Was sonst? - Ein "moersches" Buch natürlich
Wodurch unterscheidet sich ein "moersches" Buch von anderen Büchern? - Ein "moersches" Buch zeichnet sich aus durch skurrilen Witz und Fantasie die die Wirklichkeit und das was wir in dieser empfinden einspinnt und durch intellektuellen Humor eine Parodie auf die Wirklichkeit und andere literarische Werke erstellt. Da Moers keine direkten Fortsetzungen auf seine Bücher schreibt, ist jedes Buch speziell auf seinem Gebiet einzigartig und überlässt es dem Leser in welcher Beziehung es zu den anderen Büchern b.z.w der Wirklichkeit steht.
Was ist an diesem Buch speziell? - Dieses Buch ist das einzige, in welchem Moers die Zeichnungen nicht selbst anfertigt und auch nicht anfertigen lässt (was er ohnehin nicht tut), sondern ein Buch zu den Zeichnungen eines Fremden Illustratoren schreibt: Gustave Dore! Die Zeichnungen Dores verbunden mit der "moerschen" Fantasie, ergeben ein Feuerwerk der Skurrilität, einzigartigen Humors und fantastischer Philosophien.
Welche Bedeutung hat dieses Buch innerhalb der "moerschen" Reihe? - Das letzte im Eichbornverlag erschienene Moers-Buch, stellt eine interesannte Wendung in der "moerschen" Reihe da. Mehrere Punkte sind hierbei zu erwähnen:
a) Der Zeichenstil. Dieser zeigt, dass Moers bereits vor "Wilde Reise durch die Nacht" den doreschen Zeichenstil studiert hat. Denn bereits in "Ensel und Krete", seinem zweiten Zamonienroman, zeigen sich leichte noch nicht ganz ausgeprägte doresche Stilanwendungen, welche aber erst in den folgenden, bei Piper erschienenen, Werken zu voller Deutlichkeit aufblühen.
b) Die Inspiration...
Zu diesem Werk verdankt er dem sorgfältigen Studium dorescher Illustration. Die Entstehung eines Romans durch sorgfältige Recherche benutzt Moers auch in folgenden Werken, wie Rumo und die Wunder im Dunkeln", in welchem deutliche Spuren des Studiums historischer Literatuer zu finden sind oder auch in seinem neustem Werk Der Schrecksenmeister", das durch das Lesen von Gottfried Kellers Spiegel das Kätzchen" entstand. Die Stadt der träumenden Bücher" schrieb Moers auch, angeregt von einem Streifzug durch amerikanische Antiquariate.
Sollte man lieber Taschenbuch oder Hardcoverausgabe des Buches kaufen? - Wenn man die einmaligen durch Moers Texte unterstrichenen Illustrationen in vollen Zügen genießen will, ist das Hardcover, dessen Illustrationen nahezu Kunstdrucken ähneln, zu bevorzugen. Für Moers-Fans die das Moerschen" genießen wollen, ohne zu tief in die Tasche zu greifen, ist die Taschenbuchausgabe, deren Bild-, Druck- und Papierqualität trotzdem das normale Maß von Taschenbüchern überschreiten, mehr als nur eine akzeptable Lösung.
Viel Spaß mit dem Buch wünscht...
Felix Rolf vom Wald