Dieses Buch zum 65. Geburtstag André Hellers enthält eine Fülle von Texten dieses Künstlers zu seiner Geburtsstadt Wien. Es handelt sich hierbei um teilweise bislang Unveröffentlichtes aus mehr als vier Jahrzehnten, um Kurzprosa, Lieder, Dialektgedichte, Fest-, Trauer- und Brandreden. Zudem hat man Gelegenheit sich in 70 Fotos zu vertiefen, auf denen allerdings nicht immer Heller abgelichtet ist.
Zu den Texten zählen solche wie etwa die "Rede auf Christian Brandstätter", die "Rede im Konzentrationslager Mauthausen", "Tot ist nur, wer vergessen ist", "Gedanken zu Helmut Qualtinger", "Die Ballade von John und Yoko", "Rede für Erika Pluhar", aber auch "Stänkereien und Merksprüche" etc.
Ich empfehle das Büchlein all jenen, die die Gedankenwelt Hellers kennenlernen möchten und zitiere einige Sätze aus der Rede, die er 2003 im Konzentrationslager Mauthausen hielt: "Die Grundlagen für Mauthausen waren: Duckmäuserei, der Opportunismus, die Gewinnsucht, der Mangel an Zivilcourage, die Bigotterie, die Verlogenheit, die Missgunst und was es sonst noch an negativen menschlichen Eigenschaften gibt. Kurz gesagt: der Mangel an Anstand und Mitgefühl oder noch präziser - der völlige Mangel an menschlicher Qualität einer Mehrheit. Diese moralische und geistige Katastrophe war die Stabilitätsgrundlage der infernalischen Regentschaft des Nationalsozialismus." (Zitat, S. 65).
Ich stimme Heller zu, dass es uns u.a. zu interessieren hat, welchen Gehirnwäschekampagnen durch skrupellose Geschäftemacher, Hassprediger und Amoralapostel die Bürger unseres Landes ausgesetzt sind und wir uns niemals wegducken dürfen, wenn wir Verhältnisse wie zu Zeiten der Nazis nicht mehr haben möchten. Ich stimme Heller in vielem anderen ebenfalls zu, auch in dem Satz, dass tot nur ist, wer vergessen ist. Seinen Freund Schnuckenack und all die anderen Gepeinigten bleiben unvergessen, solange man immer und immer wieder an sie erinnernt. Heller hat es getan, auch in seinen Liedern. Dafür und für all das Schöne, die Poesie und den vielfarbenen Zauber sei ihm gedankt. Tausendmal.
Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.