Dieses Buch von Tapscoot/Williams ist für mich ganz klar amerikanisch geprägt. Es postuliert Unternehmen fast auf jeder zweiten Seiten "Schwimm mit, oder gehe unter!", d.h. entweder man fügt sich den Entwicklungen des Web 2.0 und nutzt diese für die eigenen Belange oder man kann am Markt einpacken.
Das dies zu linear gedacht ist und keinesfalls der Web 2.0-Logik (sofern es diese gibt) entspricht, wird mit fortlaufender Lektüre deutlich. Die Entwicklungen sind nämlich weder linear, noch vorhersehbar. Deutlich wird nur, ein mitunter altes Prinzip, dass man Chancen erkennen und auch nutzen sollte, ohne sie gleich (oder erstmal) zu verteufeln.
Unangenehm sind auch viele normative Aussagen, die scheinbar keinen Zweifel zulassen, aber dann doch teilweise von den Autoren selbst wieder in Frage gestellt werden.
Dennoch fasst dieses Buch m.E. die wesentlichen Entwicklungen gut zusammen und bringt zahlreiche Beispiele wie Firmen diese bereits genutzt haben bzw. nutzen sollten (um nicht unterzugehen). Zudem macht es zwischen den Zeilen auch die individuellen Möglichkeiten deutlich, die man hat, um sein Wissen bzw. sein Potenzial gewinnbringend in der Web-Community zu integrieren.
Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich für die Entwicklungen des Web 2.0 und den damit verbunden Chancen und Risiken für Firmen und Individuen beschäftigen möchte. Allerdings sollte man dann nicht vor dem (klassisch?) amerikanischen Schreibstil und den teilweise langatmigen Ausführungen zurückschrecken.
Was steht überhaupt in dem Buch?
Im Wesentlichen geht es um die Peer-Production hinsichtlich Software (Prosumenten), Wissen (Ideagoras; Alexandriner) und der Organisation von Arbeitsplätzen und Kooperationen (Wikiarbeitsplatz).
Die drei Sterne gibts von mir für die Inhalte mit den zahlreichen Beispielen und Möglichkeiten zum Weiterdenken.