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Wilde Erdbeeren - SZ-Cinemathek

Victor Sjöström , Bibi Andersson , Ingmar Bergman    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Darsteller: Victor Sjöström, Bibi Andersson, Ingrid Thulin
  • Regisseur(e): Ingmar Bergman
  • Komponist: Erik Nordgren
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Schwedisch (Dolby Digital 1.0), Deutsch (Dolby Digital 1.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Süddeutsche Zeitung GmbH
  • Erscheinungstermin: 26. März 2005
  • Produktionsjahr: 1957
  • Spieldauer: 87 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0007S5VPY
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 51.293 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

s/w
Die Autofahrt des berühmten Medizinprofessors Isak Borg zur Erneuerung seines Doktordiploms wird für ihn selbst zu einer aufwühlenden Reise in die Vergangenheit. Durch eine Reise von Vorfällen und Träumen erkennt er schockiert, daß sein Leben an Lieblosigkeit und Egoismus gescheitert ist.
Der erfolgreiche Bergman-Klassiker porträtiert sensibel und einfühlsam den charakterlichen Wandel des Professors. Jahrzehnte später noch empfanden Kritiker "Wilde Erdbeeren" als das Beste seiner Werke. Der Film wurde mit zwei Dutzend Preisen ausgezeichnet, 1958 auch mit dem Goldenen Bären.

Produktbeschreibungen

Der berühmte 78-jährige Bakteriologe Isak Borg soll an der südschwedischen Universität Lund zum 50. Jahrestag seiner Promotion geehrt werden. Kurz vor seiner Abreise hat er einen aufwühlenden Albtraum und sieht sich mit seinem eigenen Tod konfrontiert. Morgens darauf fährt er mit seiner Schwiegertochter Marianne nach Lund. Die Reise wird zu einem ernüchternden Trip in die Vergangenheit. Wehmütig zieht er sich in Tagträume und Erinnerungen zurück und stellt fest, dass er viele Jahre seines Lebens durch seine Herzenskälte verschenkt hat. Er beschließt, seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für Nächstenliebe ist es nie zu spät. 31. Dezember 2008
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Der 78 jährige schwedische Professor für Medizin Isak Borg (Victor Sjöström) soll anlässlich des 50. Jahrestages seiner Promotion von der Universität in Luna geehrt werden.
Borg ist ein sehr introvertierter Mensch, der sich der Wissenschaft verschrieben hat.
Seinen Mitmenschen gegenüber wirkt er unterkühlt und wenig Anteil nehmend.
In einem Albtraum wird er mit seinem eigenen Tod konfrontiert und in darauf folgenden Tagträumen mit den Erlebnissen seiner jungen Jahre.
Sein Seelenleben hat sich gemeldet.
Auf der Autofahrt nach Luna begleitet ihn seine schöne Schwiegertochter ( Ingrid Thulin), die ihm von ihrer schwierigen Ehe berichtet und ihm verdeutlicht, dass seine Kälte, die gesamte Familie krank und sehr unglücklich gemacht habe.
Er erinnert sich an seine bereits verstorbene Frau, die aufgrund seiner kühlen Art Zuneigung bei einem anderen Mann suchte. Er denkt an seinen Sohn, der ihm sehr ähnlich ist und er trifft seine steinalte Mutter, deren Kälte nicht zu überbieten ist.
Die mangelnde Empathie wird von Generation zu Generation weitergegeben und macht alle sehr einsam.
Durch Mitreisende im Auto wird Borg mit vielen unterschiedlichen Gefühlsexplosionen konfrontiert, die ihm verdeutlichen, dass er bereits gestorben ist.
Borg ist mit diesem Zustand nicht einverstanden und bemüht sich, trotz seines Alters um einen neuen Weg. Es ist der Weg der Nächstenliebe, für die es nicht nur in der Vorstellung des Regisseurs Ingmar Bergmann nie zu spät ist.

Ein künstlerisch sehr beeindruckender Schwarz-Weiß-Film , mit nachdenklichen Dialogen.

Die Ton- und Bildqualität sind zufriedenstellend.

Empfehlenswert.
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48 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schuld und Sühne 28. Februar 2005
Von Askadar
Ingmar Bergmans "Wilde Erdbeeren" (im schwedischen Original "Smultronstället"), entstanden 1957, zählt für mich zu den unbestrittenen Meisterwerken der Kinematografie. Darüber hinaus stellt dieser Film einen herausragenden Beitrag zum filmkünstlerisch zum Ausdruck gebrachten Existenzialismus dar.

Zum Inhalt: Der Arzt und Forscher Isak Borg (grandios: Victor Sjöström), seines Zeichens verwitwet und 78 Jahre alt, lebt zurückgezogen mitsamt seiner mürrisch-liebevollen Haushälterin Agda in Stockholm. Anlässlich seines 50jährigen Doktorjubiläums wurde Borg nach Lund eingeladen, um von seiner Universität geehrt zu werden. Am Vorabend dieses denkwürdigen Ehrentages hat Borg einen erschreckenden Traum - er begegnet darin dem Tod.
In Begleitung seiner Schwiegertochter Marianne (Ingrid Thulin), zu welcher der Professor ein bestenfalls platonisches Verhältnis pflegt, bricht er am kommenden Morgen mit dem Auto nach Lund auf. Auf halber Strecke machen sie an einem verlassenen Sommerhaus, in dem Borg seine unbeschwerte Kindheit verbrachte, Rast. Er findet dort den Platz der wilden Erdbeeren wieder und die Bilder der Vergangenheit holen ihn ein. Er sieht seinen schwerhörigen Onkel Aaron vor sich, umgeben von Borgs Geschwistern, er selbst aber steht als gealterter Unbeteiligter voller Wehmut außerhalb des Geschehens.
Bei der Weiterfahrt nach Lund nehmen Borg und Marianne dann drei Studenten mit: Sara (Bibi Anderson), Victor und Anders, die bis nach Italien trampen wollen. Kurze Zeit später entgehen sie nur knapp einem Zusammenstoß mit einem anderen Wagen, der im Straßengraben landet. Den beiden unverletzt gebliebenen Insassen, dem Ingenieur Alman und seiner Frau, bietet Borg die Mitfahrt an. Unterwegs geraten Alman und seine Frau so heftig in Streit miteinander, dass Marianne sie des Fahrzeugs verweisen muss.
Zur Mittagszeit rastet man erneut: Victor und Anders, ganz in ihrem leidenschaftlichen Element, diskutieren heftig über Religion und Wissenschaft. Borg und Marianne wiederum besuchen die in der Nähe lebende Mutter des Professors, die Begegnung fällt distanziert und befremdlich aus.
Auf der Weiterfahrt - Marianne fährt - schläft Borg ein und wird abermals von bedrückenden Traumvisionen heimgesucht. Zunächst begegnet er seiner Cousine Sara, die er in der Jugend liebte, aber letztlich an seinen Bruder Sigfrid verloren geben musste. In einer veränderten Traumsituation muss er sein praktisches Hochschulexamen wiederholen, bei dem er überraschenderweise kläglich versagt. Der Prüfer ist Alman: er tritt als Ankläger im Namen der verstorbenen Frau des Professors auf und begleitet diesen zu einer Szenerie, in der sich Borgs Frau einem fremden Mann hingibt. Borg erwacht und erzählt Marianne von seinen Traumbildern. Diese wiederum erkennt darin überrascht, wie sehr der junge Isak Borg in seiner Gefühlskälte ihrem Mann Ewald, ebenfalls Arzt, ähnelt.
In Lund angekommen, empfängt Ewald Borg den Vater und Marianne in seinem Haus. Ermüdet vom Ritual des Festaktes, den der Professor wie abwesend hat über sich ergehen lassen, sinkt er am Abend ins Bett. Sara, Anders und Victor verabschieden sich liebevoll mit einem Lied von ihm; Marianne und Ewald haben ihre vormals angedeuteten Differenzen überwunden und kommen einander wieder näher. Noch einmal ruft Borg Erinnerungen aus seiner Kindheit wach, er träumt sich zurück zum sommerlichen Erdbeerplatz und sieht seine Eltern, die ihm vom Seeufer aus zuwinken.

"Wilde Erdbeeren" berichtet über die Ereignisse eines bedeutungsvollen Tages im Leben eines alten "Einsiedlerkrebses". Jahrzehntelang hat der geachtete Professor das Bewusstsein, im Leben versagt zu haben, verdrängt und gleichzeitig unter diesem Selbstbetrug gelitten. Darüber ist er im Alter einsam geworden - ein Mensch, der vom Leben nichts begehrt als Ruhe und die Möglichkeit, sich den Dingen zu widmen, die sein Interesse erwecken. Seine Abschirmung von der Außenwelt ist somit selbst gewählt. Der zu Beginn erwähnte Todestraum bewegt ihn dazu, das Auto - und nicht wie ursprünglich geplant den Zug - zu benutzen: er will die Stätten seiner Vergangenheit wiederentdecken, sich auf die Suche begeben nach der versäumten Zeit, der verlorenen Liebe, dem vernachlässigten Leben. Die Fahrt nach Lund entwickelt sich für ihn zu einer Wiederbegegnungsreise mit der Welt, mit den Menschen - und letzten Endes mit sich selbst. Die äußeren und inneren Ereignisse der Reise wühlen den Bodensatz der Erinnerungen noch einmal auf: Realität und Geträumtes vermischen sich miteinander, Vergangenes wird erstmals selbstkritisch reflektiert.

Eine Schlüsselszene des Films ist das "Examen" durch Alman. Dieser bescheinigt dem Professor berufliche Inkompetenz und klagt ihn der Gefühlskälte und Selbstsucht an, die für den Ehebruch von Borgs Frau die bestimmenden Hintergründe waren. Borg erkennt daraufhin nicht nur seine eigene Schuld, sondern begreift auch, dass er dafür mit Einsamkeit gestraft wurde. "Gibt es denn keine Gnade?" entfährt es ihm angesichts seines menschlichen Versagens. Konfrontiert mit enttäuschenden Erlebnissen, mit unbeabsichtigten, aber gerade deswegen umso schwerwiegenderen Fehlern, versteht Borg nun, welches Maß an Schuld er selbst zu verantworten hat. Aus dieser innerlichen Katharsis durch Selbsterkenntnis geht er als neuer Mensch hervor.
Die Personen, denen Borg während seiner Fahrt begegnet, stehen vielfach im Widerstreit mit ihren eigenen Nöten. Während die Probleme der drei Studenten noch vergleichsweise "theoretischer" Natur sind, geht es bei Marianne und Ewald sowie beim Ehepaar Alman um die grundsätzliche Frage nach Sinn und Ziel menschlichen Zusammenlebens. In der Darstellung dieser konfliktbehafteten Beziehungen wird Bergmans Beeinflussung durch die Existenzphilosophie am deutlichsten erkennbar.
Der Film wendet sich in erster Linie an ein empfängliches, verständnisbereites Publikum. Er stellt, psychologisch vertiefend und unter Einbeziehung der religiösen Dimension, die komplexe Problematik menschlichen Miteinanders und die Schwierigkeit der Lebensbewältigung dar - ohne dass sich Bergman dabei zum Richter aufschwingen würde. Vielmehr legt der Regisseur ein persönliches Bekenntnis zur Notwendigkeit gegenseitigen Verstehens und des Mit- anstatt des Nebeneinanderlebens ab. Unaufdringlich, aber überzeugend für denjenigen, der sich seinen Intentionen öffnet.
Der ungemeine Gedankenreichtum, der sich in den komplex angelegten Charakteren widerspiegelt, und die Präzision und Schönheit der optischen Gestaltung machen diesen Film zu einem zeitlosen Meisterwerk ganz besonderer Machart. Ich habe diesen eindrucksvollen Film jetzt schon mehrere Male gesehen und bin nach wie vor von seiner Ausdrucksstärke angetan - auch wenn es sich hierbei nach gängiger Vorstellung um einen "spannungslosen Film" handeln sollte.

"Wilde Erdbeeren": Ein feinfühlig inszeniertes Juwel der Filmgeschichte, das in jede Klassikersammlung gehört! Absolute Kaufempfehlung.

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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Freiheit des Menschen 21. Mai 2010
Ein mürrischer, einsamer, alter Professor, der sein Leben selbstverliebt und hart gegen andere verbrachte, wird in einer Traumvision mit seinem eigenen Tod, der sich in gänzlicher Verlorenheit vollziehen wird, konfrontiert. Auf einer am darauffolgenden Tag stattfindenden Autofahrt erkennt er
in den mitfahrenden Personen wie auch in den Menschen am Wegesrand sich selbst. Da er mit dieser Erkenntnis, die sich ganz und gar schonungslos vollzieht, die Dimensionen seiner umfassenden charakterlichen Mängel, mit denen er andere Menschen ins Unglück stürzte, begreift, gewährt ihm das Schicksal noch einmal die Gnade, den Weg der unvoreingenommenen Zugewandtheit und Liebe zu gehen. Erschüttert über seine menschliche Unzulänglichkeit, nimmt er dieses Geschenk zum Erstaunen seiner näheren Umwelt dankbar an und erlöst sich damit selbst.

Ein großer Film mit großartigen Darstellern, der zeigt, daß wir Menschen charakterlich nicht einfürallemal festgelegt sind, sondern die Möglichkeit zu persönlich-spirituellem Fortschritt immer haben, ja, daß gerade darin unsere Freiheit liegt.
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