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Produktinformation

  • Audio CD (17. Oktober 2008)
  • Anzahl Disks/Tonträger: 1
  • Label: Edel Recor (edel)
  • ASIN: B001F139SI
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Produktbeschreibungen

motor.de

Schon von der ersten Note an ist sie zu spüren, die Einsamkeit. Das Gefühl, vollkommen auf sich allein gestellt zu sein in dieser ach so rauen Welt. Insofern passt der Titel „Wilderness“ perfekt zu Brett Andersons zweitem Soloalbum.

Spärlich instrumentiert – zumeist nur mit Piano/Akkustikgitarre plus Cello – erinnert dies anfangs stark an die frühen Suede, die emotional geladene Seite einer Animal Nitrate oder Dog Man Star. Doch spätestens ab „Clown“, dem dritten Song des Albums hat sich „Wilderness“ erschöpft, wird die Weite erdrückend, die Einsamkeit unerträglich. Und das Gefühl, vollkommen auf sich gestellt zu sein, schlägt in Resignation um. Was ist passiert mit dem Mann, der früher so eindringlich über durchfeierte Nächte in London, jugendliche Punks in Brighton und sexuelle Zweideutigkeiten, jenseits der pseudo-offenen 90er sang? Wo sind sie hin, die Bombast-Balladen, die Rocknummern und die großen Gesten der Britpopvorreiter? Was ist passiert mit dem androgynen Dandy, der die Rebellion lieber auslöst, statt sie einfach nur zu beschreiben?

Anderson ist älter geworden, erfahrener, introvertierter. Eine Entwicklung, so verständlich wie absehbar. Warm sollte das Album werden. Intim. Nah. Doch will die Singer-Songwriter-Attitüde, die Anderson auf „Wilderness“ anschlägt, dem Ex-Suede und The Tears-Sänger nicht so recht stehen. Schon nach kurzer Zeit vermisst man den dramaturgischen Bogen, die stilistischen Experimente und die Kraft, die den früheren Suede/Tears-Alben so eigen war und wie Andersons Stimme in orchestraler Begleitung versinkt, statt in der Ferne zu verhallen. Mager wie sein Körper, so sind die Songs ausgefallen und so traurig wie der Herbst an einem Regen verhangenen Tag. Doch hat auch diese Platte ihre Lichtblicke. Bei „Blessed“, einer emotionalen Mid-Tempo-Ballade, kommt ein Hoffnungsschimmer im dunklen Tal der Tränen auf. Das experimentellere, orientalisch angehauchte „Funeral Mantra“ mag zwar nicht gänzlich den sonst so Kraft raubenden Akt wieder beleben können, eine willkommene Abwechslung ist es allemal.

Man kann Brett Anderson nicht vorwerfen er würde stillstehen. Nein, entwickelt hat er sich. Ruhiger ist er geworden und reifer, das hört man ihm an. Für die stillen Stunden, dann wenn man allein den Gedanken nachhängen will, dann wenn die Musik nur Hintergrund ist, dann wenn man einen Soundtrack für den Liebeskummer braucht, in einer solchen Situation ist „Wilderness“ die perfekte Platte. Ansonsten gilt: wer bereits gedrückter Stimmung, alteingesessener Suede Fan oder auf der Suche nach epischen Britpop ist, sollte die Finger von dem Album lassen.

Constanze Koch


kulturnews.de

Brett Anderson hat aus seinen Fehlern gelernt: War das Solodebüt des Ex-Suede-Sängers noch streckenweise mit Chören und zu üppigen Arrangements überladen oder unnötigerweise von Gitarren aufgeraut, beschränkt er sich jetzt auf Streicher und Piano. Er ist beim Kammerpop angekommen, ohne die Verbindung zur Vergangenheit völlig zu kappen: Die Stimmung auf "Wilderness" erinnert an die dramatischen Balladen vom vielleicht besten Suede-Album "Dog Man Star". Damals waren es die melancholischen Momente eines Britpoppers zwischen Clubs und Drogen; inzwischen aber hat Anderson das aufgeregte London hinter sich gelassen und sinniert beim Landspaziergang über die Liebe. Dabei sind ihm die besten Songs seit Mitte der 90er gelungen, allen voran "Back to you", ein Duett mit der französischen Schauspielerin Emmanuelle Seigner. Die reduzierte Instrumentierung rückt seine Stimme noch stärker in den Fokus und macht eine Frage umso dringlicher: Warum bloß führt dieser Ausnahmesänger seit dem Suede-Split ein Nischendasein? (cs)

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Where the wild Sad Songs grow..., 20. Oktober 2008
Von Doctor Music (Frankfurt/Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Nach dem ersten Durchlauf von Brett Andersons Platte, schoss mir spontan der Gedanke durch den Kopf, mir heißes Badewasser einlaufen zu lassen, mich wohlig darin zu aalen..und mir dann genüsslich die Pulsadern zu öffnen...!
Der Volksmund meint ja immer, nach einer schwerwiegenden Trennung fallen Künstlern immer die besten melancholischen Songs ein, aber welche Menschlichen Abgründe müssen Suedes Brett Anderson hier widerfahren sein..?
Neun tieftraurige,(nur einst von Gary Jules`"Mad World" zu toppen) mit Moll lastigem Piano, und scheinbar schwerstem Herzen gespielte Akkustikgitarre sowie von Amy Langley wehmütig gestrichenes Cello, singt er uns seinen Kammermusikalischen Weltschmerz hinaus und wird bei "Back to you" von Emmanuelle Seigner dezent gesanglich begleitet.(Where the Wild Roses grow von Cave/Minogue) kommt mir in den Sinn. Der perfekte Soundtrack für das fallende Herbstlaub,für die Tage an denen es einfach nicht hell werden will, für (gefühlte)stundenlange, erzwungene "Mist,ich muss mit dem Hund raus" Spaziergänge, und die Momente, wo es Zeit für einen heißen Grog mit einem Schuss Tee wird!
Knapp am 4. Stern vorbei, weil er mit den Songs so geknausert hat.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das tiefgründigste Album des Jahres 2008, 14. Oktober 2008
Von Loony Jim "LJ" (Oberhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REVIEWER)   
Brett Anderson war Sänger und Songwriter der Londoner Band Suede, die von 1992 bis 2003 insgesamt sieben Alben veröffentlicht hat. Außerdem bildet Anderson mit dem ehemaligen Suede-Gitarristen Bernard Butler ein Teil der Band The Tears, die 2005 ihr bisher einziges Album veröffentlichte. Mit "Wilderness" liegt nun sein zweites Soloalbum vor, auf dem nur Stimme, Streicher und Piano zuhören sind und welches vermutlich das tiefgründigste Album des Jahres ist. Details einer Liebesaffäre stehen im Zentrum der Platte, die die euphorischen Gefühle der Liebe zeigt und sich ihren freudigen, trostlosen, überschäumenden, reflektierenden und schönen Momenten widmet. "Wilderness" ist ein Album, dass mit seiner Intensität außerhalb des Mainstreams steht und ein neues Kapitel im Leben von Brett Anderson aufschlägt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen ...such a lonely sound..., 20. September 2008
"Wilderness" ist meine Platte für den Herbst 2008, denn sie ist vor allem eins: ruhig. Das galt zwar schon für Bretts Solo-Debut, aber wo vormals verzerrte Gitarren und Schlagzeug noch eher an die Balladen von "Head Music" und den Sound von "A New Morning" erinnerten, sind hier nur noch Klavier, Streicher und zeitweise eine akustische Gitarre zu hören. Am besten veranschaulichen lässt sich das mit "Clowns", das schon die B-Seite von "Love Is Dead" war und auf "Wilderness" in abgespeckter Neuaufnahme zu hören ist. Gefällt mir besser. Das gilt auch für das zuerst mit Pleasure veröffentlichte, dann als Single dazwischengeschobene "Back To You", hier mit weiblicher Gaststimme. Für mich entfaltet erst die neue Version das gesamte Potential dieses wunderbaren Songs.
Die Themen bewegen sich zwischen Tagträumen (A Different Place, Blessed), unerfüllter (The Empress, Chinese Whispers) und vergangener Liebe (Clowns), Resignation (Back To You, Knife Edge) und dem Tod (Funeral Mantra, das mich an Patti Smiths "Ghost Dance" erinnert), und wenn man nicht aufpasst, kann einen das ganz schön runterziehen. Passend dazu übrigens die trostlosen Fotos im Booklet, auch wenn sie, wie das gesamte Album, im Frühling aufgenommen wurden. Wenn man aufpasst und keine scheu vor Moll-Tönen hat, dann entdeckt man aber auch eine Schönheit, die ihresgleichen sucht.
Ich habe die Songs seit über einer Woche auf meinem mp3-Player und bin jedes Mal aufs Neue berührt, aber wie gesagt: laute Kracher dürfen nicht erwartet werden.
Sternabzug gibt's für die Kürze (knapp über ne halbe Stunde), und warum kriegen die Downloader immer Bonustracks, die CD-Käufer jedoch nicht?? [dazu muss ich sagen, dass ich die UK-Version habe, weil ich's nicht erwarten konnte; keine Ahnung, ob's da Unterschiede gibt]

"there's blossom in the garden on the magnolia tree
the ivy's taken over where you planted rosemary"
*sigh*
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