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Wilde Schwermut. Erinnerungen eines Unpolitischen
 
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Wilde Schwermut. Erinnerungen eines Unpolitischen [Gebundene Ausgabe]

Jörg Schönbohm , Mit Beiträgen von Eveline Schönbohm
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Landt (10. Dezember 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938844256
  • ISBN-13: 978-3938844250
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 581.871 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jörg Schönbohm (geb. 1937), zuletzt Innenminister des Landes Brandenburg, erinnert sich: Sein Großvater verkaufte einst das erste Bild von George Grosz. 1990 übernimmt der »aufmüpfi ge Familienmensch« als General der Bundeswehr im Zuge der Wiedervereinigung die NVA. Er wird Staatssekretär in Bonn und Innensenator in Berlin. Mit vier Verteidigungsministern arbeitet Schönbohm eng zusammen. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Flucht kehrt er in seine Heimat Brandenburg zurück und erlebt mit Manfred Stolpe, Matthias Platzeck und Angela Merkel turbulente Jahre in der Landes- und Bundespolitik. Mit Nachrichten aus der Wirklichkeit widerspricht er den »ewigen Linken« Nachrüstungsgegnern, Hausbesetzern und DDR-Nostalgikern. Jörg Schönbohm, geprägt von Not und Überlebenskampf nach dem Zweiten Weltkrieg, macht Politik für die »unpolitische« Seite des Lebens.

Über den Autor

Geb. am 2. September 1937 in Neu Golm/Mark Brandenburg. Abitur in Kassel. 1957 Eintritt in die Bundeswehr und Ausbildung zum Offizier der Artillerietruppe. Ab 1959 Verwendung als Zugführer im Panzerartilleriebataillon 55 und im Raketenartilleriebataillon 22 sowie als Hörsaaloffizier an der Heeresoffiziersschule Hannover. Ab 1964 Batteriechef im Feldartilleriebataillon 11 in Hannover. Von 1968 bis 1970 Generalstabsausbildung an der Führungsakademie. Anschließend bis 1973 Leiter der Generalstabsabteilung Personal und Innere Führung bei der 11. Panzergrenadierdivision in Oldenburg. 1973 bis 1976 Generalstabsoffizier für Gefechtsübungen beim NATO-Hauptquartier AFCENT (Alliierte Streitkräfte Europa-Mitte) in Brunssum/Niederlande. Nachfolgend Kommandeur des Panzerartilleriebataillons 85 in Lüneburg. 1978 Referent in der Personalabteilung des Bundesministeriums der Verteidigung, ab 1979 Referatsleiter im Führungsstab der Streitkräfte. Von Oktober 1983 bis März 1985 Kommandeur der Panzerbrigade 21 in Augustdorf. 1985 bis 1988 Stellvertretender Leiter des Planungsstabes im Bundesministerium der Verteidigung. Von April 1988 bis Januar 1989 Kommandeur der 3. Panzerdivision in Buxtehude. Anschließend erneute Verwendung im Bundesministerium der Verteidigung als Leiter des Planungsstabes. Ab 3. Oktober 1990 Befehlshaber des Bundeswehrkommandos Ost in Strausberg. Vom 27. September 1991 bis zum 18. Februar 1992 Inspekteur des Heeres. Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Militärdienst bis 1996 beamteter Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Bundeswehrplanung und Rüstung im Bundesministerium der Verteidigung. Seit 1994 Mitglied der CDU. Vom 25. Januar 1996 bis 1998 Innensenator der Großen Koalition unter dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen. Aufgabe dieses Amtes, um anschließend erfolgreich für den Landesvorsitz der CDU in Brandenburg zu kandidieren (Landesvorsitzender bis 2007). Von Oktober 1999 bis November 2009 Innenminister des Landes Brandenburg, zunächst in der Regierung von Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD), ab 2002 in der Regierung von Matthias Platzeck (SPD). Von 1999 bis 2007 auch stellvertretender Ministerpräsident des Landes Brandenburg Vom 10. April 2000 bis zum November 2006 Mitglied des Präsidiums der Bundes-CDU. Seit Juli 2009 Ehrenvorsitzender der CDU Brandenburg.

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von MengKi
Format:Gebundene Ausgabe
Ein wichtiges geschichtliches Dokument und die Erzählung eines mehr als politischen Lebens. 'Mehr als politisch' war dieses Leben weil Schönbohm einige entscheidende Entwicklungen im politischen Feld mitgeprägt hat ohne ganz von der Politik geprägt gewesen zu sein. Die Geradlinigkeit und Schnörkellosigkeit dieses überzeugten Demokraten sind beeindruckend, gerade weil er sich den schonungslosen Blick für Realitäten nicht verstellen ließ. Als aufmüpfiger Offizier in der Bundeswehr, als Verantwortlicher für die Übernahme der NVA-Einheiten, als brandenburgischer Innenminister - immer hat er seine Meinung selbst gebildet und dann ohne Rücksicht auf taktische Feinheiten geäußert.
War das immer klug? Hat er damit immer das erreicht, was gut gewesen wäre? Hat er denjenigen Brücken gebaut, die noch nicht ganz überzeugt waren? Die Nichtbeantwortung solcher Fragen macht eine Schwäche des Buches aus. 'Komisch', so könnte sich Schönbohm am Ende zu fragen, 'komisch, dass ich immer recht hatte'. Selbstzweifel sind seine Sache nicht. Vielleicht hatte er auch wirklich wenig Grund dazu...
Was er politisch und gesellschaftlich äußert, das ist alles ehrenwert und dass seine Positionen selbst in der CDU nur noch randständig sind, das sagt mehr über den Zustand unserer Gesellschaft als über ihn.
Beeindruckend ist dabei, dass er noch einen Sinn für geschichtliche Zusammenhänge hat, dass er nicht nur das Deutschland der Gegenwart kennt, sondern im Blick auf das Ganze, die schönen wie die schrecklichen Dinge, urteilt. Die 'wilde Schwermut', die der Schau zurück gilt und mit der man sich nach dem Paradies der Vergangenheit sehnt, das man nie wieder wird betreten können - bei Schönbohm ist sie gar nicht so sehr auf Preußentum oder ähnliches gerichtet, sondern erstaunlicherweise auf die gute alte Bundesrepublik, die den jungen Offizier als Aufsteiger mit eigener Meinung gefördert und geformt hat. Schönbohm ist durch und durch ein Kind der bundesrepublikanischen Demokratie und auch sein 'Konservatismus' ist auf eine Weise von ihren Werten geprägt, die seine linken Gegner vermutlich gar nicht erkennen.
Darum setzt er immer wieder auf Diskussion und Überzeugung, auch wenn er wissen muss, dass die veröffentlichte Meinung ihm keine Möglichkeit geben wird, seine Auffassungen zu erklären. Erschreckend sind die Passagen über Kirchenvertreter, die deutlich machen, wie leicht man bei einem scheinbar moralisch hohen Anspruch jegliche Toleranz für Andersdenkende außer Acht lässt. Aufgeregte Pastoren kreuzen seinen Weg: von der Nachrüstungsdebatte bis zur gnadenlosen Verfolgung noch des kleinsten Zeichen für Rechtsextremismus durch die tapferen 'Anständigen' sind die (vor allem evangelischen) Besserwisser ein wiederkehrendes Motiv. Bezeichnend ist, dass nie jemand seinen Irrtum eingesteht, keiner dieser guten Christen Reue oder Einkehr zeigt. Hoffen wir, dass Schönbohm das nicht verbittert hat und dass er das Erscheinen dieses (vom Landt Verlag exzellent gestalteten) Buches mit der Gelassenheit und Freude wahrnimmt, die er sich verdient hat.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein ehrliches Buch 17. Februar 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Ein spannendes, ein fesselndes und vor allem ein ehrliches Buch. Ich habe die 450 Seiten in zwei Tagen durchgelesen, konnte das Buch nicht aus der Hand legen und verspürte den Wunsch: Weiterlesen! - trotzdem die Nacht unbarmherzig vorrückte und schon bald der Morgen nahte. Am nächsten Tag ging es sofort weiter, wie bei einem spannenden Roman. In guter Memoirenliteratur wird Lebenszeit zu Geschichte, wenn vom gelebten Lebens Unabgegoltenes bleibt. Dies ist ein solches Buch und das macht seine Faszination aus. Die Schönbohms bieten mehr als eine übliche Politiker-Selbstbeweihräucherung. Hier erzählen zwei Menschen, Jörg Schönbohm und seine Ehefrau, Evelin Schönbohm nicht nur ihr gemeinsames Leben und das Schicksal ihrer Familien sondern 100 Jahre deutsche Geschichte. Allein für diese Passagen lohnt die Lektüre. Der Lebensweg dieses kantigen Politikers, der niemals Politiker werden wollte, gewinnt so seine menschliche Dimension.
Jörg Schönbohm blieb auch mitten im politischen Getriebe immer ein eigenwilliger Mensch, selbst als Soldat war ihm sein Menschsein, seine Familie wichtiger als seine Karriere. So sollte er z.B. 1979 ein neues Kommando übernehmen und deshalb nach nur zwei Jahren schon wieder umziehen. Nachdem sein zwölfjähriger Sohn beim Abendbrot erklärte, das das nicht ginge, da die Schwester gerade das Abitur mache und sie eine Familie seien, erklärte er seinem Vorgesetzten, das er das Kommando nicht annehmen könne ' egal wie töricht diese Entscheidung sei. Auch das Ansinnen seiner Vorgesetzten, das es unpassend sei, dass die Frau eines höheren Offiziers der Bundeswehr berufstätig sei, wies er zurück. Seine Frau arbeitete weiterhin als Lehrerin ' in den 60er Jahre - als dies noch weithin unüblich war. Geschadet hat es ihm nicht. Er machte Karriere, wurde General und Staatssekretär im Verteidigungsministerium, vielleicht gerade deshalb. Solche Haltung erwartet das linke Vorurteil nicht von einem Offizier der Bundeswehr und späterem konservativen Politiker ' Nichts mit Heimchen am Herd. Wahrscheinlich war er deshalb später der politischen Linken als Politiker so verhasst.
Vor der Politik wurde er gewarnt. 'Damit das klar ist, ich finde Sie taugen nicht für die Politik. Sie sind viel zu offen und vertrauensselig, Sie können das nicht!' mahnte ihn Volker Rühe, als Schönbohm vom Berliner Bürgermeister Diepgen den Posten des Innensenators angeboten bekam. Er ging trotzdem in die Politik und blieb auch dort die ehrliche Haut, unfähig zur Intrige, zur Heuchelei, zur Anpassung an die Political Correctness. Er sagte auch als Innensenator in Berlin und später als Innenminister in Brandenburg, was er dachte und provozierte damit manchen Skandal in den Medien, etwa mit seiner Äußerung, dass die von der SED erzwungene Proletarisierung der ländlich strukturierten Räume Ostdeutschlands und der damit verursachte Werteverlust ein Grund sei für Verwahrlosung, Gewaltbereitschaft und Gleichgültigkeit. Liest man die entsprechenden Passagen im Buch nach, wird klar, das dies keine Provokationen um der Provokation willen waren, sondern man versteht, das sich hier ein Mensch Sorgen gemacht hat um den Zustand des Landes.
Politiker wie Schönbohm gibt es bald nicht mehr, auch nicht in der CDU. Auch hier haben die demagogischen Medienstrategen Oberwasser und mit ihnen die Anpassung an einen Zeitgeist dem Konformität über alles geht. Schönbohm bringt ihn auf den Punkt: 'Wenn mir Journalisten hinter vorgehaltener Hand sagten: "Sie haben ja recht, aber warum müssen Sie es denn aussprechen?" erwiderte ich: " >Wessis< dürfen die Dinge nicht ansprechen und >Ossis< wollen es nicht! Wenn ich es nicht sage, dann sagt es ja gar keiner." Daraufhin hieß es: "Na, dann sagt es eben keiner."
Ob so Demokratie funktionieren kann? Jörg Schönbohm "Wilde Schwermut" - LESEN!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von B. Babbe VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Lesenswert ist das Buch allemal, aber wie lesenswert, das erschließt sich wohl nur dem Zeitgenossen, der die Zeitgeschichte mit offenen Augen und Ohren miterlebt hat. Nicht nur, daß viele Details des Kalten Krieges klar herausgestellt werden, noch spannender wird es bei der Wiedervereinigung, die Jörg Schönbohm so hautnah miterlebt hat, wie wohl nur wenige andere. Das Buch ist ein Erlebnis, und daß es am Ende "Wilde Schwermut" heißt, sollte jeder und jede für sich erlesen. Es stimmt!
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Jörg Schönbohm im Gespräch 0 10.09.2010
Amazon 0 14.12.2009
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