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Gunter Dueck schreibt mit Sachkenntnis, Humor und menschlichem Einfühlungsvermögen, spart aber auch die unangenehmen Aspekte des heutigen Arbeitslebens nicht aus. Dueck sah früh die Gefahren voraus, die sich am Horizont der Arbeitswelt abzeichneten, weshalb sein Buch sich wohltuend unterschied von den vielen gleichzeitig erschienenen euphorischen Wirtschafts- und Managementbüchern anderer Autoren, die darum nach der Rezession von 1999 auch wieder sang- und klanglos vom Buchmarkt verschwunden sind. "Wild Duck" hingegen ist zeitlos und frisch geblieben und hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Es hat das Zeug zum Klassiker, weil es wesentliche neue Erkenntnisse aus Psychologie und Philosophie vermittelt. Zwischendrin enthält das Buch, das wissenschaftlich gut fundiert und psychologisch so exakt erfaßt ist, humorvolle Geschichten aus dem Leben und überraschende poetische und visionäre Einschübe, die mich mitunter ein wenig an Stanislaw Lem erinnern.
Die preiswerte Taschenbuchausgabe macht das Buch zum empfehlenswerten Geschenk für Freunde allgemeinverständlicher wissenschaftlicher Literatur, Manager, Angestellte in Großkonzernen, Eltern schulpflichtiger Kiner, Studenten, Computerfreaks und Querdenker aller Art.
Davon kann man halten, was man will; ich halte sie nicht fuer den
Hauptbeitrag des Buches. Die amuesante Darstellungsweise mit den
vielen so realistischen und doch verrueckten Beispielen ist schon eher
ein Grund, das Buch zu lesen.
Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist Duecks aufgeklaerte
humanistische Grundhaltung, die in jeder einzelnen Geschichte
durchscheint. Ich selbst lese keine Buecher, um mich darueber zu
informieren, was "die Computer" bald mit unserer Gesellschaft
anstellen. Ich moechte wissen, wie ich mein eigenes Leben in die Hand
nehmen kann. Und dazu liefert Dueck mit seiner Ganzheitlichen
Betrachtungsweise viel Material zwischen den Zeilen. Wir wissen alle:
"Die Menschen sind verschieden." Aber was bedeutet das genau.
Vielleicht kann man das nur durch lange Erfahrung und Nachdenken
herausfinden. Zu beidem macht Dueck aber Beitraege: viele
einfuehlsame Beispiele und Reflektion anhand der Keirsey-Theorie.
Dueck hat ja die Theorie der Persoenlichkeiten in seinen spaeteren
Werken (insbes. Omnisophie) noch ziemlich erweitert. Ich meine aber,
dass die Verwendung von Keirsey als beispielhafte Typologie, wie er es
in "Wild Duck" tut, die wesentlich einsichtsvollere Loesung ist.
Keine der aktuellen Typologien (Keirsey, Enneagram, Omnisophie)
beschreibt den Menschen richtig gut. Wir muessen vielmehr ein Gefuehl
fuer die irren Unterschiede und die Moeglichkeiten bekommen. Und
Duecks sympathische Darstellung der Typen weckt richtig Lust auf's
Leben. (Und Mitleid mit den Managern. Vielleicht der erste Schritt,
sie zu erloesen?)
Dueck zeigt auch wie heutzutage das eigene Ego im Gegensatz zu guter
Arbeitsleistung steht (ganz im Gegenteil zu Adam Smith ;-). Das
Eigentliche ist: sich in der Zuschauerraum zu setzen. Die eigenen
Produkte aus der Sicht des Kunden zu betrachten.
Ein guter Mensch zu sein, kann man wohl nicht Rezept-artig lernen.
Wenn man sich aber seinem persoenlichen Lebenssinn naehern will, dann
ist dieses Buch eine Hilfe. Und dazu ist es noch total lustig zu
lesen! Nur manchmal ist Duecks berechtigte Gesellschaftskritik etwas
deprimierend. Aber vielleicht kann ja jeder einen kleinen Beitrag zur
Verbesserung leisten? (Michael Moore schlaegt das auch vor.) Dann
brauchen wir nicht auf die Revolution der Computer zu warten...
Es erklärt wieso sich manche Menschen, obwohl sie sich wirkliche Mühe geben, einfach gegenseitig nicht verstehen. Wieso viele Menschen nicht gerne zur Arbeit gehen. Wieso die Gesellschaft, unser Schulsystem, unser arbeitgebendes Unternehmen, usw. Grundlegendes nicht sehen oder nicht sehen wollen und deshalb viel Potenzial verschenken. Wieso sich viele Menschen durchs leben mogeln MÜSSEN. Und Vieles mehr.
Aber das Beste ist, dass dieses Buch eine ganz klare Lösung dieser Probleme beschreibt.
Persönlich habe ich viel mitnehmen können. Es hat Spaß gemacht mal eine ganz andere Sicht auf die Politik, das Schulwesen, die Unternehmen, die Menschen aber vor allem auf das eigene Ich kennen zu lernen. Ich würde sogar soweit gehen, dass dieses Buch meine bis dato „beschränkte" Sicht dieser Dinge erweitert hat.
Fazit: Sollte man sich mit dem Inhalt des Buches identifizieren können, so hat das Folgen. Ich behalte auf jeden Fall die Botschaft im Hinterkopf und bin mir sicher, dass meine Umwelt aber vor allem meine Kinder davon profitieren werden.
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