließen die Sätze und verschachteln sich, ohne dass sich der Autor verzettelt, nehmen den Leser sofort hinein in den Fluss der Erzählung. An Umberto Eco fühlte ich mich ein wenig erinnert, auch weil Schley gleich in der ersten Erzählung ein Experiment wagt, das auch Eco in seinem letzten Roman probte: die Verknüpfung des Textes mit Bildern, mit von einem gewissen Arnold Brand scheinbar ohne jedes Prinzip ausgewählten und absolut banalen Fotos. Hier jedoch bekommt dieses Experiment eine ironische Note. Mit den Fotos findet Schley eine Metapher für das große Thema des Buches, die Vergänglichkeit. Die Fotos tragen die Patina des Gestrigen, des Fastvergessens, der Akt des Erinnerns, des Nichtvergessens, ist ebenso Ausdruck dieses Themas, wie es auch die Betrachtung eines Ölgemäldes, das Überwuchern einer Stadt, das Durchforsten eines Super8-Archives sind. Auffallend, wie oft visuelle Medien - Video, Fotos, Gemälde - Gegenstand der Erzählungen sind.
In "Unannehmlichkeiten durch Liebe" verschwindet eine Frau in einem Urlaubsort, aufgesucht einzig, um die vor langer Zeit an ebendiesem Ort erlebte Zweisamkeit noch einmal heraufzubeschwören, vergeblich, versteht sich; in "Das Herz der Republik" bewegt sich ein junger Mann durch den schon im Abriss befindlichen Palast der Republik, der von seinem Vater mit entworfen wurde; in "Stendhal, Stockholm" wird vom Besuch einer Freimaurer-Kirche erzählt und eine Thriller-Atmosphäre wie bei Poe oder Lovecraft erzeugt, wenn sich etwa das Porträt eines alten Mannes als eine lebendige und beobachtende Person entpuppt, hier findet sich auch der direkte Bezug auf das Gemälde von Degas auf dem Frontcover des schmalen Bandes; in "Wildes schönes Tier" schließlich geht es vor dem Hintergrund einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Manets Gemälde "Der Balkon" und Wedekinds Tragödie "Lulu" darum, wie sich der Ich-Erzähler in eine Kommilitonin verguckt und heimlich ihre Seminararbeit und bei dieser Gelegenheit gleich ihren ganzen E-Mail-Verkehr ausspioniert und sie mehr und mehr zum Bestandteil des analysierten Gemäldes macht und schließlich seiner Eifersucht freien Lauf lässt.
Schleys Erzählungen überschreiten Grenzen, Grenzen des Formalistischen wie in "Unannehmlichkeiten durch Liebe", oder die Grenze zum Surrealen, Phantastischen, und wo das nicht geschieht, lässt der Autor seine handelnden Personen die Grenzen überschreiten. Doch all das geschieht niemals abrupt, sondern immer mählich, und wer sich als Leser einmal in die Gondel gesetzt hat, muss auch zwangsläufig die ganze Fahrt mitmachen: ich jedenfalls habe mich ausgesprochen gern mitnehmen lassen.
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