Kein einfaches Buch. Das fängt mit seiner Geschichte an. Die führt dahin, dass der 1934 fertiggestellte Roman 1999 erstmals veröffentlicht wird. Diese Geschichte wurde zur 2003er Frankfurter Buchmesse mit Russland-Schwerpunkt in den Vordergrund gestellt. Diese Vermarktung machte den Roman erfolgreich (für mich) interessant.
Auch die Sprache des Romans ist nicht einfach. Es ist der besondere Stil von Schitkow mit knappen starken Sätzen zu arbeiten und vor allem: viel auszulassen. An diese Konstrukte muss man sich gewöhnen. Mir ist es bis zum Schluss nicht gelungen, mal hundert Seiten am Stück zu lesen. Ein Detail hat mich nicht mehr losgelassen: Immer, immer und immer wieder wird beim Teufel und seiner Grossmutter geflucht. Vielleicht war das zur Zeit der Handlung wirklich so wenig abwechslungsreich üblich?
Es wird diskutiert, ob es sich um einen Klassiker handelt. Es ist die Rede vom stärksten Roman vor Solschenizyn, Pasternak soll den Roman als den besten über die Russische Revolution bezeichnet haben. Die angebliche Einschätzungen von Pasternak halte ich für gut möglich: nach Abschluss des Buches ist mir bewusst, wie gut die Darstellung von innen, aus den Personen heraus gelungen ist.
Hätte ich mich an die Sprache gewöhnt, würde ich dem Rat der Übersetzerin im sehr guten und interessanten Nachwort folgen und den Roman nochmal entdecken.
Fazit: Anspruchsvoll und damit etwas anstrengend, vielleicht wirklich ein Klassiker als Innendarstellung der Zeit vor und zum Zarenmanifest 1905.