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Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?: Über das Denkbare und das Lebbare. (Philosophie)
 
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Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?: Über das Denkbare und das Lebbare. (Philosophie) [Taschenbuch]

Rüdiger Safranski
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 12 (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596109779
  • ISBN-13: 978-3596109777
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 18.709 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Rüdiger Safranski
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Dies ist ein großes Buch über die Macht der selbstgemachten Bilder, in denen Denker ihre Freiheit verloren oder in denen sie sich vor der Freiheit versteckten. Es handelt von Himmel- und Höllenfahrten im Reich der Gedanken, und es beginnt so sinnlich wie ein Märchen." (Der Spiegel)

Kurzbeschreibung

In einem berühmten chinesischen Märchen verschwindet der Maler in seinem eigenen Bild. Das ist die Utopie der Wahrheit. Übereinstimmung mit sich und der Welt. Um dieser Utopie willen haben Rousseau, Kleist und Nietzsche abenteuerliche Wahrheitsexpeditionen unternommen: Dreimal die Wahrheit des Ich gegen den Rest der Welt; dreimal führt die Suche nach Wahrheit in die selbstgemachten Bilder und in die Bereitschaft zur Gewalt gegen eine Wirklichkeit, die sich den Bildern widersetzt.
Eine andere große Wahrheitsexpedition ist die Metaphysik als der Versuch, in einer 'verkehrten' Welt eine 'wahre' Welt zu entdecken. Das beginnt eindrucksvoll bei Sokrates und Augustin und endet furchtbar im Zeitalter des Totalitären und des Fundamentalismus. Bleibt also nur die (Lebens-)Kunst, ohne die Gewißheit des richtigen Lebens, ohne verbürgte Wahrheit zu leben? Es sieht so aus. Am Beispiel Kafkas geht es in den letzten Kapiteln dieses Buches um die Kunst, in der Fremde zu bleiben.
"Dies ist ein großes Buch über die Macht der selbstgemachten Bilder, in denen Denker ihre Freiheit verloren oder in denen sie sich vor der Freiheit versteckten. Es handelt von Himmel- und Höllenfahrten im Reich der Gedanken, und es beginnt so sinnlich wie ein Märchen." (Der Spiegel)

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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Mayer
Format:Taschenbuch
"Wieviel Wahrheit braucht der Mensch?" Auf den ersten Blick eine recht verwirrende Frage. Gerade unsere vom empirischen Wissenschafts- und Wahrheitsverständnis geprägt Zeit lässt die Tatsache vergessen, dass die Wissenschaft nicht nur im beobachtbaren Raum nach Wahrheiten sucht(e), ja es aus wissenschaftlicher Perspektive nicht nur die Eine Wahrheit geben kann. Und so macht sich Rüdiger Safranski auf die Suche nach einer Wahrheit, die sich entgegen dem zeitgenössischen Verständnis nicht außerhalb als viel mehr im Inneren des Menschen befindet und beschreitet damit den Pfad des Konstruktivismus.

Safranski nimmt den Leser an die Hand und begibt sich mit ihm in die tief greifenden philosophischer Überlegungen von Rousseau, Kleist, Nietzsche und Kafka - und findet dort mehrere Wahrheiten.
Die Pluralität des Wahrheitsbegriffes bzw. die Negation einer objektiven Wahrheit, klingt heutzutage vermutlich recht spekulativ, doch beweist unsere Historie das Gegenteil. Rüdiger Safranski widmet ein ganzes Kapitel Hitler, Goebbels und damit dem Nationalsozialismus. Er zeigt wie eine Ideologie, ein konstruiertes Wahrheitsbild aus dem Inneren eines Menschen heraustreten kann, eine neue moralische Ordnung mit eigenem Gewissen schafft, die dann eine ganze Nation in ihren Bann ziehen kann und damit auch zur äußeren Wirklichkeit wird. Zwar veramt das Leben "wenn man [...] nur das zu denken wagt, was man auch glaubt leben zu können". Doch verwüstet das Leben, "wenn man [...] um jeden Preis, auch um den der Zerstörung, etwas leben will, bloß weil man es gedacht hat".

Die Frage, wie viel Wahrheit der Mensch nun braucht, wird nicht beantwortet. Ja man kann sie nicht einmal beantwortet, da es die eine Wahrheit nicht gibt, nicht geben kann. Rüdiger Safranski schließt sein Buch mit dem Vorschlag eines Lebenskonzeptes, welches subjektive Wahrheiten mit vermeintlich objektiv-empirischen verbindet, um ein möglichst lebbares Leben zu gewährleisten.
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49 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
... kann ich alles denken, sagt Spinoza. Wallenstein in seinem Monolog beginnt: „Nicht mehr zurück wie's mir beliebt, ich muss die Tat vollbringen, weil ich sie gedacht."

Dieses ist die Natur des Menschen, die erste und die zweite Natur. Und als Quintessens sage ich, gilt die Sache Dazwischen als Synthese: Beschränke nicht dein Denken, weil du glaubst es nicht leben zu können. Zerstöre aber nicht dein Leben, weil du glaubst, um jeden Preis das Gedachte leben zu müssen.

Safranski philosophiert entlang von konkreten Beispielen und so macht er den Text leicht verständlich, nachvollziehbar und klar. Personen und deren Ziele als „zweite Natur" helfen ihm, dem interessierten Leser die Sachlage zu erklären. Hier geht es um die Hinführung eines an sich großen Themas. Rousseau, Kleist wie auch Nietzsche gelang es nicht in letzter Konsequenz, das Gedachte in das Lebbare zu transformieren. Deren Scheitern wurde deutlich an der immer kleiner werdenden Menge an Personen, die dem Gedanken folgte. Bei Rousseau war es der Gang in die Einsamkeit, Kleist inszenierte seinen Tod als letzte große Tat und Nietzsche setzte sich gleich mit der „Einsamkeit" und verlor letztendlich den Verstand. Die Freiheit, zwischen Denken und Handeln zu unterscheiden und Wallenstein folgend dieses Duo zu betrachten, wurde ihnen zum Verhängnis. Die Wahrheit des Ichs entsprach nicht der Wahrheit der Welt.

Diese Wahrheitsfindung betrachtet Safranski im Folgenden aus der Sicht der Metaphysik, beginnend mit Sokrates, den christlichen Abschnitt über Thomas v. Aquin zu Descartes über Kant zu der Form der totalitären Metaphysik des Dritten Reiches. Allen Zeiten zu Eigen war, die Wirklichkeit einem selbst geschaffenen Bild zu opfern, imaginär oder als prophetische Aussage. Analog der chinesischen Fabel, wo ein Maler in seinem Bild verschwindet und damit die innere wie die äußere Wahrheit seines Selbst vereinigt.

Kafka und seine Texte schließlich bilden den letzten Teil vor dem eigentlichen Finale dieses Buches. Das „Zögern zur Geburt" wird hier so deutlich, dass Angst, sich selbst zu leben, dadurch entsteht, so leben zu müssen, wie man denkt. Der selbst auferlegte Sachzwang wird zum Verhängnis, zur Verzweifelung und letztendlich wird ein Medium notwendig, um mit Menschen zu kommunizieren, das Schreiben. Wie Sloterdijk das zweite Zur-Welt-Kommen durch Sprache definiert, geling auch Safranski die Analyse kafkaesker Verhaltens- und Sinnformen so zu beschreiben, dass die Differenz zwischen Tat und Denken, eben das Dazwischen zum Kern der selbst bestimmten Freiheit wird.
Dieser Überleitung folgt nun als rauschendes Finale die „Variation" über Freiheit und diese in Bezug auf die Wahrheit, der Suche danach und den möglichen Taten gleich oder ungleich dem Denken mit den entsprechenden Überlegungen zu den Konsequenzen. Beispiele (Heidegger, Benn ) dienen auch hier der Klarstellung.

Safranski ist ein Buch gelungen, welches sich lohnt zu lesen. Es lohnt sich, weil es Perspektiven eigenen Denkens neu positioniert, weil er verständlich über Beispiele sich dem Leser nähert und weil seine Analyse der Sachverhalte nicht endgültig und final erscheint, sondern eher den Leser fordert, mitzudenken und mitzudiskutieren. Diese Form des Aufrufs zu denken ist schon eine Form des Handelns. Er wird nicht müde zu sagen, das Mehr-Denken und Mehr-Handeln sich gut macht, solange das Handeln geprägt ist, den Zweck des Handelns der Freiheit des anderen unterzuordnen.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
meet me half way 29. Januar 2010
Von saibach
Format:Taschenbuch
Rüdiger Safranski nimmt den Begriff Wahrheit als Auftaktzeichen eines schön durchkomponierten Versuchs über die Frage, wieviel aus der Gedankenwelt wir im Leben gebrauchen können. Der Mittelteil über die Metaphysik ist als kleine Geschichte dieser Wissenschaft von dem Sein jenseits des Dinglichen kaum lesbarer und verständlicher zu machen. Von den Griechen über die Agonie in der Allmachtsvision der Monotheismen hin zur Krise der Metaphysik im Missbrauch der Überzeugungstäter des 20. Jahrhunderts werden die Entwicklungen im Denken des an sich schwer Denkbaren geschichtlich eingeordnet.
Auftakt und Schluss der Beweisaufnahme vor dem Schlussplädoyer bilden zwei Variationen des Scheiterns. An den Anfang werden mit Rousseau, Nietzsche und Kleist drei Denker gestellt, die mit dem Denkbaren über das Lebbare hinausgingen und so im Leben höchst unterschiedlich scheiterten. Der Schlussteil gehört Kafka- wesentlich entlang der Motive aus dem Schloss, dessen Lebens- und Schaffensthema war, sich mit dem Denkbaren nicht ins Leben zu trauen.
Die Vorarbeit stärkt für eine finale Betrachtung zur Freiheit im Umgang mit der Wahrheit. Ein duales System wird postuliert. Die Kultur dürfe fast alles denken. Für die Politik gehört da dann aber wieder einiges in den gelben Sack. Vorsicht vor Überzeugungstätern im Politischen! Politik heisse, Schmerzen zu vermeiden.
Lesen!
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Veröffentlicht am 1. März 2003 von FrizzText
Obsesion Safranskis als Buch
Das sehr gelungene Buch befasst sich mit dem Thema ,welches Safranski in allen bist jetzt von ihm erschienen Büchern befasst: Das Denkbare und das Lebbare. Lesen Sie weiter...
Am 28. August 2000 veröffentlicht
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