Zunächst einmal muss man froh sein, dass es "Wiener Blut" (frei nach der gleichnamigen Operette verfilmt) überhaupt endlich auf DVD gibt. Auch an der Optik ist nichts auszusetzen. Leider gibt es zumindest einen unschönen Schnitt, der nicht am Originalmaterial lag, denn ich habe den Film seinerzeit im TV gesehen, und da war die Szene komplett vorhanden. Auch der Ton ist mehr als dürftig, und damit meine ich natürlich nicht, dass es eine Mono-Tonspur ist. Man hätte das ganze bloß ein wenig behutsamer überarbeiten können. Es klingt alles platt, genau wie eine lieblose Überspielung von Schellackplattenaufnahmen. Da filtert man grobschlächtig alles Rauschen raus, und übrig bleibt ein Ton, der klingt, als wäre er durch eine dicke Filzdecke gequetscht. Ein verwirrender Gegensatz zum fast schon gestochen scharfen Bild.
Der Film allein ist es, der mich dazu zwingt, eine optimale Kritik abzugeben. Eine der besten Komödien Willi Forsts, der hier Regie führte und in einer kurzen Eingangsszene auch persönlich auftritt, wenn auch unter der Maske kaum erkennbar. Er ist der "Alchemist", der noch vor dem Vorspann das Gemisch aus Musik, Humor und lediglich einem Tröpfchen Historie zusammenbraut.
Forst holt aus allen Beteiligten das Optimum heraus. Willy Fritsch als (zunächst) herrlich steifer, zugeknöpfter Graf Wolkersheim, Diplomat für die Fürstentümer Reuß-Schleiz-Greiz, lernt die Freuden der Wiener Weinselig- und Gemütlichkeit kennen. Zusätzlich liefern Theo Lingen und Hans Moser hier die meiner Ansicht nach beste komödiantische Einlage ihrer gemeinsamen Filmgeschichte. Die Szene, in der alle Drei (Fritsch, Lingen, Moser) betrunken im Salon sitzen und gegen den Schlaf ankämpfen, ist von so unglaublicher Komik, dass ich nach geschätzten 10mal Ansehen immer noch herzhaft darüber lachen kann.