Angesichts des Titels war meine Erwartung möglichst viel über jenseits der Zivilisation aufgewachsene Kinder zu erfahren. Es zeigte sich aber, dass diese "wilden Kinder" zwar den roten Faden des Buches ausmachen, der Schwerpunkt aber eher auf den zahlreichen Menschen liegt, die mit ihnen zu tun hatten.
Die Idee, das Leben dieser geheimnisvollen Kinder und ihrer oft im Dunkeln liegenen Herkunft aus der Sicht ihrer Zeitgenossen bzw. der Wissenschaftler, die mit ihnen zu tun hatten zu beleuchten, ist sicherlich eine gute Idee und könnte auch spannend sein. Aber der Hintergrund sollte nicht allzu zerhackt sein.
Der Autor hat offensichtlich gut recherchiert und sehr viel Hintergrundwissen zusammengetragen. Die Flut von Informationen über die Hintergründe verschiedenste Menschen und Begebenheiten, deren Zusammenhang mit dem Thema manchmal kaum noch zu erahnen ist, wirkt aber eher angestrengt und für den Leser anstrengend.
Und dann wäre da noch die Übersetzung!!!
Merkwürdige Formulierungen wie "Schiffbruch erleben", grammatische Verstöße wie das Pronomen "sie" bezogen auf "das Kind" sowie offensichtliche Übersetzungsfehler wie "Biest" als Übersetzung für "beast" (= wildes Tier) oder "Allee" für "alley" (= enge Gasse) lassen nichts Gutes erahnen.