Gary Moore brachte mit "Wild Frontier" ein Album heraus, das einerseits sehr "irisch" gehalten ist, andererseits in seinen vielen Facetten auch an moderne Rocksounds anknüpft: so würde "Take a Little Time" auch Chris de Burgh gut zu Gesicht stehen und "Friday on My Mind" klingt so, als hätte Phil Collins mitkomponiert.
Dauerbrenner sind freilich "Over the Hills and Far Away" (ein Folk/Rock-Geniestreich), "The Loner" (eines der romantischsten Gitarrensoli, das ich kenne), die wunderschöne irisch-folkige Ballade "Johhny Boy" und das erdig-bluesige "Crying in the Shadows".
Schade nur, daß dieser Ausnahmegitarrist seine wahren Talente erst auf den 12''-Versionen offenbart, deren Sound nicht gerade der beste ist.
Auch fehlt mir auf dem Album ein echter Schlagzeuger, und manche Folk-Passagen hätten mit akustischen Instrumenten gespielt einfach besser geklungen als der sterile Keyboardsound. Moore hätte sich die Dubliners zum Vorbild nehmen sollen....
Dafür gibt es dann auch einen Punkt weniger, auch wenn die Musik über alle Zweifel erhaben ist. Trotzdem strikte Kaufempfehlung für alle Irland-und Hardrock-Fans!