...die zweite Hälfte später." Allein dieser Gag, was die Bezahlung des Profikillers Viktor Maynard(Bill Nighy) angeht, ist schon ein Lacher für sich. Von diesen knappen, kurz eingespielten, absolut trockenen Perlen schwarzen Humors hat Jonathan Lynns -Wild Target- ein ganzes Füllhorn anzubieten. Das Remake des französischen Klassikers -Der Killer und das Mädchen- mag im Mittelteil ein, zwei kleine Storyhänger aufweisen, die werden aber durch die agierenden Schauspieler komplett wett gemacht.
Viktor Maynard ist 54 Jahre alt und ein Killer. Er führt sozusagen die Familientradition fort. Seine Mutter(Eileen Atkins), die mittlerweile im Altersheim sitzt, achtet peinlich genau darauf, dass ihr Victor der Beste seines Fachs bleibt. Doch dann verpatzt Viktor einen Auftrag. Der Fiesling Ferguson(Rupert Everett), der von der Diebin Rose(Emily Blunt) einen gefälschten Rembrandt angedreht bekommen hat, engagiert ihn, um Rose zu töten. Doch Viktor kriegt das nicht hin. Emily klaut zwar alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aber irgendwie ist sie auch ein bisschen zum Anbeißen. Na ja...als ein zweiter Killer Rose töten will, verhindert Viktor das. Damit wird er zur Schande der Familie Maynard und muss jetzt auch noch Rose vor dem zweitbesten Killer beschützen; dem fiesen Dixon(Martin Freeman). Das Rose und Viktor zwischendurch den jungen Tony(Rupert Grint) aufgabeln, der ihnen zwar einmal das Leben rettet, ansonten aber ein echter Klotz am Bein ist, macht die Aufgabe für Viktor nicht einfacher. Das ungleiche Trio zieht sich in Viktors abgschiedenes Gut zurück und wartet dort auf den unvermeidlichen Showdown...
Es sind diese kleinen, liebevoll produzierten Filme, die einen immer wieder angenehm überraschen. Vor der atemberaubenden Kulisse Londons radelt Rose mit ihrem Rad an der National Galerie vorbei, verursacht ein paar Verkehrsunfälle und im Hintergrund läuft Regina Spektors Hotel Song. Was will man mehr? Für mich reicht so eine locker beschwingte Anfangsszene schon, um Robert Lynns Filmstory gebannt zu verfolgen. Bis auf wenige Ausnahmen bleibt die Geschichte so rasant wie witzig und unterhaltsam. -Wild Target- ist schräg, skurril und in einigen Szenen(ich nenne jetzt mal das Waffen-Mobile) schlichtweg genial. Es gibt ein paar wunderbare Running Gags; wie zum Beispiel Roses Frage: "Wie viel wiegst Du?" und überaus gelungene Slapstickeinlagen.
Bill Nighy spielt den "very britischen" Killer Viktor prätentiös und schräg. Er hat von der ersten Minute an all unsere Sympathien. Emily Blunt steht dem mit ihrer Rose in Nichts nach. Rupert Everett, Martin Freeman und Rupert Grint verpassen ihren Charakteren genau den Schliff, den sie brauchen.
-Wild Target- wird nicht gerade als Blockbuster beworben. Aber das macht nichts. Ich wiederhole mich gern: Es sind diese kleinen, feinen Produktionen, die einem so unverblümten Spaß bereiten können. In der Tradition von -Brothers Bloom- hat Jonathan Lynn mit seinem -Wild Target- solch ein kleines Filmjuwel produziert.