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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gelungenes Frühwerk, 7. Oktober 2006
Obwohl der Roman "Wilde Schafsjagd" unter Haruki Murakamis Frühwerk einzuordnen ist, ist er als gelungen zu bezeichnen. In ihm vereinigt sich gewissermaßen die Spannung nach Art eines Kriminalromans (auch, wenn es keinen Mordfall im eigentlichen Sinne gibt) mit der für Murakamis Romane typischen Stimmung, durch die man sich als Leser während der Lektüre wie in einem Traum verlieren kann.
Die Geschichte beginnt zunächst völlig realitätsgebunden. Der 29jährige, namenlose Icherzähler, gerade geschieden, betreibt mit einem Freund und Kollegen in Tokyo eine Werbeagentur. Per Rückblende erfahren wir, daß er einige Jahre zuvor von seinem früheren Freund Ratte einen Brief mit einem Foto erhielt, welches eine Gebirgsweide mit Schafen im Vordergrund auf dem nordjapanischen Hokkaido zeigt. Eines der Schafe, mit einer sternförmigen Fellzeichnung auf dem Rücken, unterscheidet sich von den anderen. Der Protagonist veröffentlicht das Landschaftsfoto zufällig im Rahmen einer Werbekampagne. Bald darauf erhält er in seiner Agentur Besuch von einem Mann, der ihn im Auftrag einer geheimen Untergrundorganisation beauftragt, das besagte Schaf mit dem Stern auf dem Rücken zu finden. Mit der Drohung, der Chef der Organisation werde das Leben und die Werbeagentur des Protagonisten zerstören, übt er Druck aus. Hintergrund ist die dem Schaf mit der Sternzeichnung innenwohnende übernatürliche Macht, die sich der im Sterben liegende Chef der Organisation aneignen will. Klingt etwas eigenartig, aber Murakami spinnt eine spannende, in sich stimmige Geschichte daraus!
Zunächst völlig planlos, macht sich der Icherzähler mit seiner neuen Freundin, die offenbar mit übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet ist, auf den Weg nach Hokkaido, einerseits um Ratte, andererseits um das besondere Schaf aufzuspüren. Nach einigen Irrwegen und mit Hilfe einiger Fingerzeige seiner Freundin findet er die auf dem Foto erkennbare Bergweide und kurze Zeit darauf auch das Schaf - allerdings nicht in seiner auf dem Foto sichtbaren Gestalt... Die Bedrohung, der sich der Icherzähler zunächst ausgesetzt sah und die von der Untergrundorganisation ausging, ist somit zwar aufgehoben; ein wirkliches "Happy End" gibt es allerdings dennoch nicht.-
Trotz einiger nicht ganz durchschaubarer Verwicklungen und der eigentümlichen, teilweise fantastischen Handlung scheint dennoch alles im Roman aus dem Leben gegriffen erzählt und zieht den Leser mit einer ganz eigenen Spannung, durch die sich auch andere Romane von Haruki Murakami auszeichnen, in seinen Bann.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
bis über beide Ohren verliebt., 4. August 2007
Ich bin nicht der große Inhaltsangabenmacher. Meist verfange ich mich in Kleinigkeiten, zerrede womöglich noch dieses wunderbare Buch; das darf mir hier keinesfalls passieren.
Was schreibe ich also hier?
Nun, ich habe mittlerweile 3 Murakamis tief eingeatmet (mit diesem jetzt 4), und mein Verlangen nach neuen Geschichten ist nach wie vor ungebrochen. Murakami ist ein Traumarchitekt, dem man seine Fantasiebauten zweifellos abkauft. In seinen Büchern gibt es keine feste Realität, unter ihr schlafen Mythen und Mysterien, die einfach da sind. Punkt.
Die Suche nach einem Schaf, einem Schaf, das einem in den Kopf steigt, Kreativität bis zum zerbersten in seinem Wirt erweckt, ihn unsterblich macht, ein Schaf mit einem Stern auf dem Rücken. Es muss gefunden werden. Absurd? Nein, das ist so. Eine detektivisch angehauchte Story, die mitsuchen lässt.
Hier treffen die Zufälle eines Paul Austers auf Einsamkeitsmomente eines Becketts. Immer wieder blitzt feiner Humor auf und...das hört sich vielleicht kindlich naiv an, einmal hat es mich sogar richtig gegruselt.
Das Ende ist sehr konsequent. Das "Tanz mit dem Schafsmann" eine Fortsetzung ist (ich habe es noch nicht gelesen) überrascht da schon, aber nun denn...
Wilde Schafsjagd ist bestes Murakami-Feeling. Auch als "Einstiegsdroge" zu empfehlen.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Märchen ? Ein Krimi ? Eine Parabel ? Ein Fantasy-Roman ? Ein Vexierbild ? Ein Entwicklungsroman ? Ja, auch. Aber... , 3. Mai 2007
Murakamis "Wilde Schafsjagd" beginnt recht konventionell und trägt alle Züge einer Kriminalgeschichte; ein unbedarfter Held, ein großes, dunkles Geheimnis, mächtige Männer im Hintergrund, eine undurchsichtige Verschwörung und eine geheimnsivolle, schöne Frau. Nach und nach jedoch wandelt sich die Erzählhandlung, nimmt zusehends träumerische, märchenhafte Züge an, ohne dass der Autor dabei von seiner bildreichen, präzisen Sprache abwiche.
Im Ergebnis kann man "Die wilde Schafsjagd" auf vielerlei Arten lesen. Das macht den Roman zum einen interessant, läßt den Leser am Ende aber ein wenig unbefriedigt zurück.
Die Suche nach dem Schaf (die übrigens alles andere als wild ist)endet offen und präsentiert sich am Ende wohl am ehesten als Allegorie auf das Erwachsenwerden, als die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, dem Annehmen von Verantwortung für das eigene Handeln.
Nicht nur. Aber auch.
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Die neuesten Kundenrezensionen
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5.0 von 5 Sternen
Genial! Eben typisch Murakami
Spannend, abgedreht, witzig, lustig, lakonisch, ironisch, zynisch, lebensnah und doch lebensfern, treffsicher, direkt und sogar ein wenig erotisch...
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Vor 7 Monaten von Majores, Manuela veröffentlicht
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