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Schulbücher & Lernhilfen
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Wilde findet am College einen Lehrer, der ihn zu einem liebenswürdigen, aber arroganten Gentlemen erzieht. An der Universität von Oxford haben John Ruskin und Walter Horatio Pater auf ihn großen Einfluß. Laut Ruskin muß ein bedeutender Künstler notwendigerweise auch ein guter Mensch sein. Laut Pater ist Leben die Ekstase des Erlebens. Sie zu erhalten heißt, das Leben zu meistern. Aus Geldnot ist Wilde gezwungen zu arbeiten. Nach seiner anfänglichen Erfolglosigkeit als Literat begibt er sich auf eine Vortragstreise durch die Vereinigten Staaten. Nach seiner Rückkehr sucht er nach einer Position, die seinen gesellschaftlichen und finanziellen Ansprüchen entspricht. Intellektuell fasziniert ihn die Biographie eines Künstlers und Giftmörders. So entstehen der Gedanke der Entwicklung der Persönlichkeit durch eine Vielfalt von Identitäten und der Gedanke der Prägung durch das Spiel mit dem Verbotenem. In der Enttäuschung über seine anfangs erfüllende und mit Kindern beschenkte Ehe erkennt Wilde in einem Brief, daß es romantisches Erleben nur als Sehnsucht und Erinnerung, nicht aber als Zustand gibt. Dem Spiel mit dem Verbotenem entspricht seine homosexuelle Liebe zu Lord Alfred Bruce Douglas. Diese Beziehung fällt zusammen mit der für Wilde schöpferisch fruchtbarsten Zeit. Kunst ist nach Wilde "nicht Abklatsch des Lebens, sondern sie entspringt dem schöpferischen Geist des Menschen, ist verdichtetes Leben." (S.102) Eine eigene Verleumdungsklage gegen die Bezichtung der Homosexualität durch den Vater seines Geliebten bringt Wilde ins Gefängnis. Für Wilde steht fest, daß es die unnatürlichen Tugenden der bornierten Menschen sind, die die Welt zur Hölle machen. Nach zweijähiger Haft schreibt er seine Einsicht an einen Freund, daß eine Philosophie des Genusses und der Kult sinnlichen Wohlbehagens die Phantasie begrenzten und gegen die zarteren Empfindungen abstumpften. Diese Einsicht steht allerdings in Konflikt mit seiner Person. Abschließend stellt Funke fest, daß es nicht das Gefängnis war, das Oscar Wilde, den Künstler zerbrach, sondern der Skandal, der ihn isolierte.
Das Buch ist außerordentlich gut lesbar geschrieben, ab und zu ein wenig sprunghaft in der Aneinanderreihung von Fakten und wirkt daher manchmal ein wenig detailverliebt.
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